Der zweite Besuch in diesem Jahr – zwei Wochen voller Spannung und Sichtungen. Da es diesmal «nur» zwei Wochen sind, bleibt es bei einem Blog. Der Text ist eher kurz geraten, da ich viel Zeit auf den Gamedrives brauchte. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen und Betrachten der Bilder.
9.8.2026 Sonntag, Rooiputs, Kgalagadi NP
Kaum im Park sichten wir schon eine Löwin. Wir befahren die Lower Dune Road, die in erbärmlichem Zustand ist, um zum Auob River zu kommen. Dann zurück zum Rooiputs-Camp, das in Botswana liegt. Wir starten die Starlink-Antenne, die sofort funktioniert. Mal sehen, wie lange das gut geht.
10.8.2026 Montag, Rooiputs – Twee Rivieren, Kgalagadi NP
Durch die Übernachtung in Rooiputs haben wir einen 30-minütigen Vorsprung auf die Leute von Twee Rivieren für die Fahrt nach Kij-Kij, wo wir von einer Löwengruppe von 7 Tieren überrascht werden. Ein erwachsenes Löwenpaar und 5 Halbwüchsige, die sehr neugierig unser Fahrzeug beschnuppern. Lange Zeit bleibt für Bilder und Beobachtung, bis sie dann Richtung «Lower Dune Road» in den Dünen verschwinden. Ein weiteres Fahrzeug fällt auf mit der Aufschrift «Lion Research», so sprechen wir die beiden Damen gleich an. Es ist eines von 6 Teams, die gerade für drei Monate im Kgalagadi die Löwen beobachten. Das Resultat fliesst dann in eine Doktorarbeit ein. Wir fahren noch weiter bis zum «Melkvlei-Picknickplatz». Später sogar noch bis zum Dikbaardskolk-Picknickplatz, wo das Mittagessen fällig ist. Im Anschluss geht es zurück bis Twee Rivieren, wo ich noch die Buchungen für Polentswa organisieren will. Das Ganze ist eine zähe Angelegenheit. Abendessen dann im nahen Restaurant, wo wir die beiden Damen sowie die angehende Doktorin vom Team «Lion Research» antreffen. Danke für die interessante Unterhaltung und viel Erfolg bei der Doktorarbeit.
11.8.2026 Dienstag, Twee Rivieren – Mata-Mata, Kgalagadi NP
Frühmorgens los und gleich zum Samevloeiing-Wasserloch. Der Name Samevloeiing stammt aus dem Afrikaans und bedeutet übersetzt «Zusammenfluss» oder «Konfluenz». Das ist, weil hier der Auob und der Nossob zusammenfliessen. Die Flüsse führen jedoch nur etwa alle 100 Jahre richtig Wasser. Eine Hyäne trollt in der Ferne am Wasserloch vorbei. So fahren wir weiter, erst die etwa 10 km über etliche Dünen. Hier ist es ganz wichtig, immer ganz links zu fahren. Warum? Wenn man über den Dünenkamm kommt, sieht man erst im letzten Moment, ob ein Fahrzeug entgegenkommt. Dann geht es runter zum trockenen Auob-Flussbett. Wir kommen am Wasserloch «Hou Moed» vorbei. Der Name Houmoed (Afrikaans für «Haltet Mut» oder «Zufriedenheit/Geduld behalten») stammt daher, dass das Bohren des dortigen Bohrlochs eine extreme Geduldsprobe war. Der sandige Boden stürzte beim Bohrversuch fast jedes Mal wieder ein. Dann geht rechts eine kurze Strasse die Anhöhe zu einem Aussichtsplatz hoch. Auf halber Höhe entdecke ich linker Hand einen Felsenbogen. Nun befahre ich den Park schon so oft, aber ich entdecke immer mal was Neues. Zurück zum Flussbett und weiter Richtung Norden. Es kommt das «Monroe-Wasserloch». Das Monro-Wasserloch (oft auch Monro geschrieben) im Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark ist nach einem Polizisten benannt. Dieser wurde von deutschen Angreifern erschossen. Dann das «Kamfersboom-Wasserloch». Kamfersboom geht auf einen Mann namens Kamfer zurück, der dort einst ein Bohrloch (eine Wasserstelle) betreut und instand gehalten hat. Dann auch noch das «Auchterlonie-Wasserloch». Der Name geht auf den schottischen Landvermesser Rodger Jackson zurück, der 1914 im Auftrag der Unionsregierung Wasserstellen und Farmen im Auob-Flussbett vermass. Er benannte einige Orte und Wasserlöcher nach seiner schottischen Heimat oder schottischen Begriffen. Dann gleich danach die Anhöhe hoch zum Auchterlonie-Picknickplatz. Nach einer kurzen Pause, die ich zum Buchen für die Nationalpark-Camps 2027 nutze, fahren wir weiter. Beim «Gamsbockplein-Wasserloch» geht es erneut hoch auf der rechten Seite zu einem Aussichtspunkt. Hier steht eine Gedenktafel, die an Prov. F.C. Eloff, 28.3.1981, erinnert. Er war 42 Jahre lang an der Universität von Pretoria tätig und leitete dort über drei Jahrzehnte die zoologische Fakultät. Seine Forschungsschwerpunkte lagen vor allem auf den Ökosystemen der Kalahari. Das spezifische Datum – der 28. März 1981 – markiert ein feierliches Jubiläum oder die Einweihung einer Stätte unter seiner Schirmherrschaft in Südafrika. Zu dieser Zeit war Eloff auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Universitätsdekan und Sportadministrator. Gedenktafeln dieser Art wurden in Südafrika typischerweise bei folgenden Anlässen enthüllt: der Einweihung eines neuen Forschungsgebäudes oder Naturreservats (oft in Zusammenarbeit mit dem National Parks Board, in dem er aktiv war) und der Benennung oder Eröffnung einer Sportstätte oder eines Parkareals (wie dem nach ihm benannten Frik-Eloff-Park in Pretoria).
Nun passieren wir noch die Wasserlöcher «Batulama» (der Name bedeutet übersetzt so viel wie «sich gegenseitig anstossen» oder «einander stossen»), «Montrose» (der Name geht auf den schottischen Landvermesser Rodger Jackson zurück. Er benannte viele Wasserstellen nach seiner schottischen Heimat, als er das Gebiet im Jahr 1914 vermass), «Rooibrak» (der Name setzt sich aus den Wörtern «rooi» (rot) und «brak» (salzig oder brackig) zusammen) und erreichen den «Kamqua-Picknickplatz» (der Name stammt aus der Khoekhoen-Sprache und bedeutet «grünes Loch» oder grüne Senke/Grube). Nach dem Mittag geht es weiter an den Wasserlöchern Urikaruus (der Name stammt aus einer Sprache der Khoisan (ursprünglich der Khoekhoe oder der San) und bezieht sich auf einen traditionellen geografischen Platz beziehungsweise ein historisches Wasserloch am trockenen Flussbett des Auob-Flusses), Dertiende Boorgat (der Name (Afrikaans für «13. Bohrloch») leitet sich schlicht von der Reihung der dort im Flussbett angelegten Bohrlöcher ab. Ursprünglich hiess der Ort Grootskrij (das heutige Veertiende Boorgat bzw. der 14. Brunnen hiess Kleinskrij). Dieser Name ging auf eine Warnung zurück, da das Trinken des Wassers in Verbindung mit dem Verzehr von Tsammen-Melonen bei Rindern zu starkem Durchfall führte (skrij im alten Afrikaans)), Veertiende Boorgat (der Name bezeichnet das 14. Bohrloch in einer Reihe von Brunnen), Dalkeith (der Name stammt von dem schottischen Vermesser Rodger Jackson. Er wurde im Jahr 1914 von der Regierung beauftragt, Farmen in dem Gebiet zu vermessen), Craig Lockhart (der Name geht auf Rodger Jackson zurück) und Sitzas (der Name stammt aus der Sprache der Khoekhoen (Nama/Damara) und bedeutet übersetzt so viel wie «Wasser mit einem schlechten, bitteren oder brackigen Geschmack») vorbei – und schon sind wir in Mata-Mata, wo der Empfang sehr herzlich ist. Man kennt sich schliesslich.
12.8.2026 Mittwoch, Mata-Mata – Nossob, Kgalagadi NP
Um 7 Uhr ist es minus 1,5 Grad, und wir haben etwas über 150 Kilometer vor uns. Den ersten Teil fahren wir flott, um nach dem Kamqua-Wasserloch nach einem Leoparden zu sehen, der sich leider nicht zeigen will. Etwas gefrustet fahren wir nun die obere Dünenpiste, um nach Nossob zu kommen. Die Piste geht hoch und runter wie auf einer Achterbahn. Gut, ich war noch nie auf einer Achterbahn, aber ich stelle es mir in etwa so vor. Jeden Dünenkamm befahre ich möglichst links. Beim ersten Besuch dieses Jahr vor ein paar Monaten stand plötzlich ein Turi-Fahrzeug direkt vor mir, und das war nicht lustig. Wir passieren die Wasserlöcher «Vaalpan» und «Moravet», dann wuselt etwas mitten in der Piste – ein Honigdachs. Leider ist es nur eine kurze Zeit, die zum Beobachten bleibt, und so fahren wir weiter am Eland-Wasserloch vorbei. Dann die Sichtung des Tages: Neun Löwen, also eine ordentliche Gruppe, können wir hier einige Zeit beobachten und fotografieren. Der Tag ist gerettet. Nun aber gleich zum Dikbaardskolk-Picknickplatz, um die Mittagspause zu verbringen und – ganz wichtig – Buchungen für das Jahr 2027 im Kruger und Kgalagadi zu organisieren. Nach der Pause geht es dann an den Wasserlöchern «Dikbaardskolk», «Cheleka», «Kasparsdraai», «Marie se draai» und «Rooikop» vorbei, und wir stehen vor dem Gate zum Nossob-Camp. Auch hier eine freundliche Begrüssung an der Rezeption. Ich werde sofort erkannt und wie immer nett bedient. Diesmal bekomme ich den Schlüssel Nummer 1 für den privaten Platz. Noch schnell einiges einkaufen im nahen Shop sowie Brot bestellen für morgen früh, und schon geht es aus dem Nordgate raus Richtung Norden, erst am «Cubitje-Wasserloch» vorbei und dann zum «Kwang»-Wasserloch, wo wir länger stehen. Nach einiger Zeit traut sich eine Riesentrappe an das Wasserloch. Später auch noch ein Gnu. Ansonsten ist es verdächtig ruhig hier, bis die Alarmanlage von einem Ford, der hinter uns steht, losgeht – Künstlerpech. Der Rest des Tages ist Routine.
Und dann treffen wir auf dem Campingplatz tatsächlich liebe Freunde sowie fleissige Blogleser aus Kapstadt, die ich letztes Jahr in Polentswa kennenlernen durfte. Die Welt ist klein.
13.8.2026 Donnerstag, Nossob, Kgalagadi NP
6:40 Uhr – wie immer hier um diese Jahreszeit hoch mit den müden Knochen, und dann gleich zur Rezeption, wo wir das Permit für den heutigen Gamedrive bekommen. Da die Piste nach Süden noch besser ist als die nach Norden, fällt der Entscheid für Süden. Erst noch 60 Liter Diesel nachfüllen sowie das bestellte Brot abholen, und los geht es. Heute will ich nicht weit fahren, sondern vor allem an Wasserlöchern oder anderen interessanten Orten stehen. So der Plan. Also das erste Wasserloch passieren wir noch und fahren bis zum zweiten. Hier frühstücken? Nein, ich möchte etwas zurück zu den vielen Springböcken, dann läuft was. Wir positionieren uns, und die Springböcke laufen langsam von uns weg. Zwei aus der Gruppe jedoch laufen im rechten Winkel das Nossob-Flussbett hoch und fangen dann an zu kämpfen. Ein guter Platz fürs Frühstück. Das Brot ist lecker, der südafrikanische Kakao mehr süss als Kakao, aber die Aussicht ist unbezahlbar. Ein Fahrzeug kommt zu uns – es sind Freunde, die ich im Kruger vor Wochen getroffen habe. Wir tauschen einige Informationen aus, dann fahren sie weiter. Unser Frühstück ist durch, und wir folgen in grossem Abstand. Dann setzt das Fahrzeug zurück. Was haben die wohl gesehen? Wir treffen uns, und so sehen auch wir rechter Seite in grossem Abstand eine Löwin mit vier noch ganz kleinen Jungtieren auf direktem Kurs zu uns. Nun heisst es abwarten und beobachten. Welcher Kurs? Welches Ziel? Sie kommen immer näher, und wir stehen sehr gut. Vor uns quert die ganze Gruppe die Piste. Die seitlichen Sandhaufen sind fast zu viel für die kleinen Racker. Gleich nach der Querung findet die Löwin mit den Jungtieren Schutz unter einem toten Baum im Busch. Hier ist eine Rast eingeplant, wo die kleinen Muttermilch bekommen. Wir warten geduldig.
14.8.2026 Freitag, Nossob, Kgalagadi NP
Heute steht ein Ausflug Richtung Süden bis zum Picknickplatz auf der Liste. Ich kann mich kurz halten. Es war wirklich wenig los. Mehr kann ich dazu leider nicht schreiben.
15.8.2026 Samstag, Nossob, Kgalagadi NP
Heute ist ein Ausflug erst nach Norden auf dem Plan. Kaum aus dem Gate, schon kommt uns drüben im Flussbett ein stattlicher Löwe entgegen. Nach kurzer Überlegung ist klar: Der könnte zur Nossob-Wasserstelle laufen. So wende ich das Fahrzeug und fahre zurück, um im örtlichen Beobachtungshäuschen auf den Löwen zu warten. Es hat sich schon eine grössere Menschenmenge angesammelt, und die Spannung ist gross. Weit in der Ferne ist der Löwe zu erkennen. Der Kurs ist nicht genau auf das Wasserloch, und mir wird bald klar: Das wird nichts. Und genau so ist es dann auch. Er zieht in einiger Entfernung vorbei – zu weit für vernünftige Bilder. Da wir nun nochmals in Nossob im Camp sind, laufe ich gleich ins Office, um noch etwas Administratives mit dem örtlichen Manager zu klären. Danach geht es dann nochmals raus Richtung Norden bis hoch zum Picknickplatz, wobei es leider keine Sichtungen mehr gibt. Also ein leider ruhiger Tag.
16.8.2026 Sonntag, Nossob – Polentswa, Kgalagadi NP (Botswana)
20 Minuten vor 7 Uhr klingelt der Wecker, und ich bin aufgeregt, geht es doch heute nach Polentswa, meinem liebsten Platz im Park. Tim war noch nie da und ist auch entsprechend aufgeregt. Abmelden im Office und ab durch das nördlich gelegene Gate immer nach Norden. Die Strecke ist etwa 60 Kilometer und tangiert einige Wasserlöcher. Leider ist die Fahrt nur landschaftlich ein Genuss, und Raubkatzen bleiben uns fern. Wir fahren in Polentswa gleich zum Wasserloch. Nicht viel los. Dann fahren wir also rein durch das Camp zur Lodge, wo mein guter Freund und Manager uns freundlich begrüsst. Das Dach vom grossen Gebäude ist nun repariert, und sogar der Besitzer der Anlage ist vor Ort. Ich verabschiede mich nach einer kurzen Besichtigung, und wir fahren nochmals zum Polentswa-Wasserloch, wo wir auf ein Fahrzeug treffen. Das wird wohl unser Nachbar für diese Nacht sein – und tatsächlich. Ein junger Mann aus Kapstadt, der in Österreich studiert. Lustigerweise das Gleiche wie Tim und sogar im gleichen Semester. So was von Zufall. Und zudem spricht er perfekt Deutsch. Er hat Buchungen für Rooiputs in den kommenden Tagen, wo wir uns dann gerne für zwei Nächte dazu stellen dürfen. Ich freue mich. Eigentlich haben wir den Overflow-Platz gebucht, doch einer der drei Plätze ist noch frei, und so stellen wir uns da hin. Ein Nachbar berichtet von einem Leoparden, der letzte Nacht am Platz war. Der Abend ist ruhig.
17.8.2026 Montag, Polentswa, Kgalagadi NP (Botswana)
In den frühen Morgenstunden vernehmen wir Löwengebrüll, und die Hoffnung, ein Tier zu sichten, steigt. Also auf zum Polentswa-Wasserloch. Nichts. Langsam fahren wir nördlich. Die Piste ist schlecht und dann immer mal teilweise ganz gut. So fahren wir immer mehr in den Norden, um dann kurz vor Mittag doch noch am «Union’s End» zu stehen. Wieder einmal trage ich mich in das Besucherbuch ein, und so fahren wir zurück bis zum nördlichsten Picknickplatz von Kgalagadi, wo eine Mittagsruhe ansteht. Langsam fahren wir danach zurück und dann auch noch den grossen Loop. Es ist nicht eine Raubkatze zu sehen. Ja, es ist halt kein Zoo. Kurz vor Torschluss fahren wir ins Camp und sehen: Der eine Platz ist immer noch frei. Also fahren wir erneut auf diesen und geniessen den Abend mit Alplermakronen, die richtig gut schmecken.
18.8.2026 Dienstag, Polentswa, Kgalagadi NP (Botswana)
Die Nacht war ruhig, oder ich habe es nicht gehört. Neben dem Fahrzeug mache ich Löwenspuren aus. Trotzdem um 7 Uhr hoch und bei etwa 7 Grad Aussentemperatur zum Polentswa-Wasserloch. Der Weg ist nur wenige Kilometer und führt am Grab von Hans Schwabe vorbei. Ich habe in einem früheren Blog darüber berichtet. Das Grab ist in einem besseren Zustand als noch im letzten Jahr. Die Kette beim Eingang in den Campbereich ist leider nicht mehr vorhanden, aber die Schilder sind klar und deutlich. Das Einfahren ohne Buchung ist untersagt. So habe ich die Tage noch kein Fahrzeug ausgemacht, das nicht rein durfte. Nach dem Gate queren wir den Ausläufer der grossen Polentswa-Pan, wo es immer viel sehr feinen Sand aufwirbelt. Heute ist sehr wenig Wind, und so bleibt der Sand sehr lange in der Luft stehen. So fahren wir nun die kleine Piste hoch zum Wasserloch, wo leider nichts los ist. So fahren wir weiter ohne nennenswerte Sichtung bis zum Lijardsdraai-Picknickplatz. Frühstück ist dann am Lijardsdraai-Wasserloch. Wir geniessen unser Müsli und sehen in der Ferne Staub aufwirbeln. Es stellt sich heraus, dass eine kräftige Zugmaschine wie ein Traktor mit Reifen, die nachgezogen werden, die Piste präpariert. Das ist super, so ist die Rückfahrt morgen nach Nossob ein Genuss. Wir fahren noch den kleinen Loop und stellen uns dann an das Polentswa-Wasserloch, wo gerade eine Gnu-Herde ankommt. Zwei Schakale versuchen auch noch ihr Glück, Tauben zu erlegen, was einem sogar gelingt. So werden wir hier sicher einige Zeit stehen, und ich nutze die Zeit, den Blog zu schreiben, da ich vier Tage im Rückstand bin. Auch die Datensicherung auf den Datenträger von Tim muss ich noch machen, da er die Daten der ersten 155 Tage mit in die Schweiz nimmt und sie dort dann auf das NAS sichert.
19.8.2026 Mittwoch, Polentswa – Rooiputs, Kgalagadi NP (Botswana)
Ein weiter Weg steht bevor, und doch fahren wir erst an das schöne Polentswa-Wasserloch, wo wir das Frühstück geniessen. Alles ist bereit für die erste Etappe, und ich will den Motor starten, da sehe ich im Rückspiegel auf der Beifahrerseite einen grossen männlichen Löwen. Das wird nun wirklich Zeit für eine Löwensichtung. Und nun erscheint auch auf der Fahrerseite ein männlicher Löwe. So sind nun zwei grosse Löwen an der Polentswa-Wasserstelle, und wir haben Zeit, sie beim Trinken zu beobachten und Bilder zu machen. Mehr als glücklich machen wir uns auf den Weg Richtung Süden. Das nächste Ziel ist erst mal Nossob. Auf halber Strecke zeigt sich nochmals ein Löwe. Dieser liegt müde im Gras. Ein Fahrzeug stoppt neben mir und fragt, ob ich Löwen gesehen habe. Ja, 4 Meter vor der Nase. Ist schon schön, wie gut man vom Sprinter aus sehen kann. Auf der Weiterfahrt kommt ein bekanntes Fahrzeug entgegen. Meine lieben Freunde, die ich 2025 in Polentswa kennenlernen durfte, verabschieden uns, da sie noch länger in Nossob stehen. In Nossob dann den Müll entsorgen und noch einige Vorräte bunkern. So geht es weiter bis zum ersten Picknickplatz, wo wir einen kleinen Halt machen. Dann weiter bis zum zweiten Picknickplatz, wo nochmals ein Halt ist. Nun aber los bis zum Wasserloch Kij-Kij, wo leider kein Löwe zu sehen ist. Dann halt runter bis zum heutigen Camp. Ich biege gerade ein in das Rooiputs-Camp, und da kommt auch schon unser neuer Freund aus Kapstadt entgegen. Zusammen fahren wir auf unseren Platz und haben uns den ganzen Abend viel zu erzählen. Danke, lieber Freund, wir bleiben in Verbindung.
20.8.2026 Donnerstag, Rooiputs – Twee Rivieren, Kgalagadi NP
Frühmorgens los und gleich bis hoch zum Wasserloch Kij-Kij. Leider keine Sichtung. Unser lieber Freund kommt auch noch kurz dazu und verabschiedet sich, denn er fährt nun nach Kapstadt. Wir warten noch einige Zeit und queren dann die Dünen Richtung Westen. Eine Fahrt dem Auob River nach Norden bringt leider immer noch keine Sichtung, dafür neue Freunde, mit denen wir länger sprechen. Sie sind aus Südafrika und jedes Jahr längere Zeit hier im Kgalagadi. Bei der Fahrt Richtung Twee Rivieren machen wir Halt bei Auchterlonie, wo eine Pause fällig ist. Und nun schreibe ich am Blog, damit du auf dem neusten Stand der Dinge bist. Heute ist übrigens der Heimflug von Team «Mister Mog». Guten Flug wünsche ich euch beiden. Nach der Pause geht es weiter südwärts. Nur noch wenige Kilometer, und die Piste biegt für 10 km vom Auob River weg. Etwa zwei Kilometer davor entdeckt Tim doch noch einen männlichen Löwen oben auf der Krete rechter Seite. Wir machen uns bereit, um Bilder zu machen, doch das Tier ist weit entfernt. Der Löwe steht tatsächlich auf und kommt langsam den Hang herunter und somit immer näher, bis er schliesslich wenige Meter vor unserem Fahrzeug die Piste quert. Er quert das Auob-Flussbett und steigt auf der anderen Seite den Hang hoch. Danach verschwindet er so schnell, wie er aufgetaucht ist. Kleines Gedankenspiel: Der Park ist in etwa so gross wie die Schweiz. Es sind zwei längere Strassen durch den Park, auf denen wir fahren. Quert nun ein Löwe eine Strasse, muss man genau in diesen paar Minuten an genau dieser Stelle sein. Dann noch gemütlich bis zum Camp und endlich wieder mal schön duschen. Danach Alplermakronen kochen und geniessen. Gute Nacht.
21.8.2026 Freitag, Twee Rivieren, Kgalagadi NP
Heute sind wir als zweites Fahrzeug durch das Gate auf dem Weg dem Nossob River entlang nach Norden. Ich fahre mit grossem Abstand und doch leider mitten in einer grossen, nicht enden wollenden Staubwolke, da aktuell noch kein Wind weht. Mein erst vor kurzem neu eingesetzter Luftfilter wird es danken. Die Fahrt zieht sich bis zum Kij-Kij-Wasserloch, und leider halten sich die Sichtungen in Grenzen. Ein Höhepunkt sind die vier Füchse, die ziemlich nahe am Rumtollen sind. Ansonsten ist alles wie immer, und wir erreichen den ersten Picknickplatz. Nach einer kurzen Pause geht es dann die untere Dünenstrasse rüber zum Auob River. Leider ist der Tag nicht der Beste betreffend Sichtungen. Zurück im Camp laufe ich kurz rüber zum Touristen-LKW, der eine Gruppe von Schweizer Studenten rumfährt. Per Zufall kenne ich eine der jungen Damen, die mit von der Partie ist. Neulich schrieb ich ihrer Mutter, die ich letztes Jahr im Kgalagadi getroffen habe, dass ich wieder hier im Park bin. Sie meinte dann, ihre Tochter sei auch im Park. Zufälle gibt es, die gibt es gar nicht. So unterhalten wir uns über Nikon und weiteres und erfahren über ihren Rückflug. Nun kommt der zweite Zufall: Tim ist mit den gleichen Flugzeugen am gleichen Tag auf dem Weg nach Hause. Ich sage dazu gar nichts mehr.
22.8.2026 Samstag, Rooiputs, Kgalagadi NP (Botswana)
Der zweite Besuch im Kgalagadi geht dem Ende entgegen. Wir fahren als zweites Fahrzeug dem Nossob River entlang bis zum Wasserloch Kij-Kij. Da dann gleich die Düne hoch – und was sehen wir? Eine ganze Sippe von Löwen, die faul in der Sonne ruht. Sieben Tiere sehen wir – der Tag ist gerettet. Wir geniessen es, wobei nach und nach weitere Fahrzeuge dazukommen. Nach etwa einer Stunde fällt der Entschluss zur Rückfahrt ins Camp, wo gleich eine Waschmaschine gestartet wird. Die Wartezeit verbringen wir mit Packen, da Tim bald zurück in die Schweiz fliegen wird.
































































5 Antworten auf „Kgalagadi-Nationalpark, zweiter Besuch 2026“
Wauw…. mega schöne Bilder!!!
LG Myrta
Jetzt wo wir die Gegend wieder kennen, ist der Bericht für uns noch interessanter.
Hoi Thomas
Du hast ja immer durchwegs gute Fotos, aber diesmal finde ich hast Du den Level nocheinmal höher gelegt, denn auch die eingefangen Momente der Aufnahme-Situationen ( inkl. Betrachtungswinkel ) – Super !
– Schwalbenschwanzspint Abflug ( Perfekt )
– Schakal am Wasserloch ( mit der Spieglung im Wasser )
– Springböcke in der Abendsonne ( … der «vertrocknete» Baum vorne links der einsam in das Bild der Herde eingeht … )
– Und hop, ein Schakal (Perfekter Moment + Betrachtungswinkel )
– Auch die kleinen Vögel sind interessant ( … musste zweimal Hinschauen ob das nicht eine Mehrfachbelichtung ist, … und nein es sind alles andere Vögel welche aber in der Choreographie der Bewegung ein super Bild ergeben )
Super Löwen Serie :
– Wir haben und richtig lieb
– Und setzt noch einen drauf
– Auch eine Löwin guckt manchmal etwas dümmlich
– Huch, was will die von mir
– Junger Löwe
– Augenkontakt
– Begegnung auf der Piste
Bin begeistert 😊
Hi Thomas,
we met you and Tim at the top of the dune by Kij Kij on the 20th of August. My daughter was reading your blog and was very happy that you mentioned us. She is convinced the «new friends» refer to our chat on the dune.
That evening before we head back to Twee Rivieren we spotted the female lion with 4 of her pubs. They were on one of the dunes near Kij Kij, but too far for good photos.
If you have internet you can checkout some of our Kgaladadi videos here https://youtube.com/playlist?list=PLIFrCXxqiFkAPkpAuDHL2rYN8tKEsnkQC&si=WSnJfKki54_uKRBm
It was great meeting you and Tim and we will be following your blog. Like I said, my oldest daughter now checks in to see if you posted updates regularly and then reads the blog to us in the living room when we are all together 👍🏻
I’m really happy to hear from you, and especially glad that you enjoy my blog. You can sign up on the main page to receive an email whenever a new post goes live. I’d love to see you again sometime.