Vom Kruger NP zum Kgalagadi NP

Eines schon mal vorneweg: In einem Tag hier in Südafrika erlebt man so viele Dinge, es ist unglaublich. Dinge, die man sich kaum vorstellen kann. Hier mal ein kleines Beispiel: Wir stehen auf einem Campingplatz und sitzen gemütlich draussen. Nach einiger Zeit kommt ein Fahrzeug mit Trailer. Die Trailer hier sind unglaublich robuste Wohnanhänger, die nicht im Entferntesten einem europäischen Wohnwagen gleichen. Die Teile sind sehr geländegängig und robust, haben die gleiche Spurbreite wie das Zugfahrzeug und meist auch die gleiche Bereifung. Genauere Beschreibung später mal. Nun gut, wenn also so ein Südafrikaner auf den Platz fährt, kann man fast sicher sein, dass noch mindestens ein weiteres Fahrzeug ankommt – oft genau gleich ausgestattet, also gleiche Zugmaschine und gleicher Trailer. Ich sehe erst das Zugfahrzeug, ein Toyota Landcruiser V8, dann den Trailer, und hinter dem Trailer noch einen weiteren Anhänger. Oha, also zwei Anhänger. Auf dem zweiten Anhänger sind so weisse Zaunelemente gestapelt. Der ganze Hänger ist voll damit. Nun wird es spannend. Der Platz wird angefahren. Die Türen öffnen sich. Drei Dackel springen raus. Was nun? Als erstes wird mit den Elementen ein grosser Zaun, etwa 15×15 Meter, aufgestellt. Im «Gehege» werden dann die Trailer aufgebaut. So sind natürlich die Dackel absolut sicher. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.

4.8.2026 Dienstag, Malelane, Kruger NP – Kaia Manzi
Die Fahrt von Malelane bis Kaia Manzi ist meist eine Autobahn, jedoch mit grossen Baustellen. Zudem steigt die Strasse von unter 300 Metern auf fast 2000 Meter über Meer an. Mittagspause haben wir bei Milly’s Padstal, einem netten Restaurant an einem Damm, wo wir vorzüglich essen. In Kaia Manzi dann ein privater Anlass. Danke, liebe Freunde. Ich bin immer sehr gerne bei euch.

5.8.2026 Mittwoch, Kaia Manzi – Roodeplaat
Am frühen Morgen liegt eine Eisschicht auf dem Fahrzeug. Knapp unter 0 Grad zeigt das Thermometer. Heute stehen Wartungsarbeiten auf dem Plan. So fahren wir mit dem Patienten (Iglhaut Sprinter) zu einem guten Freund, der uns seine Hilfe angeboten hat. Nach etwas über 70 km Fahrt und einer Suche nach der «Werkstatt» werden wir doch fündig. Die Werkstatt ist mitten auf einer «Wiese» zwischen vielen Fahrzeugen, die hier zum Ausschlachten stehen. Es geht zügig voran: Das Öl und alle Filter werden gewechselt. Dann ein kleiner Schock: Eine Gummimanschette der vorderen Antriebsachse ist gerissen und muss dringend erneuert werden. Ein Ersatzteil habe ich natürlich mit an Bord, doch so ein Austausch ist keine Kleinigkeit und braucht viel Zeit. Erst das Rad weg und den Bremssattel demontieren. Danach den Endanschlag vom Dreieckslenker demontieren, der auch erneuert werden muss. Auch den habe ich dabei, da es eine Eigenkonstruktion von mir ist, um das Fahrzeug stabiler im Gelände zu machen. Nun das Radlager und die Antriebsachse demontieren. Das Montieren der Manschette erfordert schon ein gewisses Wissen, was hier mehr als vorhanden ist. Nun alles zusammenbauen, und gut ist. Eventuell erinnerst du dich, dass meine Blinkerschaltung defekt ist und ich vor einigen Tagen das Ersatzteil aus Europa von meinem guten Freund bekommen habe. Das wird nun auch verbaut. Dazu muss das Steuerrad und weiteres demontiert werden. Nun wird noch alles am Fahrwerk geprüft. Keine weiteren Probleme. So fahren wir zu einem Platz, wo noch der Motor runtergewaschen wird. Er glänzt wie neu. Warum? Beim Ölfilter hat es Öl rausgedrückt. Ich vermute, das passiert immer, wenn das Öl am Ende ist und der Filter langsam verstopft. So steigt der Druck in der Kapsel und drückt so durch den Deckel. Wir fahren nun zu einem Ausrüstungsladen, weil ich noch einige Sachen brauche. Unser Top-Mechaniker besorgt in der Zwischenzeit noch das wichtige Ersatzteil für die Motorhaube. Das Gelenk ist durch und klappert dauernd. Alles funktioniert mehr als perfekt. Dann aber auf zum Camp. Das Erste ist leider eine Niete, und so fahren wir zum Zweiten. Die Zufahrt ist sehr abenteuerlich, und wir landen an einem Damm, wo etliche Fischer ihrem Hobby frönen. Wir platzieren uns zwischen zwei Bäumen und fallen müde ins Bett.

6.8.2026 Donnerstag, Roodeplaat – Rietspruitdam
Heute soll es durch Pretoria und am Rande von Johannesburg vorbeigehen. Mein Freund und Mechaniker hat mir noch eine Adresse gegeben, wo ich in Pretoria einen neuen DC-DC-Ladebooster von Victron bekomme. Der Besuch hat uns mehr als beeindruckt. So macht man Geschäfte: Gleich an der Türe eine persönliche Begrüssung mit Handschlag. Dann die Frage nach dem Wunsch. Das Teil ist in einer Minute hervorgezaubert. Ich bin baff. Nun brauche ich noch ein Datenkabel für VE.direct in 5 Meter Länge. Zack, hier ist es. Sonst noch ein Wunsch? Dann bezahlen und alles schön verpackt. DANKE. Nun weiter. Ich sehe, dass wir noch einiges an Zeit haben, und so besuchen wir die Sterkfontain-Höhle, wo «Little Foot» gefunden wurde. Ich bin ja vor einigen Wochen schon mal hier gewesen und kann mich somit auf weitere Details konzentrieren. Ein Besuch ist sehr zu empfehlen. Der Führer, der uns durch die Höhle brachte, war auch immer für einen kleinen Spass zu haben. Am 6. September 1994 öffnete Clarke einen mit «Silberberg Grotto D 20» beschrifteten Karton, der u.a. eine Plastiktüte mit der Beschriftung «carnivore foot bones» (Fussknochen von Raubtieren) enthielt. Einen dieser bereits 1980 archivierten Fussknochen identifizierte Clarke sofort als hominin, und beim weiteren Durchstöbern der Sammlung stiess er auf drei weitere hominine Fussknochen, die im folgenden Jahr wissenschaftlich beschrieben wurden.
Wir geniessen noch das örtliche Restaurant und geniessen einen Weltklasse-Wrap. Es ist immer noch einiges an Zeit, und so fahren wir zum nahen Maropeng Museum, das ich ebenfalls vor einigen Wochen besucht habe. Auch das wollte ich Tim nicht vorenthalten, und wir haben eine Erfahrung mehr im Leben. Im Museum sind dieses Mal einige Schulklassen, die aber so richtig für Stimmung sorgen. In der einen Ausstellung ist symbolisch ein Feuer, und einige der Schüler tanzen gleich mit lautem Gesang darum herum. Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen. Cool ist auch eine Bootsfahrt durch die Zeit der Erdentstehung. Also, wenn du mal in der Gegend bist – du weisst Bescheid.
Nun aber auf zum Rietspruitdam. Diesen Ort mag ich auch ganz besonders. Wir bekommen einen schönen Platz am Ufer des Damms und stehen unter Trauerweiden. Schnell das Gelenk der Motorhaube austauschen und das Victron-Gerät installieren. Gute Nacht.

7.8.2026 Freitag, Rietspruitdam – Red Sands Country Lodge
Frühmorgens geht es los, sind es heute doch über 410 km. In Sannieshof gibt es ein nettes Café an der Strasse, das wir gerne aufsuchen. Wir werden gut bewirtet und geniessen es sehr. An der Kasse werde ich von der Besitzerin angesprochen, ob ich Englisch spreche. Ja. Sie habe mich letztes Jahr im Kgalagadi getroffen – und zwar bei einer schönen Löwensichtung. Leider war der Löwe krank, und ihre Enkelin bedauerte das sehr. Doch dann haben sie mein Fahrzeug mit dem Schweizerkreuz gesehen, und die kleine Enkelin war beruhigt, weil der «Krankenwagen» mit dem Tierarzt nun dem Löwen helfen werde. Ich finde das eine so schöne Geschichte. Du auch?
Die Fahrt ist mehrheitlich etwas ruppig, da die Strasse nicht super flach ist. Wir kommen gut in der Red Sands Country Lodge an und geniessen den Rest des Tages. Und ich muss den letzten Blog vom Kruger raushauen, damit du was zum Lesen hast. Der Platz ist übrigens sehr gut besucht. Das Abendessen ist traditionell hier im guten Restaurant.

8.8.2026 Samstag, Red Sands Country Lodge – Upington Monate Campground
Früh auf und gleich los. Erst passieren wir eine gigantische Mangan- und Erzmine. Die Mine ist über die Sishen-Saldanha-Eisenbahn erschlossen. 1989 fand die Rekordfahrt eines Zuges aus neun E-Loks, sieben Diesellokomotiven und 660 beladenen Wagen statt. Der Zug war 7303 Meter lang und wog 71.210 Tonnen. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug rund 38 km/h. Bis 2008 wurden 600 Millionen Tonnen Erz transportiert. 2010 entgleiste das dritte und letzte Segment eines Zuges: 107 mit Eisenerz beladene Wagen sprangen aus den Schienen, drei Lokomotiven wurden zerstört. Bei einem ähnlichen Unfall im selben Jahr war ein unbesetzter Zug entgleist, weil die Funkverbindung zu einigen der Lokomotiven abgerissen war. Die Strecke ist die einzige mit 50 kV/50 Hz elektrifizierte Bahnstrecke der Welt. Neben ihr existieren in Nordamerika vier weitere Strecken, die mit 50 kV/60 Hz elektrifiziert wurden. Es handelt sich dabei wie bei der Black Mesa and Lake Powell Railroad (BM&LP) um isolierte Industriebahnen ohne Verbindung zum übrigen Streckennetz. Der 1983 eröffnete Betrieb auf der Tumbler Ridge Subdivision der British Columbia Railway in Kanada wurde im Jahr 2000 wieder eingestellt. Die Fahrt bis nach Upington zieht sich, sind es doch über 300 km. In Upington dann gleich ein Besuch bei der First National Bank von Südafrika. Ein netter Empfang, wie sich das gehört, sowie eine speditive Bedienung. Alles ist schnell erledigt und alle offenen Fragen beantwortet. Ich habe offiziell einen Wohnsitz in Südafrika und nun auch eine südafrikanische VISA-Karte, was vieles einfacher macht. Auf zum nächsten Punkt, der erledigt sein muss: Essen bei Spur. Dann gleich zu Vodacom, da etwas in meiner App verklemmt ist. Auch das ist erledigt. Nun einkaufen für die nächsten zwei Wochen. Nun noch Diesel bunkern und ein Sauerteigbrot kaufen. Nun ab auf den Monate-Campingplatz, den ich sehr gerne anfahre. Administration ist angesagt.

9.8.2026 Sonntag, Upington Monate Campground – Kgalagadi NP
Da wir nun ein ganzes Stück westlicher sind als der Kruger NP, wird es auch eine gute Stunde später hell. Daran muss man sich erst mal gewöhnen. Somit geht es los, wie die Sonne gerade so das erste Licht gibt, und die Fahrt ist rasant immer in Richtung Norden. Fast 250 km sind es bis zum Gate vom Kgalagadi. Auf einmal sehen wir in der Ferne einen riesigen Springbrunnen – da ist tatsächlich eine Druckleitung geplatzt, und das Wasser schiesst weit in den Himmel. Beim Gate geht es erst zur administrativen Abteilung von Botswana, da ich einige Buchungen habe. Leider ist der gesuchte Mann nicht vor Ort, und so müssen wir das morgen weiter besprechen. Für heute bekommen wir schon mal einen Platz in Rooiputs. Ich liebe diesen Platz. Dann noch zur südafrikanischen Seite, wo ich alle Buchungen regulär habe, und somit geht es ruckzuck. Noch schnell das Fahrzeug vorbereiten: Durchgang zum Wohnraum öffnen, Kamerasysteme noch vorne und Reifendruck massiv reduzieren. Dann durch das Gate. Der nette Herr am Gate kennt mich mittlerweile mehr als gut und freut sich, mich zu sehen. Die erste Runde im Park ist ganz nett, sichten wir doch schon zwei Löwen, Oryx, Springbock, Gnus, Kuhantilopen, Sekretärvögel, Erdhörnchen, Riesentrappen und vieles mehr. Gegen Abend fahren wir auf den Platz von Rooiputs und verarbeiten das Erlebte.

Mal was für meine Leser und Freunde der Landwirtschaft
Als Palme werden in Südafrika die Funkantennen «getarnt»
Abnormal bedeutet grosse LKW
Hier wird viel mit Handarbeit gemacht
Nette Bemalung
Vor jeder Baustelle winkt eine Person um den Verkehr zu warnen. Alles Handarbeit
Die Wasserläufe neben den Fahrbahnen werden von Hand gemacht
Wasserlauf ist bereit für den Beton
Grossbaustelle
Und manchmal kracht was
Holzverarbeitung
Traktor in gross
Minenfahrzeug
Abendstimmung am Dam nördlich von Pretoria
Mitten durch Pretoria
Sicht auf die Stadt
Sicht auf die Stadt
Fledermaus in der Höhle
Unser Guide durch die Höhle
Der spontane Tanz um das Feuer. Nichts hat sich geändert. 😉
Stadtbild
LKW durchfährt ein gigantisches Feld
Ampel ist auch Handarbeit
Alles ist gross
Und immer Handarbeit
Woher und wohin?
Mit voller Breite durch die Stadt
Ui, viele Tafeln
Stadtbild
Stadtbild
Unser Wecker beim Red Sands
Minengeräte
Riesige Anlagen bei der Erzmine
Schaufelradbager
Unfreiwilliger Springbrunnen
Setup für die Fotografie für dich hier im Blog
Neues Öl braucht die Maschine
Alles muss weg damit die Gummimanschette gewechselt werden kann
Zwischenstand
Zwischenstand
Antriebswelle und Lager
Die neue Manschette ist montiert
Alles schön zusammen bauen
Schaltereinheit wird ausgetauscht
Ordentliche Victron Installation in Johannesburg


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