Nachtrag zum letzten Blog. Es hatten sich falsche GPX-Daten in die Karten geschlichen. Das ist nun behoben. Die Karte ist auch zur besseren Übersicht pro Tag aufgeteilt und dem jeweiligen Tag zugeordnet. Als zusätzliche Sonderfunktion ist auf Wunsch jedes GPX-File zum Download bereit. Dazu einfach in die Karte gehen. Rechts oben ist ein Menü, in dem der Track gelistet ist (lezte Zeile). Da dann ganz rechts besteht die Möglichkeit für einen Download. Viel Spass damit.
11.4.2026 Samstag, Nossob (Südafrika) – Rooiputs (Botswana)
Wie immer ist der Start auf 7 Uhr angesetzt. Gleich zur Rezeption, um das Permit zu holen, und ich versuche noch, etwas zu buchen für meine Freunde, was auch wirklich klappt. Alle Versuche letzte Nacht schlugen fehl. Das Buchungssystem von SANparks ist wirklich ein Graus. Aber es geht ja noch schlimmer. Das System, ist es überhaupt ein System, von Botswana. So, genug gemeckert. Also los, durch das Gate zur ersten Wasserstelle Richtung Süden, denn das Ziel von heute ist Rooiputs auf dem Boden von Botswana. Im nassen Sand entdecke ich immer wieder Löwenspuren. Nicht eine, sondern viele. Die können noch nicht weit sein. So fahre ich weiter und kurz darauf sind 9 Löwen auf dem Hügel zu sehen. Leider schon zu weit weg, um gute Bilder zu machen. Also weiter bis zum schönen Picknickplatz. Der Mog vom Team «Mistermog» kommt auch schon und ich bin etwas schockiert betreffend dem Reifendruck, denn der ist extrem niedrig bei der Vorderachse. Ich suche gleich nach dem Problem und entdecke ein Loch in der Flanke vom rechten Vorderreifen. Der Luftverlust ist beträchtlich und durch das Walken ist der Reifen so heiss, dass er kaum berührt werden kann. Ich frage, ob sie diese Würmer und einen Aal haben, um das Loch zu stopfen. Klar, und so setze ich Wurm für Wurm, bis es so gut wie dicht ist. Ganz dicht bekomme ich es nicht hin. Danach gönne ich mir ein ausgiebiges Nickerchen, bevor es weitergeht. Ein Blick zum Himmel lässt Böses erahnen. Richtig dunkle Wolken ziehen auf. Wir fahren los und stehen schon bald einem massiven Starkregen ausgesetzt gegenüber. Die Piste verwandelt sich innerhalb kürzester Zeit in einen reißenden Bach. Ich fahre extrem vorsichtig im Wasser, da ich damit sehr schlechte und teure Erfahrungen gemacht habe. Anstelle von 50 km/h geht es nun mit 15 km/h voran. Einmal geht es einen Hügel hinauf und da ist es schon eher ein Sturzbach und die halbe Fahrbahn mittig weggerissen. Vorsichtshalber lege ich den 4×4 ein und komme gut hoch. Die Furche, die das Wasser weggespült hat, ist schon beachtlich tief. Oben auf der Fläche lege ich einen Halt ein, um den Reifen von «Mistermog» zu kontrollieren. Es geht noch. So fahren wir weiter bis zum nächsten Picknickplatz. Kleiner Halt und es zischt wie verrückt unter dem Mistermog. So kann das nicht lange gutgehen. Also plane unter den Mog und da es gerade fast nicht regnet, ist es halb so schlimm. Die eine Schraube mit dem Druckschlauch ist erneut locker. Also nachziehen. Es zischt immer noch. Bei der Hupe ist der Druckverlust auch sehr gross. Wir finden ein passendes Teil im Werkzeugkasten, um den Schlauch zu stopfen. Auch dicht. Nun zischt es beim Reifen raus. So setze ich nochmals zwei Würmer und es ist etwas besser. So fahren wir dann bis zum Platz Nr. 4 von Rooiputs. Ich sehe, dass der Druckverlust zu hoch ist, und so lege ich einen Druckverband über den Reifen. Nun ist der Druckverlust nur noch gering. B. vom Team «Mistermog» bereitete in der Zwischenzeit etwas zu essen zu und ich bin froh, nicht selber kochen zu müssen. DANKE. Nun treffen auch noch meine Freunde mit dem Iveco ein, die kurz in Twee Rivieren waren, um die Platzbelegung auf drei Fahrzeuge zu erweitern. Wir halten noch einen Schwatz draussen und ich zeige dann dem Team «Mistermog», wo sie morgen hinfahren sollen. Es sind 2 Varianten. Eine mit 50 km und eine für 550 km für hin und zurück Da morgen Sonntag ist, bleibt es spannend. Ich bin sicher, es kommt gut und wir können unsere gemeinsame Reise weiterführen. Dann hoffentlich ohne weitere Zwischenfälle. Ich ziehe mich in meinen Sprinter zurück, schreibe diesen Blog und das war es dann auch schon für heute. Gute Nacht.
12.4.2026 Sonntag, Rooiputs (Botswana)
Ich beschliesse für mich, den Sonntag als Ruhetag zu geniessen und kein Gamedrive zu machen. Mit etwas Glück kommen ja auch Tiere zu mir am Platz vorbei. Das Team «Mistermog» dagegen hat Grosses vor. Sie fahren nach Twee Rivieren und versuchen dort, den Reifen wechseln zu lassen. Alternativ wäre die 250-km-Fahrt nach Upington und dann Montag bei der Werkstatt antraben. Da sie einen Tracker haben, sehe ich schon bald, es scheint zu klappen. Und so wirklich ein Ruhetag wird es dann doch nicht, denn ich räume die ganze Heckgarage aus, um wie bei Tetris neu zu laden. Immer mit möglichst viel Gewicht nach rechts. Dabei immer mal ein Auge in den Busch werfen, ob nicht doch gleich ein Löwe mir in den Arsch beissen will, und tatsächlich schlawenzelt ein Schakal umher, die auch nicht ohne sind, wenn man denen den Rücken zukehrt. Alles verräumt, dann kann ich ja auch noch das Werkzeug ordentlich sortieren. Gegen Abend erscheinen dann die beiden mit dem Iveco und dann auch noch Team Mistermog. Ich probiere gleich mein für dieses Jahr erstes selbstgebackenes Brot, das auch anständig gelingt. Das gemeinsame Abendessen schmeckt hervorragend und alle verziehen sich satt und zufrieden ins Fahrzeug. Ach ja, mir fällt ein Teil vom Zahn neben der Plombe weg. So ein Mist aber auch. Es bleibt eine extrem scharfkantige Ecke von der verbleibenden Plombe, die mächtig Probleme macht.
13.4.2026 Montag, Rooiputs (Botswana) und Dr. Thomas als Zahnarzt.
Früh geht es auf. Meine Zunge schmerzt von der scharfkantigen Plombe und ich muss mir was einfallen lassen. Als ehemaliger Feinmechaniker habe ich natürlich eine nette, gute Nadelfeile an Bord und so mache ich mich daran, mit dem Spiegel die Plombe in Form zu bringen. Ich gucke mir die schönen Goldspäne an und bald ist das Resultat befriedigend. Hast du auch schon im eigenen Mund gefeilt? Interessante Robinson-Erfahrung. Mein Zahnarzt in Basel wäre sicher stolz auf mich. Kurze Lagebesprechung und es geht los auf die Pirschfahrt. Wir treffen uns nochmals oben bei der Keji-Keji-Wasserstelle. Der Iveco fährt dann weiter nördlich und ich fahre, gefolgt vom Mistermog, die untere Dünenpiste entlang Die zweite Wasserstelle hat einen tollen Aussichtshügel, den wir geniessen Dann weiter rüber bis zum Picknickplatz, wo wir einen längeren Halt machen. Ich mache mein Nickerchen, denn ich bin total erschöpft vom anstrengenden Abscannen nach Tieren. Wir treffen noch ein deutsches Auswandererpaar und unterhalten uns angeregt. Dann weiter zurück zum Platz Nummer 4 in Rooiputs. Auf der Fahrt entdecke ich noch eine Kapkobra und eine schöne Schildkröte. Der Iveco ist schon länger zurück und hat Diesel gespart. Betreffend Tiersichtungen ist der Tag nicht der Brüller. Das Nachmittagsprogramm besteht darin, dass N. bei seinem Unimog den einen Riemen besser spannt und wir dann gemeinsam die Hupe ausbauen, reparieren und wieder verbauen. Zusammen haben wir grossen Spass dabei und immer mal fallen lockere Sprüche. Es ist immer sehr angenehm, mit N. zusammen am Morgen zu werkeln. So gehen wir nahtlos zum Abendprogramm über, Feuerchen machen und ein tolles Abendessen wird genossen. Nachtischmässig sind wir uns alle einig, da wäre noch Potenzial So zaubert das Team Iveco eine angebrochene Flasche Amarula hervor und N. vom Team Mistermog kommt mit einem edlen Grappa in der Holzkiste an. Nun weiss ich auch, wie Grappa schmeckt, und werde nicht Freund davon. Beim Amarula jedoch sage ich nicht nein, doch die Flasche ist leer. Gute Nacht und danke für die anregenden Abendgespräche.
14.4.2026 Dienstag, Rooiputs (Botswana) – Nossob (Südafrika) – Polentswa (Botswana)
Nun, du kennst es ja schon. 7:00 Uhr geht es los, gleich nach dem Abschied von den Freunden mit dem Iveco. Es war eine schöne Zeit mit euch zusammen auf dem Platz und ich hoffe, wir treffen uns bald mal wieder. Es geht los mit Ziel Polentswa, meinem Lieblingsplatz. Die Piste ist in gutem Zustand und ich will gleich etwas Strecke machen. Also fahre ich zügig. Erstes Ziel: Keij-Keij-Wasserstelle. Kurz davor ein ganzes Löwenrudel rechts der Piste bei einem liegenden Baum. Nicht einfach zu sehen und dann noch Gegenlicht. Es ist ganz klar die Löwin namens «Supermom» mit 4 Nachkommen und weiteren Tieren. Ich geniesse den Anblick und habe gleich noch mein Frühstück. Das letzte Stück selbstgebackenes Brot mit Käse und Saft dazu. Ein Landrover hält neben mir und ich werde mit starkem französischem Akzent angesprochen. Klar, kennen wir uns, vom letzten Jahr oben in Polentswa. Ich freue mich, so viele Freunde hier wiederzutreffen. Nach einiger Zeit fahre ich dann doch weiter bis zum ersten Picknickplatz. Etwas stehen tut gut und ich kann dabei Webervögel beim Nestbau aus nächster Nähe beobachten. Was für ein tolles Erlebnis. Weiter geht es immer Richtung Norden. Spuren von etlichen Löwen im Sand. Die müssen hier irgendwo stecken, aber ich kann sie leider nicht finden. Später dann nochmals Spuren und nochmals ohne Erfolg. Und schon kommt der zweite Picknickplatz, wo Pause angesagt ist. Ich habe Büroarbeit vor mir. Die ganzen Buchungen, die ich für mich und meine Freunde habe, müssen noch um die richtige Anzahl Fahrzeuge und Personen erweitert werden. So schreibe ich eine ganze A4-Seite voll, die ich dann in Nossob der netten Dame übergebe. Die wird sich sicher freuen. Nach dem heftigen Regen der letzten Tage ist nun die gnadenlose Wärme zurück. Die Piste ist bis hierhin in hervorragendem Zustand und so macht es richtig Freude. Die Fahrzeuge, die die Piste machen, haben super Arbeit geleistet. DANKE, liebe Leute. In Nossob ist dann viel Fleissarbeit angesagt. Mit meinem vorbereiteten Zettel gehe ich zusammen mit Paula Punkt für Punkt durch. Nun sitzt alles, doch ich versuche, die Tage noch einige Umbuchungen um die Strecken zu optimieren. Tanken und Wasser füllen nicht vergessen. Nun aber weiter immer Richtung Norden. Es sind noch 60 km und die Piste wird schlechter. Bei der Wasserstelle Kwang habe ich eine gute Löwensichtung. Drei Weibchen und vier Junge ist ganz gut. Alle liegen faul oberhalb der Piste hinter den Büschen und sind so für die meisten Fahrzeuge nicht zu sehen. Gut ist, dass mein Sprinter so hoch ist. Dann noch zur Polentswa-Wasserstelle mit der Hoffnung, die Löwen zu sehen, doch da ist keiner zu sehen. Es steht ein Fahrzeug hier und wir kommen ins Gespräch. Es ist ein sehr netter Herr aus Kapstadt und heute Abend mein Nachbar. Er steht auf Platz 2, ich auf 3. Keine falschen Vorstellungen. Die Plätze sind so weit auseinander, dass man fast keinen Nachbarn sehen kann. Und rüberlaufen ist schon gar nicht. Löwen und andere Tiere verhindern das. Abendessen haben wir draussen unter dem Holzdach und dabei geniessen wir den tollen Sonnenuntergang. Der Abschluss macht drei Runden UNO und ich ziehe mich zurück, um die Buchungen in meinen Listen und Kalender nachzutragen. Gute Nacht.
15.4.2026 Mittwoch, Polentswa (Botswana)
Heute steht sehr wenig auf dem Plan. Etwas nach 7 Uhr fahre ich los. Das Team Mistermog ist noch in den Federn. Erst zur nahen Wasserstelle Polentswa. Nichts Besonderes zu sehen. Also weiter Richtung Norden bis zur zweiten Wasserstelle. Die Piste ist ein Graus. Wellblech ohne Ende und mit grosser Amplitude. So macht es keinen Spass zu fahren, und das Suchen von Tieren ist nicht einfach. Vor Ort bleibe ich eine Weile und beschliesse zurück zu fahren. Kurz nach dem Start sehe ich zwei Warzenschweine relativ nahe bei meinem Fahrzeug. Dann noch drei Schakale, aber damit war es dann auch. Zurück am Platz ist das Team Mistermog immer noch im Bett, so bleibe ich leise und schreibe am Blog und ziehe die GPX Daten vom GPS sowie die Bilder von den Kameras.
Der Rest des Tages ist nicht viel los und tut alles gut. N vom Team Mistermog repariert ein Abdunklungsrollo und B. sucht immer mal nach dem E-Reader und einer Karte, die einfach wie vom Erdboden verschluckt ist. Ich geniesse mein Fussbad und gucke dem Treiben zu. Ich müsste ja auch mal die Zwischenwand reparieren, denn die quietscht gerne beim Fahren, doch dazu fehlt mir gerade die Motivation. Diese liegt sicher bei der Karte, die B. sucht.
16.4.2026 Donnerstag, Polentswa (Botswana) – Nossob (Südafrika)
Täglich grüsst das Murmeltier oder so. Los um 7 Uhr zur Polentswa-Wasserstelle und frühstücken. An der Wasserstelle sind unzählige Tauben, die für Unterhaltung sorgen. Mehr ist leider nicht auf dem Tagesprogramm zu lesen. Beim dritten Löffel Müsli werde ich aus einem Mietfahrzeug aus in deutscher Sprache angesprochen. Es entwickelt sich ein hochinteressantes Gespräch. Ich rede hier mit Lily Anggreny. Eine starke Frau mit einer interessanten Geschichte. Im Gespräch frage ich sie, ob sie eventuell Daniela Jutzeler gekannt hat. Aber natürlich. Nun muss ich kurz was dazu erklären. Daniela war eine Mitschülerin, die mich durch die ganze Schulzeit begleitet hat. Sie war eine starke Persönlichkeit mit einer unglaublichen Lebensgeschichte und ich habe sie in bester Erinnerung behalten. Bei Interesse einfach mal die obigen Links anklicken. Die beiden, also Lily und Thorsten, werde ich in wenigen Tagen in der Polentswa Lodge erneut treffen und mit viel Zeit nehmen. Ich bin sehr gespannt auf viele Geschichten aus dem Leben und natürlich auch den Zustand der Lodge. Die Leser, die mich schon länger begleiten, wissen eventuell noch, warum. Ich werde berichten.
Nun aber los, ist doch das Ziel Mata-Mata, was weit über 200 km Piste bedeutet. Ich schmiede natürlich den Plan, in Nossob bleiben zu können, um die vielen km zu sparen und mehr hier im Norden nach Löwen zu sehen. Die Piste runter ist gruselig. Etwa in der Mitte kommt ein erlösendes Fahrzeug entgegen. Der Gradder, der die Pisten flach macht. Danach ist es ein Traum, die Piste zu fahren. Die Sichtungen halten sich in Grenzen und ich komme in Nossob an. Nun wird es spannend. Ab zur Rezeption, wo Chanelle sitzt. Die liebe Frau freut sich, mich zu sehen, und hat natürlich auch Platz für mich. Also werden die nächsten zwei Tage umgebucht und ich kann hier bleiben. DANKE. Dann kurz einkaufen und einen guten Platz im Schatten suchen. Das Leben ist schön.
Eigentlich könnten wir den Reservereifen vom Mistermog in Twee Rivieren abholen, doch der muss nun ein paar Tage warten.





























Eine Antwort auf „Kgalagadi 2026 Teil 2“
Wau 🙂
Wie immer super schöne Bilder. Und danke für die Landschaftsbilder 😉