30.4.2026 Donnerstag, Nossob Premium Site (Südafrika)
Heute fängt der Tag mit Regen an, und damit endet er auch. So habe ich keine Lust raus zu fahren und mache Hausarbeit und viel Bürokram. Man glaubt es kaum, aber ich habe unglaublich viel Aufwand am Computer – mehr, als mir lieb ist. So ein Blog macht sich halt auch nicht von selber, dann die GPX-Daten aufbereiten, die Bilder von der Kamera ziehen und auswerten, was dann den Weg in den Blog finden soll, Daten der Dashcam sichern. So bin ich mehr als froh, habe ich so nette Mitfahrer wie das Team «Mistermog», die mich gleich mit verpflegen. An dieser Stelle ein riesiges DANKE. N. Ich kippe die 60 Liter Diesel in den Tank, um in den nächsten Wochen mit weniger Gewicht zu fahren. Vom Team «Mistermog» kommt noch einer mit einer Wasserpumpe, die kräftiger als meine ist, vorbei, und ich mache Versuche, die zu verbauen. Der erste Anlauf misslingt, doch wenn ich mal mehr Zeit habe, versuche ich es nochmals. Morgen soll es nochmals für drei Tage nach Polentswa gehen. Am Abend habe ich noch ein nettes Gespräch nach Kapstadt mit meinem guten Reisefreund Oskar Lehner (https://www.oskarlehnertravel.news/). Er bereitet gerade sein Fahrzeug für die Afrika-Tour vor. Gute Nacht.
1.5.2026 Freitag, Nossob Premium Site (Südafrika) – Polentswa (Botswana)
Früh, wie immer, geht es los. Erst das Permit bei der Rezeption holen und noch einige Kleinigkeiten im Supermarkt kaufen. Dann durch das Gate Richtung Norden. Die Piste ist sehr nass, und es sind immer mal grosse und tiefe Pfützen zu durchfahren. Ich fahre die mit 10 bis 15 km/h, damit die Piste nicht schlechter und das Wasser für die Tiere nicht schlecht wird. Auf der Strecke begegne ich einem Fahrzeug und werde in Schweizerdeutsch angesprochen. Ein sehr nettes Gespräch mit Herbert Smrcek (https://herbertsmrcek.ch/) entsteht. Danke. Dann weiter, ich entdecke Löwenspuren. Grosse Löwenspuren. Also immer gut beachten, falls die mal abzweigen, und tatsächlich: Kurz vor Polentswa kommt mir der Löwe, im Schlepptau zwei Fahrzeuge, entgegen. Ein stattliches Tier, das eine unglaubliche Strecke gelaufen ist und nun den Weg zurück macht. Mit den Leuten in den folgenden Fahrzeugen unterhalte ich mich natürlich auch noch.
In Polentswa fahre ich erst zur Wasserstelle, wo nicht viel los ist wegen dem vielen Wasser, und biege dann in die Piste zum Camp ein. Platz drei wie immer, am Grab von Hans Schwabe vorbei. Diesmal ist übrigens die Kette beim Eingang gespannt. Ich erreiche Platz drei, und ein Löwe kommt mir gerade um die Kurve entgegen – wie letztes Jahr, da hatte ich doch einen Löwen die ganze Nacht bei mir. Dieser verdrückt sich jedoch. Kurz darauf kommt das Team «Mistermog» an, und wir sind komplett. Gegen den Abend fahre ich nochmals raus. Ziel: die Polentswa-Wasserstelle. Noch vor der Abbiegung in die Hauptpiste kommt mir ein weisses Fahrzeug entgegen. Es ist Lily und Thorsten, die zur Lodge fahren. Ich verspreche, nach dem Gamedrive einen Besuch zu machen. Also weiter zur Wasserstelle, und da ist nichts los. Gut, dann weiter nach Norden. Kaum losgefahren, sehe ich einige Grossohrenfüchse – auch Löffelhund genannt. Für ein Bild reicht es nicht, da die zu weit entfernt sind, aber ich freue mich doch, die zu sehen. Weiter sehe ich nochmals einige Gruppen, und so sind es zum Ende 14 Tiere in Gruppen bis 5. Unterwegs sind grosse Herden Springbock – ich schätze um die 300 Tiere und mehr. Dann auch noch Oryx und Kuhantilopen. Die Piste ist immer wieder mit grossen Pfützen bestückt, und bei einigen muss ich sogar eine Umfahrung nehmen. Bei der Picknickstelle kurze Rast zum Strecken, und dann fahre ich auch schon zurück mit Ziel Polentswa Lodge. Habe doch Lily versprochen, einen Besuch zu machen. Bei der Rückfahrt geht gerade der Mond auf – ein super Schauspiel, ich liebe es, diese Stimmung. So ist Afrika. Die Sonne geht langsam hinter dem Horizont unter und verfärbt den Himmel rot. Schön haben sich die Wolken fast gänzlich verzogen. Die Türe zum Hauszelt ist offen, und ich begrüsse die beiden. Eine nette Unterhaltung auf dem Balkon mit Blick auf die Salzpfanne. Das Leben ist einfach unbeschreiblich schön. Es ist dunkel geworden, und ich muss zurück zum Camp Nr. 3. Es soll heute Buletten mit Kartoffeln geben. Darauf freue ich mich. Ich fahre durch die dunkle Nacht mit Vollicht und Lichtbalken auf dem Dach. Es ist nicht toll, bei Nacht zu fahren, und zum Glück ist hier sicher kein Verkehr. Ich sehe einen Hasen davon hoppeln. Dann sehe ich das Licht von «Mistermog», und kurz bevor ich da bin, kommt mir ein Löwe entgegen. Der ist die Piste entlang gelaufen, also keine 30 Meter von N., der bei der Aussenküche die Buletten brutzelt. Ich versuche noch mit meinem Seitenlicht und einer Taschenlampe das Tier genauer zu sehen, doch die dunkle Nacht hat es verschluckt. N. hat natürlich das Tier nicht gesehen. Zum Glück hatte der Löwe keine Lust auf Buletten oder Oberschenkel. So geniessen wir das Abendessen, und ich ziehe mich bald zurück, um meine Erlebnisse vom heutigen Tag für dich in die Tastatur zu klopfen. Gute Nacht.
2.5.2026 Samstag, Polentswa (Botswana)
Früh wie immer hoch. Diesmal fährt Team «Mistermog» sogar vor mir. Der Morgen zeigt sich in schöner Stimmung mit Nebel. Die grossen Herden geniessen sichtlich das saftige Futter. Leider entdecke ich keine Raubkatzen. Ich fahre zusätzlich die kleine Runde um die Salzpfanne, die diesmal viele Tiere beherbergt. Kurz vor 10 bin ich dann fast bei meinem Stellplatz und entschliesse mich zum Platz Nr. 1 zu fahren, wo ein weisser Landrover steht. Es ist ein grosser Mann aus Kapstadt, und wir haben ein super interessantes Gespräch. Für mich eine geniale Geschichtsstunde über Südafrika und einen tollen Einblick in sein Leben. Ich danke dir dafür und werde dich sicher in Kapstadt besuchen. Der Nachmittag ist ruhig, und ich geniesse ein Nickerchen. Die Sonne hat wieder richtig Kraft, und das Thermometer im Sprinter zeigt gerade 28,9 Grad und 495 ppm Co2 sowie 34,1 % Luftfeuchtigkeit. Also für mich angenehm. Ich merke, dass die Zeit hier in Polentswa langsam zu Ende geht. Auf der einen Seite bin ich traurig, auf der anderen Seite gespannt, was Neues auf mich zukommen wird. Noch habe ich ja einen Tag. Wie ist eigentlich der Kilometerstand seit der Abfahrt in Windhoek? Genau 3’474 km bin ich schon gefahren.
3.5.2026 Sonntag, Polentswa (Botswana)
Sonntag oder nicht Sonntag. Hoch und ab zur Wasserstelle. Dort ist Ruhe. Weiter bis zum nahen Picknickplatz. Bis jetzt noch nichts Erwähnenswertes gesehen. Ich gucke den Unimog von Team «Mistermog» an und sehe, wie das Reserverad lose auf dem Dach liegt. Ich fahre nach dem Frühstück weiter mit Ziel «Grosse Schlaufe». Ich fahre in die Schlaufe ein und dann ganz langsam. Etwa in der Hälfte sehe ich eine Bewegung im Augenwinkel. Ich mache eine Tüpfelhyäne aus. So stehe ich an dem Platz längere Zeit und geniesse den Anblick. Später zurück auf der Hauptpiste auf dem Weg zurück zum Camp treffe ich meine lieben Freunde aus Pretoria. Sie haben «Floppy Ear» gesehen. Ihn kenne ich schon sehr lange, also fahren wir zur Stelle, wo sie ihn gesehen haben. Auf dem Weg halten sie ganz rechts an? Ich fahre langsam näher und sehe nichts. Dann fahre ich neben ihr Fahrzeug und frage, was sie sehen. Die nette Frau auf der Rückbank guckt mich etwas gequält an und sagt nur etwas abschätzig: «Flowers.» Anscheinend fotografiert sie nur Tiere, und er auch Blumen. Nun muss ich dazu was erklären: Wenn Südafrikaner hier auf der Pirsch sind, sitzen die meist nicht nebeneinander vorne, sondern eine der beiden sitzt hinten. Damit können beide auf beiden Seiten gut fotografieren. So, das wäre auch mal erklärt. Nun kommen wir zu «Floppy Ear»: Er zeigt sich sogar kurz, aber für ein Bild reicht es leider nicht. Oh, ich habe ganz vergessen zu schreiben, wer das eigentlich ist. Das ist ein wirklich mächtiger Löwe, der mal was auf der linken Seite abbekommen hat und nun hängt sein Ohr etwas, was ihn unverwechselbar macht. Ich unterhalte mich noch einige Zeit mit meinen Freunden und erfahre so einiges über das Leben und Südafrika sowie deren Meinung über Europa, die fast immer die gleiche ist. Nein, das schreibe ich hier nicht hin.
Auf der Weiterfahrt finde ich noch ein angerissenes Nummernschild, das ich mitnehme. Die Tiere brauchen das nicht. Ich gebe das dann morgen in Nossob ab.
Zurück auf der Campsite steht «Mistermog» schon da. Auch sie haben «Floppy Ear» gesehen und sogar einige Bilder machen können. Nun ist es für mich eindeutig der richtige Löwe. Erst was essen, da es doch schon Nachmittag geworden ist. Blog schreiben, Thermoskanne reinigen, Joghurt griechischer Zubereitung (mit Honig und Walnüssen) geniessen und einiges am Fahrzeug machen. Und dann öffne ich noch zwei «Featurerequest» über Github (https://github.com/osmandapp) bei OSMand+ (https://osmand.net/de/), meiner Navigationssoftware. Ich mache solche Sachen regelmässig, damit die Software noch besser wird. Ein riesiges DANK an dieser Stelle an das tolle Team.
Kurz nach vier nochmals raus und gleich an den Ort, wo der Löwe liegt. Ich sehe in weiter Entfernung gerade mal eine Pfote über den Büschen, also liegt er noch da. Nach über einer Stunde kommt dann Bewegung ins Spiel, und dann steht er sogar auf. Gähnt, was das Zeug hält, und läuft ein paar Schritte. Mehr wird es heute nicht mehr, und ich muss zurück zum Camp, denn es ist schon fast 18 Uhr, und ab dann darf man nicht mehr im Park rumgurken.
4.5.2026 Montag, Polentswa (Botswana) – Nossob Premium Site (Südafrika)
Der Abschied vom schönen Platz in Polentswa fällt nicht leicht, trotz dem Regen, der gerade fällt, als ich Tisch und Stühle einpacke. Lily und ihr Mann halten auch noch kurz am Platz; wir werden uns hoffentlich in Twee Rivieren nochmals sehen. Dann also los runter nach Nossob. Die Piste ist meist gut mit wenig Wellblech, dafür immer noch einige mehr oder weniger grosse Pfützen, die ich nicht immer umfahren kann. Auf der Fahrt runter habe ich leider keine Sichtungen, dafür einen tollen Regenbogen, der mich erfreut. In Nossob komme ich früh an, und mein Premium-Platz ist noch nicht sauber gemacht worden. Ich stehe auf dem normalen Camping und werde von einer sehr zierlichen älteren Frau angesprochen. Sie ist auch alleine unterwegs, und wir erzählen uns gegenseitig einige der vergangenen Erlebnisse. Vielen Dank für das sehr nette Gespräch. Am Mittag kann ich den Platz dann beziehen und fange mit Wartungsarbeiten am Fahrzeug an. Der Boden ist dreckig und muss dringend nass gewischt werden. Hier ist heisses Wasser verfügbar, und es macht Spass, das zu machen. Ich mache auch gleich noch die Lichter und Reflektoren sauber, da ich ja bald auf normalen Strassen unterwegs sein werde. Ich warte den späteren Nachmittag ab und fahre dann um 16 Uhr nochmals raus. Ich habe die Hoffnung, was Schönes zu sehen.
5.5.2026 Dienstag, Nossob Premium Site (Südafrika) – Twee Rivieren (Südafrika)
Ui, das wird die letzte Fahrt durch den Park für diesen Aufenthalt. Abschied bei der Rezeption, und los geht es. Bis zum ersten Picknickplatz total unspektakulär, doch die Landschaft fesselt mich bei jeder Fahrt. Also weiter die nächste Etappe, und kurz nach der Abfahrt sehe ich drei Löwinnen rechts in den Büschen, alle mit Blick zu mir. Wenige Meter weiter sehe ich dann den männlichen Löwen und gleich neben ihm ein Oryx-Kill. Dann sind ja alle satt hier. Kurze Zeit später noch eine Löwin, doch das war es dann auch schon. Die Fahrt war wunderschön. Nun also zur Rezeption, um die Botswana-Plätze zu zahlen. Ich darf um 17 Uhr nochmals antraben.
So mache ich mich auf dem nahen Camping bereit für die morgige Fahrt. Kameras und GPS sowie Dashcam auslesen und den Blog vorbereiten. Den Reifendruck habe ich schon auf 3,6 Bar erhöht. Diesel habe ich genug. Abendessen gemütlich im nahen Restaurant – immer lecker und sicher auch genug. Gute Nacht.
6.5.2026 Mittwoch, Twee Rivieren (Südafrika) – Upington (Monate Lodge)
Eigentlich ist es ja nur knapp 250 km, und schon ist man auf dem «Monate Lodge»-Camp. Eigentlich. Also von Anfang an: 7:30 hoch und dann schnell die beiden Koordinaten für heute an das Team «Mistermog» geben. Schon geht es zum Zoll. Nochmals Tschüss sagen bei den Leuten von Botswana und einen Stempel von den südafrikanischen SANPark-Leuten machen lassen. Die prüfen, ob auch sicher alles bezahlt ist, bevor man sich hier verdrückt. Es ist alles ok, und so fahre ich zur Schranke. Der nette Herr an der Schranke macht die auch gleich hoch. Die Zollabfertigung habe ich ja schon vor Wochen gemacht. So gefällt mir das. Nun also mit lockeren 80 km/h die erste Etappe von ca. 60 km fahren. Ich bin glücklich, durch so eine schöne Gegend fahren zu dürfen – ein Privileg. Am Ziel der ersten Etappe sind zwei Tankstellen, die mir jedoch zu teuer vorkommen. Ich habe genug Treibstoff, um bis nach Upington zu fahren. Die Fahrt bis hierhin war saukalt. Draussen 5 Grad, und meine Heizung geht nur, wenn ich den Hauptschalter im Motorraum umlege – ein Wasserhahn, damit ich die Heizung 100 % abstellen kann. Das ist eines der neuen Features für diese Reise. Vorher hat es immer etwas zugeheizt, und das ist bei 40 Grad mühsam. Also schalte ich ein und warte noch auf Team «Mistermog». Ich verabschiede mich und fahre nun mit ca. 100 km/h dem Tagesziel entgegen. Am Gate bezahle ich gleich für alle drei und beziehe einen schönen Platz. Ein Blick auf den Tracker sagt mir, ich habe einige Zeit, bis Team «Mistermog» kommt. So mache ich Wartungsarbeiten. Zum einen geht der Warnblinker nicht. Verschalung weg und reinigen – geht immer noch nicht. Sicherungen sind auch alle gut. Das eine Relais klackert seltsam schnell. So tausche ich es mit einem baugleichen – keine Besserung. Nochmals reinigen. Nun geht auch der normale Blinker nicht mehr. Hast du fein gemacht, Thomas. Ich bekomme es nicht mehr hin. So werde ich die Tage eine eigene Blinklösung bauen. Dazu brauche ich Kabel, ein Blinkrelais und einen Dreifachschalter – und einiges an Zeit. So lasse ich alles ruhen und gucke, wo Team «Mistermog» steckt. Die sind nun schon verdächtig lange bei einer Salzpfanne. Meine Gedanken: Die werden da was essen. Was wirklich war: Der Mog läuft nicht mehr. N. hat den Tank umgeschaltet, und dann war Ende Feuer. Es wird Hilfe organisiert, die den Mog tatsächlich zum Laufen bringt, und so fahren die beiden bis vor das Gate, und da ist das erneut Ende. B. kommt zu meinem Platz und erzählt, was los ist. So mache ich mich auf zum Gate. N. hängt schon unter der Motorhaube und guckt. Die Stimmung ist angespannt. Ich gucke auch mal rein und sehe viel Luft im kleinen Dieselfilter. Das kenne ich von meinem Fahrzeug. Die Luft muss raus. Super ist die Pumpe so richtig scheisse versteckt montiert. Es scheint zu klappen: Die Pumpe geht plötzlich etwas schwerer, nachdem ich die Dieselleitung gelöst und die Luft entwichen ist. Schraube fest. Ein gutes Zeichen. Start, Motor läuft – für zwei Minuten, dann ist er aus. Im Filter Luft. Ach ja. Mittlerweile kommen noch zwei Herren vom Camp und fragen, ob sie helfen können. Der eine scheint auch was von Dieselmotoren zu verstehen. Auch er hat das gleiche Vorgehen – nur kurzer Erfolg. Ich bin sicher, die Luft kommt von der Leitung zwischen Tank und Pumpe/Filter. Meine Idee ist nun, da der eine Tank fast leer ist, diesen mit Diesel vom vollen Tank zu füllen. So hole ich einen Kanister und meine Dieselpumpe. Schnell 20 Liter in den Tank, und N. kann auf den fast leeren Tank umschalten. Das gleiche Spiel nochmals mit Pumpen und entlüften. Diesmal löse ich auch die Schraube vom grossen Filter, und es entweicht viel Luft. Die Handpumpe geht schwerer – sehr gut. Also Start. Erst zögerlich, mit viel weissem Rauch und Getöse, läuft die Maschine erst unruhig und dann nach einigen Minuten gewohnt ruhig. Was mir immer noch nicht gefällt, sind die kleinen Luftblasen im kleinen Filter. Der ist nämlich falsch montiert – er liegt horizontal, und so bleibt die Luft immer da. Der muss vertikal stehen mit Flussrichtung nach oben. Doch das ist eine andere Baustelle, wenn ich mal Zeit und Lust dazu habe. So fährt der Mog neben mir auf den Platz, und der Tag ist gerettet. Eigentlich wollte ich heute in die Badewanne steigen. Ja, dieser Campingplatz hat eine Badewanne. Doch daraus wird nichts, und ich gönne mir nach dem Einräumen vom Material eine heisse Dusche. Blog schreiben, Abendessen, Lagebesprechung und Koordinaten an das Team «Mistermog» für morgen geben – und das war es für heute. Morgen ist sehr viel auf dem Plan.
7.5.2026 Donnerstag, Upington, volles Programm
Ein volles Programm steht auf der Liste. Upington ist nicht weit, und «Mistermog» wie auch ich haben viel zu erledigen. Dann mal los. Ich fahre gleich zu einem Zahnarzt – es soll doch wirklich mal gemacht werden. Der ist zu. Gut, fahre ich zum nächsten mit dem Namen Dr. Fick. Leider keine Zeit und über Wochen ausgebucht. Nächster Versuch, auch Fehlanzeige. Erst Zahnarzt Nummer 4 hat mit mir Erbarmen. Für morgen habe ich einen Termin um 8 Uhr. Nun denn, fahre ich zu Mercedes, um das wegen dem Blinker zu zeigen. Fehlanzeige, die Firma ist nicht mehr da. Um die Ecke ein Autoelektriker. Der macht mir keinen guten Eindruck, und so entschliesse ich mich, die Sache selber zu machen. Der Plan ist, eine komplett neue Blinkeinrichtung zu bauen mit einem schönen Kippschalter am Armaturenbrett. Dazu brauche ich Material: zwei Spulen Kabel in unterschiedlicher Farbe – einmal für links und einmal für rechts. Was noch? Ein Blinkrelais aus dem Autobau. Das bekomme ich bei Midas, einem Händler, der gut bestückt ist. Dort bekomme ich auch die Ersatzbatterien für mein Messgerät und für meine Reifendruckmessanlage. Natürlich auch einen schönen Kippschalter. Leider bekomme ich hier keinen 200-Ah-LiFePo4-Akku. Das bekomme ich vermutlich in einigen Tagen da, wo ich die schon mal erworben habe. Nun noch was essen im Einkaufszentrum und gleich einige Dinge einkaufen. Dabei ist auch ein kleiner Elektroofen mit 700/1400 Watt Leistung. Dann aber los auf den Campingplatz. Der liegt gegenüber von der Kaserne vom 8ten Südafrikanischen Infanterie-Bataillon. Ich fühle mich hier sicher. Auf dem Gelände läuft gerade eine Versteigerung von Ziegen und Schafen. Hätte ich nicht so viel zu tun, würde ich mal gucken gehen. Ich bin ja in wenigen Tagen nochmals hier, dann mache ich das. Nun los, der Aufbau der Blinkanlage ruft. Den Plan dazu habe ich im Kopf, er muss nur umgesetzt werden. Als Erstes kommt der Kippschalter auf das Armaturenbrett. So ein Stufenbohrer ist eine feine Sache. Kabel ran und die bis zum Fahrersitz verlegen – das ist Schritt 1. Dann unter dem Sitz das Relais verbauen und an die Kabel anschliessen. Gleich noch mit 12 V versorgen. Die erste Stunde ist durch. Nun kommt die Neuverkabelung der Vorderblinker. Aufwändig ist das Durchschieben der Kabel durch die Muffe im Motorraum. Dann links und rechts zu je zwei Blinkern – im Fahrerraum auch noch sauber verlegen bis zum Fahrersitz. Anschliessen und gleich testen. Jawolle, es blinkt. Die zweite Stunde ist durch. Nun muss ich das ganze Material im Heck ausladen, Kabel verlegen bis zu den Hecklampen und dort anschliessen, das andere Ende unter dem Sitz anschliessen und testen. Ich bin unbesiegbar (Insider-Witz, 007). Nun alles wieder einräumen – und damit ist die dritte Stunde durch. Batteriewechsel bei einem Radsensor liegt auch noch drin. Nun kommt Team «Mistermog» angefahren. Die waren auch erfolgreich. Dann fahren wir doch gleich noch zur Tankstelle. Bei der nahen LKW-Tankstelle bekommen wir top Diesel zu gutem Preis, und da ist auch meine Lieblingsbäckerei – ein Sauerteigbrot und Hefeschnecken. Lecker. «Mistermog» hat einen undichten Simmerring. Da bietet sich die LKW-Werkstatt gleich an, das zu erledigen. Die fangen auch gleich an. Beim Sprinter werden die Kardanwellen gefettet, und das Fahrzeug wird gewaschen. Ich entschliesse mich, zum Camping zu fahren. Team «Mistermog» richtet sich auf eine Werkstattübernachtung ein. Zurück beim Camp pumpe ich noch die Reifen auf den genauen Druck und schreibe Blog. «Mistermog» kommt doch noch – die Arbeiten sind erledigt: Neuer Simmerring im Vorgelege inkl. Ersatzteilbeschaffung. Fetten und Fahrzeug waschen ist auch gemacht. Das ist eine wahre Superwerkstatt. Ich bin erschöpft. Morgen Zahnarzt – ich muss ins Bett. Gute Nacht.
Nachtrag zu Upington:
Die Stadt wurde 1873 gegründet und hiess ursprünglich Olyvenhoutsdrift (wegen den vielen Olivenbäumen). Sie wurde dann nach dem Kap-Premierminister Thomas Upington umbenannt. Hier war während der Apartheidzeit das laufende Atomprogramm (1970–1980). Es wurden nördlich von Upington in der Kalahari-Wüste zwei Schächte (216 und 385 Meter tief) für unterirdische Atomtests gebaut und später ungenutzt abgebaut und abgeriegelt. Der Standort wurde 1977 von sowjetischen Spionagesatelliten entdeckt und vom US-Geheimdienst verifiziert. Südafrika produzierte sechs Atomwaffen und arbeitete an einer siebten, dann wurde das Programm beendet. Somit ist Südafrika das einzige Land der Welt, das Atomwaffen entwickelt und freiwillig abgegeben hat. Der Bau und die 30 Gramm Tritium wurden mit einem Handel mit Israel möglich.
Interessant ist dabei der sogenannte «Vela-Vorfall» vom 22. September 1979. Da wurde vermutlich ein Atombombentest im Indischen Ozean durchgeführt, der nie bestätigt wurde (Operation Phoenix). Der Satellit zeichnete einen typischen Doppelblitz auf.
8.5.2026 Freitag, Upington – Augrabies NP (und erst noch zum Zahnarzt)
Erneut ein gut gefülltes Programm steht für heute auf der Liste. 7 Uhr hoch und alles vorbereiten für den Tag – Routenplanung usw., obwohl ich die Strecke schon mehrfach gefahren bin. Ich überlasse ungern so was dem Zufall. Dann geht es los. Um 8 Uhr habe ich ja meinen Termin bei der Zahnärztin Dr. Jeanette Booysen. Sie war meine vierte Anlaufstelle für einen Termin, und die sehr nette Dame an der Rezeption hatte vermutlich Erbarmen mit mir. So fahre ich, stolz mit meinem neuen Blinker, durch die Stadt an das östliche Ende, wo die Praxis liegt. Ich werde gleich willkommen geheissen, und nach einigen Formalitäten geht es in das Behandlungszimmer, das sehr modern eingerichtet ist – sogar ein Monitor, auf dem Trickfilme laufen, hängt an der Decke. Das schlage ich meinem Zahnarzt seit Jahren vor. Gut, dann kommt die junge Ärztin und schaut mein Problem erst mal an. Sie meint, das ist keine grosse Sache, und ich bin schon mal erleichtert. Erst wird etwas gebohrt. Dann sollte die Bohrstelle trocken sein, und ich fange an zu würgen – das ist nicht mein Spezialgebiet. Nach drei Anläufen und Pausen gelingt es dann, und schon ist der Zahn repariert. Die Kosten sind für meine Reisekasse nicht so schlimm – wir reden hier von ca. 50 CHF. Etwas beduselt laufe ich nach dem Zahlen und Verabschieden raus aus der Praxis und muss mich erst im Sprinter etwas erholen. Dann soll es nun doch weitergehen, ist mein Tagesziel doch etwas entfernt. So fahre ich östlich aus der Stadt raus, wobei der Solarturm «Khi Solar One» (2016) immer im Blick ist, ja sogar blendet. Ein sogenanntes CSP (Concentrated Solar Power)-Kraftwerk. Das Interessante dabei ist: Solche Kraftwerke können auch noch nachts Strom liefern! Es ist mit 50 Megawatt Leistung der erste Turm (205 Meter hoch) Afrikas. Riesige Spiegel (total 576.800 m² Spiegelfläche) leiten das Sonnenlicht auf die Turmspitze. Das Kraftwerk ist eine Weiterentwicklung vom in Spanien stehenden PS10 (2007) und PS20 (2009). Gebaut von der spanischen Firma Abengoa (2015 insolvent), wobei es 2014 zu einem tödlichen Unfall gekommen ist, bei dem zwei Menschen ihr Leben verloren haben. So wurde das Kraftwerk 14 Monate später als geplant in Betrieb genommen. Neben dieser Anlage stehen auch noch «Sirius Solar PV Project One» (2020) und «Dyason’s Klip 1 (2020) und Klip 2 (2020)».
Sirius ist ein Solarkraftwerk mit 86 Megawatt Leistung und besteht aus 277’500 Solarpanelen von der Firma «BYD Electronic». Daran angeschlossen sind 37 «Sunny Central 2200»-Wechselrichter der Firma «SMA Solartechnologie».
Das «Dyason Klip 1»-Solarkraftwerk mit 86 Megawatt Leistung besteht ebenfalls aus 277’500 Solarpanelen mit je 310 Watt Leistung. Auch die gleichen Wechselrichter aus Deutschland sind verbaut. Das «Dyason Klip 2»-Solarkraftwerk ist baugleich.
Das musste ich natürlich etwas näher anschauen und bin in eine Strasse, die zum Kraftwerk führt, eingebogen. Beeindruckend.
Und wenn das schon unglaubliche Zahlen sind: Südlich von Upington, nahe Kenhardt, da steht ein Solarkraftwerk mit sagenhaften 540 Megawatt 2’000’000 Solarpanelen) und einem Lithium-Akkuspeicher von 1’140 Megawatt/h. Der Akku speist jeden Tag von 5 bis 21:30 Uhr (16,5 Stunden lang) konstant 150 Megawatt in das Netz.
Dann zurück zur Hauptstrasse, die kurz nach Lutzenburg über den mächtigen Orange River führt. Wegen den Wassermassen komme ich nicht aus dem Staunen heraus. Normal führt der 2160 km lange Fluss etwa 158 m³/s Wasser, und nun fliessen 2’200 m³/s. Da bin ich ja mal gespannt, wie der Wasserfall ausschaut. Der Fluss entspringt übrigens in Lesotho auf 3’150 Meter Höhe in den Drakensbergen. Kurz darauf biege ich ein in die R359, die nach Augrabies führt. Am Parkeingang ein freundlicher Herr, der ein Formular ausfüllt und mir mitgibt – das soll ich an der Rezeption abgeben. Nach einigen Kilometern und einigen heftigen Bodenschwellen bin ich bei der Rezeption und werde sehr freundlich empfangen. Da ich die WildCard habe, kostet es keinen Eintritt, und für die kommenden vier Tage habe ich natürlich schon eine Buchung, die bezahlt ist. Meine Freunde vom Team «Mistermog» kommen etwas später. Auf meiner Webseite sehe ich immer schön, wo sie sind – praktisch. So fahre ich im wunderschönen Camp an einen aus meinen Augen gut geeigneten Platz und stelle schon mal Tisch und die Stühle bereit. Mache etwas Wartung am Fahrzeug und geniesse den tollen Ort. Etwa eine Stunde später trifft «Mistermog» ein und berichtet mir, dass die ganzen Arbeiten von gestern Abend kostenlos waren – und das inklusive der intensiven Fahrzeugreinigung. Das ist ja mal eine super Überraschung. Gemeinsam erkunden wir die Aussichtspunkte mit tollem Blick auf die gewaltigen Wasserfälle. So heftig habe ich die noch nie erlebt. Nun, der Abend klingt mit einem leckeren Essen im nahen Restaurant aus, und so schreibe ich noch ein paar Zeilen. Der Blog ist schon gross geworden, und ich sollte ihn bald hochladen, damit du mit dabei sein kannst. Morgen werde ich mich um das Bildmaterial kümmern.
Noch eine kleine Information: Seit ich nun auf dieser Tour auf südafrikanischem Boden unterwegs bin, bewege ich mich immer in der Provinz «Northern Cape», der grössten und am wenigsten besiedelten, mit der Hauptstadt Kimberley. Hier wird vor allem Afrikaans (85,5 %) gesprochen. Noch genauer bin ich immer noch im Distrikt «ZF Mgcawu (früher Siyanda)». Davon ist dann Upington die Hauptstadt. Auf diesem Gebiet liegen die beiden Nationalparks «Kgalagadi-Transfrontier-Park» und «Augrabies-Falls». Der Erste liegt dann in der Gemeinde «Dawid Kruiper». In dieser Gemeinde leben mit 2,3 Menschen pro km² gleich wenig Menschen wie in der Mongolei. Der Zweite liegt in der Gemeinde «Kai !Garib». Die ! stehen dabei jeweils für die Klicklaute in der lokalen Sprache.
Erkenntnis des Tages: Die neue Blinkanlage vom Sprinter funktioniert einwandfrei. Leider ist das Relais zu leise, und ich vergesse sie schon mal auszuschalten. Somit: Alles ist möglich.







































2 Antworten auf „Kgalagadi 2026 Teil 4“
My good friend.
This is Dr. Phillip, the spanish friend you found at Urban Camp last year. It is really amazing follow your adventures. This year I have some health issues to fix. Not easy ones. At least I have to stay at home (Girona, Spain) for 6 months…because traitement. And then will see how is going.
My medical prognosis isn’t very good.
Enjoy for me and my wife Hortensia.
Hola, mi querido amigo Phillip. Te deseo mucha fuerza y una pronta recuperación. Me encantaría volver a verlos a todos, y especialmente a ti, en alguno de mis próximos viajes.