24.6.2026 Mittwoch, Skukuza, Kruger NP
Als Erstes gleich zu den Wildhunden, um zu sehen, was es Neues gibt. Der Auflauf an Fahrzeugen ist so gross, dass ich mich kurz davor entschliesse, zu drehen und einen anderen Weg zu verfolgen. So geht es über den Sabie River auf die südliche Seite und dann erst mal auf der H4-1 immer Richtung Lower Sabie. Natürlich bekomme ich an einem tollen Aussichtsplatz auf den Fluss mein Müsli und geniesse den Blick auf die Flusspferde. Lower Sabie ist dann schnell erreicht, und ich quere kurz dahinter den Fluss erneut. Dann geht es auf die S128, eine der wenigen Pisten im Gebiet, die ich dieses Jahr noch nicht befahren habe.
Nach der ersten Kurve, die nach Norden geht, sehe ich auf der Piste Bewegung, kann es aber noch nicht einordnen, was es sein kann. Es sind drei getrennte Gestalten, wie ich nun ausmachen kann. Beim langsamen Näherfahren sehe ich drei gut bewaffnete Soldaten, die in meine Richtung zu Fuss unterwegs sind. Ich gebe jedem von ihnen einen Apfel und bedanke mich für ihre wertvolle und leider auch nicht ungefährliche Arbeit hier im Park. Passt gut auf euch auf, Jungs.
Später quere ich grössere Herden Zebra, die teilweise mitten auf der Piste stehen. Und genau dabei musste ich lachen – die dürfen das ja, haben sie doch immer ihre eigenen Fussgängerstreifen mit sich. Gnus sind auch viele auszumachen. Weiter im Norden biege ich in die S129 nach Osten ein, um dann mit der Teerstrasse H10 über den Hügelzug zu fahren. Das ist eine sehr schöne Strecke, die ich schon mal beschrieben habe. Oben beim Haltepunkt mit der tollen Aussicht treffe ich auf das Team Mistermog, die die gleiche Tour umgedreht fahren. Der nächste erwähnenswerte Halt ist beim Orpen Dam, den ich ja auch schon beschrieben habe. Es ist einfach immer wieder schön hier. Ganz in der Nähe kenne ich ein wunderbares Plätzchen mit bestem Schatten, wo ich dann meine Mittagsruhe geniesse.
Die Runde der S32 ist immer eine Fahrt wert. Nun geht es auf die H1-3 erst bis zum Picknickplatz, den ich auch immer gerne ansteuere, um den Abwasch zu erledigen. So fahre ich nun von Norden kommend bis zum Bau der Wildhunde und sehe so gut wie keine Fahrzeuge mehr. Der Geier, der neulich noch oben im Baum sass, hockt nun auf einem Ast knapp über dem Boden direkt vor dem Bau. Für mich ein klares Zeichen: Die Wildhunde sind ausgeflogen.
Nun also zurück zum Camp, wo auch schon das Team Mistermog steht. So ist ein weiterer Tag im Kruger zu Ende gegangen.
25.6.2026 Donnerstag, Skukuza, Kruger NP
Heute ist der Plan, nochmals etwas südlich zu fahren, erst bis zur Anhöhe Mathekenyane, den ich schon beschrieben habe. Frühstück ist angesagt, und irgendwie bin ich heute sehr müde. Ich fahre noch bis zum Transport Dam und merke, das wird nicht viel mehr. Da zu stehen ist wunderschön. Ein sehr grosses Krokodil ist am gegenüberliegenden Ufer zu sehen. Das wartet sicher auf einen Happen, der vorbeikommt.
Ich entschliesse mich, zurückzufahren, und so komme ich auch bald im Camp an. Team Mistermog ist noch da, und deren Motivation fehlt irgendwie. Die warten auf Post von DHL, und es ist ein kleines Drama. Gestern habe ich schon mal die Empfangsadresse umgestellt, doch in der App ist das nicht ersichtlich. Also nochmals Kontakt aufnehmen, und ich habe eine Bestätigung. Es soll nun kommen. Ich gönne mir ein Bad in der wirklich grossen Badewanne und bin wieder mal sauber. Und siehe da: Am Abend die erleichterte Bestätigung. Die Post ist am Numbi Gate angekommen und liegt zum Abholen bereit. So ist der Auftrag für morgen für das Team Mistermog klar. Ich muss mir noch was überlegen. Aber das wird wohl nochmals ein südlicher Ausflug geben, da wir dann nach Norden weiterfahren.
Erkenntnis des Tages: Hier geht nichts einfach so. Man muss es bis zu einem guten Ende betreuen.
26.6.2026 Freitag, Skukuza, Kruger NP
Der Hundefriedhof von Skukuza: Ich habe auf dem Camp einen Hundefriedhof entdeckt. In einem Park ist ein Kreis angelegt, und da sind Tafeln mit den Namen der Hunde vermerkt. «Little Heroes‘ Acre» wird das hier genannt, und es sind ehemalige Dienst-, Wach- und Jagdhunde. Sie spielten in den Gründungs- und Entwicklungsjahren des Parks eine lebenswichtige Rolle, indem sie ihre Besitzer vor Löwen, Leoparden oder Wilderern schützten. Die Grabsteine liegen direkt neben der Stevenson-Hamilton-Bibliothek und dem Museum. Auf ihnen sind rührende Liebeserklärungen und aussergewöhnliche Lebensgeschichten eingraviert. Hier eine Auswahl der Hunde:
Bull: Er war der treue Hund des legendären Rangers Harry Wolhuter. Wolhuter wurde 1903 berühmt, als er von zwei Löwen angegriffen, vom Pferd gerissen und weggeschleift wurde. Er überlebte den Angriff wie durch ein Wunder, indem er einen der Löwen mit seinem Jagdmesser erstach. Hund Bull spielte dabei eine entscheidende Rolle, da er den zweiten Löwen bellend auf Distanz hielt, bis Hilfe eintraf. (Bericht darüber im letzten Blog)
Bles: Der persönliche Hund von Colonel James Stevenson-Hamilton, dem allerersten Direktor des Sabie-Wildreservats (aus dem später der Kruger-Nationalpark wurde). Bles begleitete den «Gründervater» des Parks über viele Jahre hinweg auf seinen beschwerlichen Expeditionen durch den afrikanischen Busch.
Tessa: Ein Hund mit einer der faszinierendsten Geschichten des Friedhofs. Tessa zog einst liebevoll drei verwaiste Löwenjungen auf, als wären es ihre eigenen Welpen. Später rettete sie einem Menschen das Leben, bezahlte dafür jedoch selbst den höchsten Preis, als sie im Kampf von einer hochgiftigen Schwarzen Mamba gebissen wurde.
Mary: Eine Greyhound-Hündin, die dem irischen Ranger G. R. Healy gehörte. Sie starb während einer Patrouille in der extremen Hitze an einem Hitzschlag (heat apoplexy). Aus tiefer Trauer um seinen Lieblingshund veranstaltete Healy eine traditionelle Totenwache in Skukuza, bei der alle Angestellten des Camps lautstark die ganze Nacht hindurch um Mary trauern mussten. Ihr Grabstein aus feinstem Granit steht noch heute dort.
Milo: Seine Geschichte gilt unter den Rangern als besonders aussergewöhnlich. Milo war der treue Jagd- und Schutzhund von Ranger Ledeboer. Bei einer Patrouille griff ein Leopard Ledeboer an und verletzte ihn schwer. Milo stürzte sich ohne Zögern auf den Leoparden, um seinen Besitzer zu verteidigen. Er schaffte es, die Raubkatze in die Flucht zu schlagen, erlag jedoch kurz darauf seinen schweren Kampfverletzungen.
Tiger: Er war ein extrem furchtloser Terriermischling im Besitz des Rangers C. R. de Laporte (nach dem auch die De Laporte Windmühle im Park benannt ist). Tiger begleitete De Laporte auf hunderten Fusspatrouillen durch das dichte afrikanische Bushveld. Seine Spezialität war es, herannahende Raubtiere oder im dichten Gebüsch lauernde Büffel extrem frühzeitig zu wittern und seinen Herrn durch leises Knurren zu warnen.
Beauty: Eine Hündin, die für ihren unbändigen Mut bekannt war. Sie gehörte einem der Assistenz-Wildhüter des Parks und rettete das Camp-Personal mehrmals vor Pavianen und Leoparden, die nachts in die ungezäunten Wohnbereiche der frühen Siedlung eindringen wollten.
Zulu: Ein grosser, kräftiger Jagdhundmischling, der speziell für das Aufspüren von Wilderern in den 1920er und 1930er Jahren ausgebildet worden war. Er war einer der allerersten echten «Anti-Poaching-Hunde» des Parks, lange bevor die modernen K9-Einheiten ins Leben gerufen wurden.
Team Mistermog hat heute die Aufgabe, das Carnet am Numbi Gate zu besorgen, und ich mache nochmals einen Ausflug in den Süden, da es morgen weiter in den Norden geht. Ich nehme also die H1-1, bis ich auf die S114 wechseln kann. Das ist, wie früher mal beschrieben, der alten Bahnlinie nach. Auch diesmal entdecke ich immer mal ein Stück vom Bahndamm, was mich in Gedanken in die alten Zeiten versetzt, wo noch Dampfbetrieb war. Kaum auf der S114 entdecke ich zwei junge Hyänen am Pistenrand, die ganz verdattert schauen, wie eine ganze Bande von Warzenschweinen fast vor ihrer Nase vorbeirennt. Noch sind die Hyänen nicht fähig – doch wehe, wenn sie älter sind. Dann geht es den Warzenschweinen aber an den Kragen.
Ich wechsle auf die S22, um noch einmal hoch zum Stevenson Memorial zu fahren, wofür ich gerne die Untersetzung im Einsatz habe. Es ist still hier zwischen den Felsen, wo ich einige Zeit verweile. Zurück auf der S20 geht es weiter zwischen zwei Koppies durch. Einfach toll hier, leider keine Raubkatzen. Das Wetter lässt zu wünschen übrig, es ist bedeckt. Bei solch einem Wetter ist es meist nicht gut mit Raubkatzen. So kreuze ich die S114 noch und fahre auf der S21 weiter. Die hat sich in den letzten Tagen leider unglaublich verschlechtert. Leider fahren hier einige Menschen viel zu schnell und mit normalem Reifendruck, was die Piste schnell in einen Wellblech-Albtraum verwandelt.
So fahre ich an einem Wasserloch vorbei und entdecke einen Löwenkopf im Gras. Geht doch. So positioniere ich mich etwas besser, um Bilder zu machen, und sehe noch einen Löwen. Dann auf der anderen Pistenseite noch einen. Zum Schluss sind es dann fünf Löwen, die sich hier ausruhen. Was für eine Sichtung! Im Anschluss geht es dann weiter durch eine recht schöne Landschaft, bis ich auf die H4-1 stosse. Ich mache noch den einen und anderen Halt auf der Strecke, um Tiere zu beobachten, und fahre dann zufrieden zurück zum Camp, wo Team Mistermog mit dem Carnet zufrieden wartet. Ein Problem weniger.
Ich habe dann auch noch eine Idee für die kommenden Tage, da sie nun doch früher nach Hause wollen, die gerne angenommen wird. Manchmal kommen mir erst unterwegs die guten Ideen. Heute gibt es Suppe, und ich backe noch ein Brot auf dem Feuer, das dann geteilt wird. So ist die Brotversorgung der nächsten Tage gesichert. Da morgen eine lange Strecke vor mir liegt, wird heute nicht mehr viel passieren. Gute Nacht.
27.6.2026 Samstag, Skukuza – Shingwedzi, Kruger NP
Mal etwas betreffend die Wilderei hier im Kruger Nationalpark: Es wird primär Jagd auf Breit- und Spitzmaulnashörner gemacht, um deren wertvolle Hörner auf dem asiatischen Schwarzmarkt zu verkaufen. Daneben sind Afrikanische Elefanten (wegen des Elfenbeins) und unzählige Wildtiere betroffen, die Opfer von illegaler Schlingenjagd für den lokalen Fleischmarkt werden.
Nashörner (Rhinos): Sie sind das Hauptziel hochorganisierter, international agierender Wilderersyndikate. Das Horn wird in Pulverform in Ländern wie Vietnam und China fälschlicherweise als Medizin oder Statussymbol gehandelt. 2025 waren es 175 Tiere! Die Zahl hat sich zum Vorjahr so gut wie verdoppelt.
Elefanten: Wilderer jagen Elefanten vor allem im abgelegenen Norden des Parks. Das Elfenbein wird meist über korrupte Netzwerke nach Übersee geschmuggelt.
Buschfleisch (Bushmeat): Lokale Wilderer legen tausende Drahtschlingen aus, um Antilopen, Zebras oder Büffel für den Verzehr oder Verkauf zu fangen. In diesen Schlingen verfangen sich unbeabsichtigt oft auch Raubtiere wie Löwen, Leoparden und Hyänen.
Der Begriff K9 (oder auch K-9) ist schlicht ein englisches Wortspiel und steht als Abkürzung für das Wort «Canine» (gesprochen Käi-Nein), was auf Lateinisch und Englisch «Hund» oder «hundeartig» bedeutet. Weltweit wird das Kürzel K9 als universelle Bezeichnung für speziell ausgebildete Diensthunde bei Behörden und Organisationen genutzt.
Das K9 Anti-Poaching-Projekt (auch bekannt als K9 Project Watchdog) setzt je nach Einsatzzweck verschiedene spezialisierte Hunderassen und Kreuzungen ein:
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Belgischer Malinois (Belgischer Schäferhund): Sie sind die Allrounder der Einheit. Sie werden sowohl als Fährtenhunde für frische Spuren (unter drei Stunden) als auch zum Aufspüren und Stellen von Wilderern im Busch genutzt.
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Bloodhound-Dobermann-Mischlinge: Diese Kreuzung kombiniert den extremen Geruchssinn des Bloodhounds mit der Athletik des Dobermanns. Sie können menschliche Fährten verfolgen, die bereits bis zu 30 Stunden alt sind.
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Texanische Black and Tan Coonhounds: Diese Jagdhunde werden in Meuten eingesetzt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie extrem schnell sind und Fährten über weite Distanzen völlig eigenständig ohne Leinenführer verfolgen können.
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Springer Spaniels & Labradore: Diese Rassen arbeiten primär an den Nationalpark-Toren (Gates). Sie sind als reine Spürhunde darauf trainiert, versteckte Waffen, Munition, Elfenbein oder Rhinozeros-Hörner in Fahrzeugen zu erschnüffeln.
So, und was mache ich heute? Es geht auf eine lange Fahrt bis nach Shingwedzi. Das sind gut 270 Kilometer auf direktem Weg. Ich mag es gar nicht so sehr, grosse Strecken zu fahren, aber heute ist es einfach mal so. Der erste Teil ist Routine auf der H3-1 immer Richtung Norden. Ich mache beim Bau der Wildhunde kurz halt, doch da ist kein Lumpi zu sehen. Also weiter, und schon stecke ich im dichten Nebel. Bis zum Picknickplatz ist alles ganz normal, und ich mache einen Zwischenstopp. Abwaschen ist angesagt. Das ist hier sehr praktisch.
Dann weiter, und ich komme zu einem Unfall. Verwickelt ist eine US-Amerikanerin und ein stark betrunkener Schwarzer von hier. Die Amerikanerin hat am Strassenrand gehalten, um Vögel zu beobachten, und der Betrunkene ist in ihr Fahrzeug gekracht. Das war kein schöner Anblick, und der Betrunkene wollte gleich alles abstreiten. In seinem Fahrzeug lagen noch drei Flaschen auf dem Beifahrersitz, und er selbst hatte eine in der Hand. Alles schön fotografiert. Nun fährt die Frau nach Skukuza zur Polizei, und hoffentlich kommt dort alles gut.
Löwen habe ich nun auch schon gesichtet, doch ich muss weiter. Dann der Wechsel auf die H1-4. Ich komme zur grossen Brücke über den Olifants River. Hier ist Aussteigen erlaubt. Ich gönne mir einen Kakao und eine grosse Schnitte Brot. Sitze im Sprinter und gucke so den Fluss und die Leute vor mir an. Vor mir ist eine Gruppe von drei jüngeren Männern, die Bier trinken. Muss das sein, denke ich mir, und dann wirft der eine doch tatsächlich eine Flasche runter in den Fluss. Ich gucke runter und sehe Krokodile. Das darf doch wohl nicht wahr sein, oder? Und da wirft der Zweite seine Flasche auch zu den Krokodilen. Mir bleibt das Brot fast im Hals stecken, und Wut kommt auf. Ich muss hier was sagen und steige aus. Das Nummernschild ist GP, also mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Mietfahrzeug, und in der Tat – die reden Deutsch. Ich stelle die Drei zur Rede, wobei alle zu mir runter schauen. Ich bin gut einen Kopf kleiner. Es kehrt keine Vernunft ein, und sie verdrücken sich. Am liebsten hätte ich sie runtergeschickt zu den Krokodilen, um die Flaschen zu holen. Die Südafrikaner in der Nähe bedanken sich bei mir. Ich bin wütend. Macht das zuhause, wo ihr dafür sicher gelobt werdet, aber nicht hier. Wir sind hier alle Gäste in der Natur.
Gleich nochmals eine nette Löwensichtung nach der Brücke bringt meinen Puls schnell runter. Darauf dann sogar noch eine Wildhundsichtung. Es sind drei Tiere, wobei einer an einem Hinterbein eine Verletzung hat und humpelt. Er humpelt nicht weit und legt sich hin. Ich denke, die Drei sind aus einem Rudel, und die beiden stehen dem Verletzten zur Verteidigung bei, solange es geht. Alles Gute, mein kleiner Freund.
So komme ich erst mal in Letaba an. Das Camp ist geschlossen, doch das Museum ist offen. Es informiert über Elefanten und ist immer einen Besuch wert.
In den 1980er Jahren lebten im Park sieben Bullen, deren Stosszähne jeweils über 50 Kilogramm wogen und mehr als zwei Meter lang waren. Nach ihrem natürlichen Tod wurden die Stosszähne für das Museum aufbereitet. Wenn es dich nicht so interessiert, fahre einfach unten fort. Ich habe die Liste für mich angelegt. Diese ist jedoch nicht vollständig, und es war sehr aufwändig, dazu Informationen zusammen zu tragen – teils Übersetzungen aus dem Museum, Infos von Rangern und auch aus dem Internet.
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Shawu (1926 – 1986): Er besass die längsten jemals in Südafrika aufgezeichneten Stosszähne. Der längere von beiden misst stolze 3,17 Meter. Shawu starb an Altersschwäche im Gebiet Kostini östlich von Shingwedzi, nahe der nördlichen Wasserscheide des Shawu-Tals. Er war bereits einige Zeit krank; gegen Ende seines Lebens wurden sein Zustand und seine Bewegungen täglich mithilfe eines Funksenders überwacht, der an einem Halsband angebracht war. Zum Zeitpunkt seines Todes war er fast 60 Jahre alt.
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Mafunyane: Seine Stosszähne waren zwar etwas kürzer, dafür aber extrem symmetrisch und so perfekt geformt, dass sie beim Gehen den Boden berührten. Mafunyane war der berühmteste der «Magnificent Seven» (der «Glorreichen Sieben») des KNP. Sein Tsonga-Name lässt sich mit «der Reizbare» übersetzen und bezog sich auf die Abneigung und Intoleranz des Elefanten gegenüber Menschen. Mafunyane hatte eine Schulterhöhe von lediglich 327 cm. In seinem Schädel befand sich ein grosses Loch mit einem Durchmesser von 10 cm, das bis in die Nasenhöhle reichte; durch diese Öffnung konnte er atmen. Mafunyanes Überreste wurden am 16. November 1983 nahe dem Zari-Fluss, nordwestlich von Shingwedzi, gefunden. Er starb eines natürlichen Todes und war zum Zeitpunkt seines Todes etwa 57 Jahre alt.
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Shingwedzi (1925 – 1981): Ein markanter Bulle, dessen ein Zahn deutlich kürzer und abgenutzter war als der andere, da er ihn als Werkzeug benutzte. Das Alter eines Elefanten lässt sich anhand des Abnutzungsgrades der Zähne recht genau bestimmen. Bei Shingwedzi war der letzte Backenzahn (Molar 6) stark abgenutzt, woraus sich ein geschätztes Alter von 56 Jahren ergab. Soweit feststellbar, starb er eines natürlichen Todes; er brach unter einem Maulbeer-Feigenbaum am Südufer des Shingwedzi-Flusses zusammen.
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Dzombo (1935 – 1985): Seine Zähne waren fast perfekt gerade geformt. Tragischerweise war er der einzige der Sieben, der 1985 von Wilderern getötet wurde – die Ranger konnten die Zähne jedoch rechtzeitig sichern. Er starb im Oktober 1985 im Kugelhagel aus einer russischen AK-47-Kalaschnikow, abgefeuert von einem Wilderer aus Mosambik.
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Kambaku (1930 – 1985): Ein riesiger Bulle, der vor allem im südlichen Teil des Parks wanderte. Dieser Bulle trug den Namen Kambaku – das Tsonga-Wort für «alter Elefantenbulle» –, was die Ehrfurcht vor einem solch grossartigen Tier zum Ausdruck bringt. Kambaku war über 55 Jahre alt, als er Ende 1985 von dem für das Gebiet Lower Sabie zuständigen Ranger Lynn van Rooyen erschossen wurde. Der Bulle litt sichtlich unter einer Schusswunde, die er sich bei einem Streifzug über den Crocodile River in die benachbarten Zuckerrohrfelder zugezogen hatte. Als er nicht mehr laufen konnte und sein Tod unmittelbar bevorstand, wurde er von seinem Leiden erlöst und erschossen. Seine wunderbar aufeinander abgestimmten, gekrümmten Stosszähne sind klassische Trophäen. Rechter Stosszahn: Länge – 259 cm, Gewicht – 63,2 kg, Umfang an der Lippenlinie – 51 cm. Linker Stosszahn: Länge – 265 cm, Gewicht – 64 kg, Umfang an der Lippenlinie – 52 cm.
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Ndlulamithi (1927 – 1985): Sein Name bedeutet «höher als die Bäume», da er eine aussergewöhnliche Körpergrösse besass. Seine Zähne waren elegant geschwungen und kreuzten sich an den Spitzen.
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Mandleve (1937 – 1993): Mandleve hält den offiziellen Rekord für die schwersten Stosszähne, die jemals im Kruger-Nationalpark gewogen wurden. Zusammen bringen seine beiden Zähne ein unvorstellbares Gewicht von 142,4 Kilogramm auf die Waage (der schwerere Einzelzahn wiegt allein 73,5 kg). Mandleve starb im September 1993 im Alter von etwa 56 Jahren an Altersschwäche. Seine verstreuten Überreste wurden bei einer Zählung aus der Luft westlich des Paul-Kruger-Tors, etwa 10 km von Skukuza entfernt, entdeckt. Die letzte gemeldete Sichtung des Bullen stammte vom 6. Juni desselben Jahres.
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Nhlangulene (1932 – 1987): Über diesen geheimnisvollen Elefanten mit seiner unauffälligen Lebensweise ist nur wenig bekannt. Nhlangulene verbrachte den Grossteil seiner Zeit in dem Wildnisgebiet an der Westgrenze der Sektoren Tshokwane und Satara, wo nur wenige Touristen und Brandschneisen sein Streifgebiet durchquerten.
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Phelwana (1988 gestorben): Phelwana hielt sich häufig im Ranger-Abschnitt Kingfisherspruit westlich von Satara auf. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre gewöhnte er sich an, den westlichen Grenzzaun des Parks zu durchbrechen; daraufhin wurde er oft in Manyeleti und anderen Naturschutzgebieten gesichtet. Im Januar 1988 meldete der Wildhüter Armand Ndhlovu aus dem Gebiet Kingfisherspruit, dass sich der Elefant Phelwana in einer Notlage befand. Sein Zustand war schlecht, und er konnte kaum noch laufen. Man forderte Unterstützung aus Skukuza an und betäubte den Elefanten für eine Untersuchung. Eine Schusswunde im Halsbereich hatte sich entzündet und war vereitert. Zudem hatte das Projektil seinen Kiefer zertrümmert, was die Nahrungs- und Wasseraufnahme extrem erschwerte. Es bestand kaum Hoffnung, ihn zu retten, und so entschied man sich schweren Herzens, ihn einzuschläfern.
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Duke: War jahrelang der grösste lebende Tusker des Parks (gestorben an Altersschwäche).
Zu den bekanntesten und grössten noch lebenden Elefanten, die im Museum namentlich dokumentiert sind und aktiv von Besuchern im Park gesucht werden können, gehören:
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Mamerle (Die absolute Ausnahme): Sie nimmt im Museum einen ganz besonderen Platz ein. Mamerle ist kein Bulle, sondern eine Elefantenkuh. Sie gilt aktuell als die grösste lebende weibliche Stosszahnträgerin (Female Tusker) des gesamten Kruger-Nationalparks und besitzt für eine Kuh aussergewöhnlich lange, elegante Stosszähne. Sie wurde erstmals am 14. August 2004 in der Nähe der Hochwasserbrücke über den Sabie-Fluss gesichtet und fotografiert; sie durchstreift weiterhin die Gebiete um Skukuza und Tshokwane. Auf den ersten Aufnahmen von MaMerle ist sie mit Zwillingen im Alter von etwa drei bis vier Jahren zu sehen, die sie in der Folgezeit regelmässig begleiteten. MaMerle schrieb zudem Geschichte, als sie im Oktober 2007 mit einem weiteren Zwillingspaar fotografiert wurde, bei dem es sich vermutlich um ihren eigenen Nachwuchs handelte. Leider sind die gebogenen Spitzen beider Stosszähne von MaMerle abgebrochen; dies hat die Gesamtlänge jedoch nicht wesentlich verringert, und ihr Status bleibt unverändert.
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Macachule: Ein mächtiger Bulle, der nach dem strengen ehemaligen Feld-Ranger Joe Manganyi benannt wurde und regelmässig gesichtet wird.
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Mshangaan: Ein weiterer gewaltiger Bulle der neuen Generation, benannt nach dem Ranger Mike English, der fliessend die lokale Sprache Shangaan sprach.
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Xidudla: Ein beeindruckender Bulle, der vor allem in der Zentralregion des Parks (oft genau im Dreieck zwischen den Camps Olifants, Satara und Letaba) von Reisenden fotografiert wird.
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Vongani & Ndlovane: Zwei weitere vom Nationalpark offiziell registrierte Emerging Tuskers, deren Stosszähne stetig wachsen und bald die magische 50-Kilogramm-Marke pro Zahn erreichen könnten. Die Stosszähne dieses Bullen sind unregelmässig geformt und ähneln stark denen von Ngonyama, mit dem er häufig verwechselt wird. Der rechte Stosszahn wirkt gerader und länger als der linke; dieser ist nach vorne gekrümmt, wodurch er kürzer erscheint. Von vorne betrachtet stehen sie jedoch weiter auseinander. Ein etwas weniger auffälliges Merkmal ist der bemerkenswerte Mangel an Schwanzhaaren. Der Name «Ndlovane» – was «kleiner Elefant» bedeutet – wurde diesem Elefanten nicht aufgrund seiner Grösse verliehen, sondern wegen seines jungen Alters und seines grossen Potenzials, sich zu einem stattlichen Bullen mit imposanten Stosszähnen zu entwickeln. Der Bulle, der erstmals 2012 gesichtet worden war, wurde über einen längeren Zeitraum beobachtet, bis im Jahr 2014 eine gesicherte Meldung von Coenic Coetzer, einem Mitarbeiter des Kruger-Nationalparks, einging; diese enthielt Aufnahmen, auf denen seine Identifikationsmerkmale deutlich zu erkennen waren.
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Macachule: Ein sehr bulliger Elefant mit dicken, schweren Stosszähnen, benannt nach einem verdienten Kruger-Ranger.
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Mshangaan: Ein majestätischer Bulle, der vor allem in den zentralen und nördlichen Regionen des Parks zieht.
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Xidudla: Einer der derzeit am häufigsten fotografierten Grossbullen. Er hält sich oft in der fruchtbaren Zentralregion auf (nahe Olifants und Satara).
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Vongani: Ein aufstrebender Star unter den Tuskern mit sehr symmetrisch wachsendem Elfenbein.
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Ndlovane: Ein Bulle, dessen Stosszähne eine markante, leicht nach innen gebogene Form entwickeln.
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Khomani: Benannt nach den indigenen Gemeinschaften der Region, bekannt für seine enorme Körpergrösse.
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Nkondso: Ein Bulle mit weit auseinanderstrebenden Stosszahnspitzen.
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Ngonyama: Übersetzt «der Löwe», ein charakterstarker und imposanter Bulle des Nordens. Dieser Bulle hat ein Streifgebiet von durchschnittlicher Grösse. Er ist in dem Gebiet zwischen Phalaborwa und Mopani (Mayumbeni- und Xilawuri-Koppies) bekannt; sein Aktionsradius reicht bis zum Letaba Restcamp. Ngonyama besitzt weit gespreizte Stosszähne; der rechte wirkt aufgrund der Krümmung etwas länger als der linke, doch im Seitenprofil erscheinen sie gleich lang. Auffällig sind eine oder mehrere Wucherungen am oberen linken Rücken sowie ein winziges Loch am Ansatz des linken Ohrläppchens und ein weiteres, ähnlich grosses Loch weiter oben am Ohrläppchen. Zudem ist eine Verdickung am oberen Teil des Rüssels zu erkennen. Ngonyama wirkt friedfertig – er stört sich nicht an der Anwesenheit von Gästen und bietet gute Beobachtungsmöglichkeiten.
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N’wendlamuhari: Besonders auffällig bei diesem Bullen ist sein Elfenbein. Sein linker Stosszahn erlitt vor vielen Jahren einen schweren Bruch; obwohl er seither beträchtlich nachgewachsen ist, besteht ein deutlicher Längenunterschied zwischen den beiden Stosszähnen. Die Bruchstelle am linken Stosszahn hat sich im Laufe der Zeit geglättet und eine recht markante Spitze ausgebildet. Es gibt nur wenige auffällige Kennzeichen an den Ohren, abgesehen von einer V-förmigen Kerbe im unteren linken Ohrlappen.
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Ngunyupezi: «Der, der gerne tanzt». Sein linker Stosszahn ist deutlich länger als der rechte. Eine Besonderheit ist, dass der linke Stosszahn nach hinten gebogen gewachsen ist und verdreht wirkt, was diesen Elefanten zu einer sehr ungewöhnlichen Erscheinung macht. Bei einer neueren Sichtung wurde festgestellt, dass die Spitze seines rechten Stosszahns abgebrochen ist; durch diesen jüngsten Bruch hat er jedoch nicht viel an Länge eingebüsst. Am linken Ohr befinden sich zwei markante Einkerbungen: eine flache, breite, U-förmige Kerbe nahe der Ohrspitze sowie eine weiter oben gelegene, mittelgrosse, quadratische Kerbe, an der ein loses Hautstück zu sehen ist. Vor 2013 handelte es sich hierbei um ein geschlossenes Loch, doch eine neuere Beobachtung durch Don Yunnie ergab, dass dieses aufgerissen wurde und nun eine quadratische Kerbe bildet. Dieser Bulle ist sehr scheu und wird nur selten fotografiert. Er erhielt seinen Namen im Jahr 2008 im Rahmen des «Emerging Tuskers»-Wettbewerbs, bei dem er zudem den zweiten Platz belegte. In jüngster Zeit wird dieser Bulle häufiger gesichtet; er ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Gebiets um Shingwedzi.
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Nwashinangana: «Jemand, der in das Tierhorn bläst». Er verfügt über ein recht grosses Streifgebiet und wurde bereits in den Gebieten der Imbali-(Mluwati-)Konzession sowie bei Kingfisherspruit, Tshokwane und Lower Sabie gesichtet. Nwashingana besitzt unter den bekannten Grossstosszahn-Elefanten („Tuskers») wahrscheinlich das schwerste Elfenbein; seine massiven, dicken Stosszähne stehen zudem weit auseinander. Dieser Bulle weist im rechten Ohr – im mittleren bis unteren Bereich des Ohrlappens – zwei kleine, V-förmige Einkerbungen auf sowie zwei weitere kleine Kerben im oberen Teil des linken Ohrlappens, die etwa 10 cm voneinander entfernt liegen. Sein linker Stosszahn ist länger und weniger stark gekrümmt als der rechte. An der linken Flanke, etwa 50 cm vom Schwanz entfernt, befindet sich ein tennisballgrosses Gewächs.
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Bizane: Bidzane ist dafür bekannt, sich nördlich von Letaba aufzuhalten. Er weist einen grossen, V-förmigen Riss in der Mitte des linken Ohrläppchens sowie ein auffälliges Loch auf – etwa so gross wie eine 2-Rand-Münze –, das sich rund 10 cm unterhalb dieses Risses befindet. Bidzanes Stosszähne sind zwar noch nicht aussergewöhnlich mächtig, doch als junger Bulle hat er das Potenzial, sich entsprechend zu entwickeln. Sein Elfenbein ist recht symmetrisch, wobei der linke Stosszahn eine stärkere Krümmung aufweist als der rechte. Dieser Bulle ähnelt Timaka sehr; erst durch eine Aufnahme von Ms. Arks Smith aus dem Jahr 2006, die die tiefere Position des Lochs unterhalb des Risses im linken Ohr zeigte, konnten die beiden Bullen zweifelsfrei voneinander unterschieden werden. «Bidzane» ist ein Wort aus dem Swahili und bezeichnet das Band mit Zebramuster, das den Hut zierte, den Gus stets zu tragen pflegte. Gus durchlief verschiedene Dienstgrade und beendete seine herausragende Laufbahn am 31. März 1977 als District Ranger der damaligen Region Nord. Leider verstarb Gus am 3. November 1982. Sein Sohn John trat in seine Fussstapfen und ist heute als Naturschutzmanager im Addo-Elephant-Nationalpark tätig.
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Ntombazana: Dieser Bulle wurde vorwiegend im Gebiet von Letaba und Olifants gesichtet, im Bereich der Kreuzung von H1-5 und S46. Er besitzt kräftige, dicke Stosszähne. Besonders auffällig sind die Einkerbungen an seinen Ohren: Am linken Ohr finden sich markante, lochartige Aussparungen, wobei sich etwas oberhalb davon ein Loch von der Grösse einer 2-Rand-Münze befindet. Das rechte Ohr weist im oberen Bereich eine W-förmige Einkerbung auf; zudem sind am unteren rechten Ohrlappen weitere unregelmässige Kerben erkennbar. Im Gegensatz zu seinem Namensvetter scheint Ntombazana Kameras zu meiden. Man hofft, dass im Laufe der Zeit besseres Bildmaterial verfügbar sein wird, angesichts seines kürzlich bestätigten Status in der «neuen Ära».
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MaTrix: Diese Elefantenkuh ist in den Gebieten Tshokwane und Satara des Kruger-Nationalparks anzutreffen. MaTrix‘ rechter Stosszahn ist deutlich kürzer als der linke, doch beide weisen eine für eine Elefantenkuh beachtliche Dicke auf. Die erste Sichtung von MaTrix erfolgte im Jahr 2007 durch Matthew Durrel und Steven Whitfield – einen für den Bereich Tshokwane zuständigen Ranger – aus einem Leichtflugzeug vom Typ «Bantam» heraus. Bei weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass das Tier bereits im Rahmen des «Emerging Tuskers»-Wettbewerbs der Jahre 2006 und 2007 mehrfach gemeldet worden war; zudem war die Kuh bereits markiert worden, um sie beobachten zu können. Angesichts der zahlreichen Sichtungen beschloss man, die Namensgebung zu beschleunigen. Im Jahr 2007 erhielt sie den Namen «MaTrix» – eine Entscheidung, die auf einen Vorschlag von Kollegen zurückging, welche damit Trix Olivier ehren wollten.
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Ngwenya: Ngwenya weist an seinem linken Ohrläppchen eine sehr auffällige, tiefe, U-förmige Einkerbung auf. Weniger auffällig sind an demselben Ohrläppchen eine umgekehrt V-förmige Einkerbung unterhalb der grossen Kerbe sowie eine V-förmige Kerbe weiter unten. Oberhalb der umgekehrt V-förmigen Einkerbung, zur Mitte des Ohrläppchens hin, ist ein kleines Loch von der Grösse einer 50-Cent-Münze sichtbar. Sein rechtes Ohrläppchen weist keine besonderen Merkmale auf, abgesehen von einer sehr kleinen V-förmigen Einkerbung zur Mitte des Ohrläppchens hin sowie einer sehr flachen, langen, U-förmigen Einkerbung im oberen Bereich des Ohrläppchens. Ngwenyas Stosszähne sind stark gekrümmt; im direkten Seitenprofil wirkte der linke Stosszahn stärker gekrümmt und höher als der rechte. Durch einen kürzlichen Bruch am linken Stosszahn wirken die Stosszähne nun gleichmässiger.
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Madolo: Madolo ist dafür bekannt, im Gebiet zwischen Skukuza/Kruger Gate und Pretoriuskop sowie im westlichen Teil von Sabie Sands umherzustreifen. Seine Stosszähne sind weitgehend symmetrisch, wobei der linke etwas länger ist als der rechte. Madolos Ohren sind relativ unversehrt; allerdings weist das linke Ohr kleine, V-förmige Einkerbungen in der Mitte und im unteren Bereich des Ohrlappens auf, und unterhalb der unteren Kerbe ist zudem ein kleines Loch zu erkennen. Der Bulle erhielt seinen Namen im Jahr 2008 im Rahmen der Bewertung für den «Emerging Tuskers»-Wettbewerb von 2007, bei dem er zudem den dritten Platz belegte. Ursprünglich hielt man ihn für einen jungen Bullen, doch neuere Sichtungen haben gezeigt, dass es sich um ein älteres Tier handelt.
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N’watindlopfu: Dieser grosse Bulle hatte einen interessanten Start im «Emerging Tuskers»-Projekt. Eine erste Meldung am 31. Juli 2014 sorgte für grosse Verwirrung, da der Ort der Sichtung unklar war, das Tier jedoch Merkmale aufwies, die denen bekannter Bullen ähnelten. Nach einiger Zeit wurde festgestellt, dass dieser Bulle im Norden und im äussersten Norden des Kruger-Nationalparks umherstreift. Mehrere kürzliche Sichtungen durch regelmässige Beobachter, begleitet von klaren Aufnahmen seiner charakteristischen Merkmale, bestätigten seinen Status als neuen «Tusker» (Elefantenbullen mit grossen Stosszähnen). N’watindlopfu lässt sich an kleinen, U- und V-förmigen Einkerbungen im rechten Ohr identifizieren, die sich über den gesamten Ohrlappen verteilen. Im oberen Teil desselben Ohrlappens befindet sich eine grössere, U- und V-förmige Aussparung. Der linke Ohrlappen weist markantere Zeichnungen auf; ist er vollständig ausgebreitet, wird in seiner Mitte eine breite, umgedrehte U-Form sichtbar. Im unteren Bereich dieses Ohrlappens sind ebenfalls kleine, U- und V-förmige Einkerbungen zu erkennen. Im oberen und mittleren Bereich seines Rüssels ist eine leicht verdickte Hautpartie sichtbar, ebenso wie ein kleines, längliches Gewächs am oberen vorderen Oberschenkel, das von der linken Seite aus zu sehen ist. Seine Stosszähne entsprechen der typischen Kruger-Form: Ein Stosszahn ist lang und eher gerade, während der andere etwas kürzer und stärker gekrümmt ist, wobei die Krümmungen auf unterschiedlichen Höhen verlaufen. Bei ihm ist der rechte Stosszahn der geradere; er weist zudem Anzeichen eines alten Abbruchs an der Spitze auf.
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N’wamisejani: Ihre Stosszähne ähneln denen von MaTrix, da einer deutlich länger ist als der andere und leicht mit diesem verwechselt werden könnte. Der lange Stosszahn von N’wamisejani wächst schräg zum Rumpf und steht leicht seitlich ab. Am linken Ohrläppchen ist im oberen Bereich eine flache, W-förmige Kerbe zu sehen. Am rechten Ohrläppchen befindet sich in der Mitte eine kleine, V-förmige Kerbe.
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Tsotsi: «Tsotsi» erhielt seinen Namen im Rahmen des Wettbewerbs «Emerging Tuskers» (aufstrebende Stosszahnträger) im Jahr 2006. Als bekannter Bewohner der Gegend um das Letaba Restcamp wurde er aufgrund seiner frechen Angewohnheiten in Campnähe schon seit geraumer Zeit beobachtet. Aus diesem Grund entschied man sich, den Bullen nach einem der langjährigen Ranger des Kruger-Nationalparks zu benennen – Abraham «Ample» Espag, der denselben Spitznamen trug. Man geht derzeit davon aus, dass Tsotsi nach Mosambik abgewandert ist. Als Ample seine Laufbahn als Ranger begann, war die Wilderei im Kruger-Nationalpark weit verbreitet; es waren seine unermüdlichen und oft verdeckten Bemühungen, diese einzudämmen, die ihm den Spitznamen «Tsotsi» einbrachten. Ample ging nach vielen Dienstjahren als Sektions-Ranger in den Ruhestand, unterstützte jedoch weiterhin das Team im Tourismusbereich des Camps Punda Maria.
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Mavalanga: Ursprünglich hielt man diesen Bullen für mehrere verschiedene Tiere, da er ein sehr grosses Streifgebiet hat und sowohl in Pafuri und bei Babalala als auch – weit im Süden – bei Bangu im Gebiet des Olifants Trail gesichtet wurde; eine genauere Untersuchung seiner individuellen Merkmale bestätigte jedoch, dass es sich um ein und denselben Elefanten handelte. Mavalanga besitzt sehr stattliche, gebogene Stosszähne und weist am Rüssel eine auffällige Verdickung auf, die an einen Donut erinnert und in der Mitte eine deutliche Vertiefung hat. Sein rechtes Ohr zeigt nahe dem oberen Rand des Ohrlappens ein kleines Loch (etwa von der Grösse einer 2-Rand-Münze) sowie eine kleine, V-förmige Kerbe, deren unterer Teil über die eigentliche Linie des Ohrlappens hinausreicht. Am linken Ohr befindet sich unterhalb der Mitte des Ohrlappens eine markante, breite U-förmige Kerbe; eine ähnlich geformte Kerbe liegt etwas oberhalb der Mitte und wird von einem kleinen Hautfortsatz unterteilt, der normalerweise nur sichtbar ist, wenn die Ohren ausgebreitet sind. Zudem ist an der Spitze des linken Ohrlappens ein kleines Loch (ebenfalls in der Grösse einer 2-Rand-Münze) zu erkennen, wenn man das Tier von vorne oder von der linken Seite betrachtet.
Nun geht es auf der H1-6 weiter, immer noch nach Norden. Ich biege in die S50 nach rechts ab und fahre nun auf einer Piste, die ganz gut ist. Ich komme an diversen Wasserlöchern vorbei und sichte immer mal Tiere wie Elefanten, Zebras, Warzenschweine, Giraffen, Kudus und Affen. Die Piste führt mich immer weiter nach Osten, und so fahre ich nun nur noch 2-3 km entfernt von Mosambik an der Grenze hoch. Die Grenze bildet einen Hügelzug, der recht felsig ist, und eine Stichstrasse führt nahe an die Grenze zum Shibavantsengel-Aussichtspunkt. Der Name stammt aus der lokalen Sprache Xitsonga (Shangaan) und bedeutet übersetzt «Derjenige, der die Zweige abschneidet» oder «Der Zweigschneider». Die Piste ist ruppig da hoch, und ich brauche die Untersetzung, um präzise und kupplungsschonend zu fahren. Oben habe ich einen wunderbaren Ausblick in die Ebene und ein ungutes Gefühl wegen der Wilderer, die gerne von Mosambik einfallen. Haben doch erst vor wenigen Wochen solche Gestalten zwei Touristen umgebracht. Also zurück und weiter nach Norden. Die Piste ist sehr ruppig. Alles im und am Sprinter klappert.
Kleiner Halt beim Grootvlei Dam. Der Name kommt aus dem Afrikaans und bedeutet übersetzt «Grosses Sumpfland» oder «Grosses Feuchtgebiet». Bei so einer tollen Aussicht über den See gönne ich mir eine kleine Pause und was zu essen. Dann weiter zum Nyawutsy Bird Hide. Der Name stammt aus der lokalen Sprache Xitsonga (Shangaan) und bedeutet übersetzt «Die Zehen des Schafs» beziehungsweise «Schafszehen» (von Nyampu/Nyana für Tier/Schaf und vutsi für die Zehen bzw. Klauen). Wenn die Schlammböden rund um das Bachbett und das dortige kleine Wasserloch in der Trockenzeit langsam austrocknen, bricht der lehmige Boden auf. Die entstehenden, tiefen Trockenrisse und die hufartigen Abdrücke der Wildtiere im getrockneten Schlamm erinnern optisch stark an die gespaltenen Klauen oder Zehen von Schafen. Die frühen Bewohner der Region gaben dem Ort daher diesen anschaulichen Namen. Zu sehen bekomme ich ein grosses Krokodil, aber leider keine Vögel. Ist nicht die richtige Zeit dazu. 2023 war der Hide übrigens noch geschlossen. Nun ist er offen, jedoch nicht im besten Zustand.
Weiter im Norden stosse ich auf eine Gedenktafel mit dem Hinweis Dipene. Der Name leitet sich lautmalerisch vom englischen Wort «Dipping» (Eintauchen) ab. Die Gedenktafel und die dortigen Überreste erzählen eine faszinierende Geschichte aus der Zeit vor dem modernen Grenzschutz. Als im Jahr 1938 im südlichen Afrika eine schwere Epidemie der Maul- und Klauenseuche ausbrach, richtete die Parkverwaltung an dieser Stelle einen strategischen Kontrollpunkt ein. Wanderarbeiter und Migranten, die zu Fuss aus dem Nachbarland Mosambik nach Südafrika einreisten (historisch oft «Mafourteens» genannt), mussten an diesem Aussenposten durch ein spezielles Desinfektions-Fussbad schreiten. Damit sollte verhindert werden, dass die Erreger über die Schuhe oder Füsse tiefer in das Land und zu den südafrikanischen Rinderfarmen geschleppt wurden. Neben der Tafel steht ein altes, gemauertes Betonbecken – der originale Tank des Fussbads.
So fahre ich nun – die Piste ist übrigens besser geworden – dem Shingwedzi River entlang und begegne immer mehr Elefanten, die sehr nahe der Piste stehen. Einige Male muss ich warten, bis der dicke Hintern weg von der Piste ist. Nun erscheint endlich das Gate zum Camp, wo ich die Nacht verbringen werde. Der Check-in dauert gefühlt eine Ewigkeit. Das Camp ist übersichtlich, und ich erinnere mich nun: Nicht unter einem Baum zu stehen, hat grosse Vorteile. Hier sind etliche Affen, die rumturnen.
Auf dem Weg zur Dusche sehe ich ein Fahrzeug, das ich von der Reise 2023 her kenne. Es ist ein Iglhaut, eine Generation neuer als meiner, jedoch mit südafrikanischer Nummer und rechts gesteuert. Ben ist der stolze Besitzer, und er berichtet, dass er mich letztes Jahr im Kgalagadi gesehen hat. Natürlich fachsimpeln wir über die guten und die schlechten Seiten und tauschen unsere Adressen aus. Danke, lieber Freund, und weiterhin viel Freude mit dem Iglhaut.
Nun aber schnell noch Administrationsarbeiten erledigen, und dann ist Schlafen angesagt. Gute Nacht.
28.6.2026 Sonntag, Shingwedzi – Punda Maria, Kruger NP
Ich bin nun in der Provinz Limpopo und damit im Norden vom Kruger Nationalpark. Vorher, also im südlichen Teil, war ich noch in der Provinz Mpumalanga. Der Fluss Olifants bildet im Park grob die natürliche Grenze zwischen den beiden Provinzen.
Limpopo ist die nördlichste Provinz Südafrikas. Sie gilt als die «Wiege des Bushvelds» und ist touristisch deutlich wilder, ursprünglicher und weniger überlaufen als der Süden des Landes. Ein faszinierendes Phänomen zeigt sich im Norden der Provinz (in der Gemeinde Thulamela): Die Region gilt als inoffizielle «Blaue Zone» Südafrikas. Hier leben auffallend viele Menschen, die über 100 Jahre alt werden, was Forscher auf die traditionelle Ernährung, die Ruhe und den starken sozialen Zusammenhalt zurückführen.
29.6.2026 Montag, Punda Maria, Kruger NP
Heute mache ich wieder einmal einen Ruhetag und schreibe den Blog für dich.
Morgen ist der March on March Protest in Südafrika angesagt. Es wurde zum nationalen Shut-Down aufgerufen, und es sollen friedliche Demonstrationen gegen illegale Immigration stattfinden. Die March on March Bewegung hat alle Personen, welche sich illegal in Südafrika aufhalten, dazu aufgefordert, bis zu diesem Datum das Land zu verlassen. Obwohl es grundsätzlich um friedliche Demonstrationen geht, ist das Potenzial für gewalttätige Ausschreitungen und Plünderungen sehr hoch, und Polizei sowie private Sicherheitsdienste und selbst das Militär sind in erhöhter Alarmbereitschaft. Es werden sicherlich morgen sehr viel Polizei und teils schwer bewaffnete Sicherheitsunternehmen überall im Land präsent sein.
Die Befürchtung ist, dass es zu landesweiten illegalen Durchsuchungen von Privat- und Geschäftsimmobilien durch die Protestierenden kommen wird, um illegale Migranten aufzuspüren.
Und so bin ich sehr froh, im Kruger Nationalpark zu stehen, und werde davon vermutlich nicht viel bis gar nichts mitbekommen.























Die Übertragungsleistung beträgt 1920 MW bei einer bipolaren Gleichspannung von ±533 KV, wobei die beiden Pole über jeweils eigene Trassen mit eigenen Masten verlaufen. Die Trassen für die beiden Pole verlaufen, wie am Grenzübergang zwischen Südafrika und Mosambik, in einem Abstand von ca. 1,5 km. Durch die räumliche Trennung der Trassen mit möglicher Rückleitung über die Erde ist die Funktion mit halber Übertragungsleistung auch bei Unterbrechung eines Poles möglich. Auf einer Länge von 900 Kilometern mit 4200 Masten verläuft sie in Mosambik nahe der Grenze zu Simbabwe. Auf südafrikanischem Territorium besitzt die Übertragungsleitung eine Länge von 518 Kilometern. Sie erreicht südlich des Grenzübergangs Pafuri das Staatsgebiet Südafrikas

Eine Antwort auf „Kruger NP Teil 5 2026“
Hoi Thomas,
Buerenkriege, Käi-Nein, Tsotsi und vieles, vieles weiteres hochinteressantes und Wissenswertes, nebst den super Bilder. Vielen Dank für diese spannenden Background Informationen.
Als Tsotsi`s wurden in SA (als ich vor 45 Jahren dort war) auch junge Männer, mit einem betont männlichem, teilweise provokantem Verhalten, genannt wobei mir die Bedeutung nie bewusst war. Nun habe ich gelernt was ein Tsotsi ist. Trifft den Kern der Beschreibung genau!
Aufstrebende Stosszahnträger.
Liebe Grüsse aus dem Appenzellerland
A & K