Die Tour 2025 neigt sich nach 226 Tagen dem Ende entgegen. Fast 32000 Kilometer hat der Sprinter nun mehr auf dem Buckel und er braucht nun wirklich Pflege, die er hier in Windhoek auch bekommt.
12.12.2025 Freitag (Nossob (Südafrika))
Ein verregneter Tag. Was mache ich nur? Erst ausschlafen und dann Wartung an der Ausrüstung. Nachmittags treffen meine lieben Freunde aus Berlin mit ihrem Landcruiser ein und wir haben uns so viel zu erzählen. Eine abendliche Ausfahrt wird leider nicht mit guten Sichtungen belohnt und wir genießen den gemeinsamen Abend bei köstlichem Essen. Danke der Köchin.
13.12.2025 Samstag(Nossob (Südafrika)– Twee Rivieren (Südafrika))
Nun, es war schlechtes Wetter angesagt, was jedoch gar nicht so ist. Aber ich bin ausgeschlafen und bereit für die Fahrt nach Süden bis Twee Rivieren, was schon ein ganzes Stück ist. Da bin ich ja gespannt, was mir vor die Linse läuft. Schakale, eine Schlange, Strauß, Springbock, Oryx und weiteres. Bei der ersten Picknickstelle bleibe ich erst mal und mache ein Nickerchen. Später dann weiter bis zur zweiten Picknickstelle, wo auch schon meine Freunde aus Berlin stehen. Noch ein Nickerchen ist angesagt. Dann weiter, immer Richtung Twee Rivieren. Da es viel geregnet hat, sind da nicht nur Pfützen auf der Piste, sondern richtige Tümpel. Der Sprinter ändert mit jeder Durchfahrt immer mehr die Farbe von grün nach braun. Dann die Top-Sichtung vom Tag. Vier Geparde, davon drei Jungtiere, die vollgefressen bei einem gerissenen Springbock im Schatten von einem Baum liegen. Ich mache einige Bilder, wobei das nicht so einfach ist mit der starken Sonne gegenüber und den Tieren im Schatten. Weiter sehe ich noch einige sehr junge Schakale und dann noch ein Löwenpaar beim Liebesakt. Der Löwe ist ein prächtiges Tier mit großer dunkler Mähne, wie sie nur hier im Park zu sehen ist. In Twee Rivieren fällt der Entscheid für ein Essen im nahen Restaurant und im Anschluss genießen wir bei einem Amarula mit Milch den tollen Sternenhimmel.
14.12.2025 Sonntag (Twee Rivieren (Südafrika) – Mata-Mata (Südfrika))
5:30 geht es schon los. Wurde gestern so beschlossen und nun wird es durchgezogen. Also erst wie gewohnt von der südafrikanischen Seite des Parks den Zettel bei der Rezeption holen und dann aber gleich durch das Gate in die „Freiheit“. Ich fahre relativ zügig, denn das eigentliche erste Ziel ist, den Kill von gestern nochmals besuchen, und der ist ein gutes Stück Nördlich. Natürlich fahre ich immer bei den interessanten Stellen langsamer, um auch ja alles zu sehen. Als Erstes dann ein Adler, der verängstigt am Boden kauert und dauernd von vier Falken attackiert wird. Ist schon ein Spektakel und ich bin gespannt, ob eines der Bilder scharf ist. Etwas weiter dann das Löwenpaar vom letzten Tag, diesmal einige hundert Meter mehr im Norden und leider noch weiter von der Piste entfernt. Immer wieder sehe ich Gruppen von jungen Schakalen, die zusammen spielen und raufen. Und dann die Top-Sichtung: eine afrikanische Wildkatze zur Rechten von der Piste. Ich habe sie trotzdem gesehen, obwohl sie rechts sitzt. Warum? Ich habe mein Hauptaugenmerk auf meiner Seite und ich bin links. Also funktioniert mein Suchauge doch noch recht gut. Kurz darauf noch eine Löwenfamilie, die aber gerade dabei ist, über die links liegenden Dünen zu laufen. Ich muss zugeben, die Ausbeute in so kurzer Zeit ist nicht schlecht. So fahre ich das letzte Stück bis zum Picknickplatz, wo ich auf die Schweizer treffe, und wir frühstücken erst mal. Kurz darauf kommen noch meine lieben Freunde aus Deutschland dazu, die ich in Polentswa kennenlernen durfte. Ich freue mich sehr und kann mich nun ordentlich verabschieden. Würde mich sehr freuen, euch 2026 im Krüger zu treffen, denn ich bin zur gleichen Zeit da. Zurück zum Frühstück, das bald beendet ist. Abschied von den Schweizern und los geht es über die Lower Dune Road zum Picknickplatz Auchterlonie, wo ich mich für einige Zeit einrichte, um den Blog zu schreiben. Meine Freunde aus Berlin müssen nochmals nach Twee Rivieren, um die Zollabfertigung zu machen. Ich warte mal so lange hier und genieße es, den Vogelstimmen zu lauschen. Später am Nachmittag kommen meine Freunde und alles ist erledigt. So fahren wir los Richtung Mata-Mata und werden belohnt mit einigen wirklich tollen Sichtungen. Das Beste war die kleine afrikanische Wildkatze im Baum. Trotz später Ankunft werfen wir den Grill an und es gibt ein sehr leckeres Abendessen. Danke.
15.12.2025 Montag (Mata-Mata (Südfrika) – Windhoek (Namibia)
Geplant ist ein kleiner Gamedrive mit meinen Freunden aus Berlin. Voller Erwartung fahren wir zum Gate. Ich steige aus und öffne das Gate. Was ist denn das für ein seltsames Geräusch? Der Sprinter. Knirschte in den niederen Drehzahlen seltsam. Ich vermute, das liegt am Sand, der bei den vielen Wasserfahrten in die Lichtmaschine gelangt ist, aber mir gefällt das gar nicht. Ich entschließe mich, nicht mit auf den Drive zu gehen, sondern so schnell wie möglich nach Windhoek zu fahren. Also kurze Verabschiedung und ich fahre zurück zum Camp, da der Zoll noch nicht offen ist. Ich lege mich nochmals aufs Ohr, dann baue ich das Fahrzeug etwas um für die Fahrt außerhalb vom Park. Fotohalterung muss weg. Die großen Kameras sowie das Fernglas nach hinten. Portemonnaie und Papiere für den Zoll nach vorne. Dann fahre ich zur Tankstelle und fülle die Reifen auf etwas höheren Druck. Noch beim Park abmelden und alle fragen gleich: „Thomas, wann bist du wieder hier?“ Ja, ich bin hier richtig angekommen. Nun der Ausreisezoll. Ganz locker und rüber zum nahen Zoll von Namibia. Auch hier werde ich gleich persönlich begrüßt. Es dauert seine Zeit, bis alles durch ist. Sage und schreibe eine Stunde, und alle fragen gleich, wann ich wiederkomme. Dann aber geht es los. Die Piste ist super präpariert und erlaubt eine hohe Geschwindigkeit von 100 km/h. Ich fetze mit viel Spaß über die Piste, genieße die Fahrt und die tolle Landschaft, die an mir vorbeizieht. Irgendwann fängt der Sprinter an, Probleme zu machen. Immer mal Leistungsausfall. Muss das jetzt sein? Das nervt gewaltig. Ich habe jedoch keine Lust, den Luftmengenmesser zu reinigen. Nach stundenlanger Fahrt erreiche ich dann die geteerte Straße. Fahre zur Hauptkreuzung vor und biege in die Schnellstraße Richtung Norden nach Windhoek ein. Ich merke, wie ich immer müder werde, da die Fahrt sehr anstrengend ist. Dann wird mir klar: So geht das nicht bis Windhoek, das ist zu gefährlich. So biege ich in eine Nebenpiste und stelle mich unter einen Baum. Krabble nach hinten, esse das leckere Essen, das ich gestern von meinen Freunden mitbekommen habe, und lege mich aufs Ohr. Das hat mehr als gut getan. Mit neuer Energie und voller Aufmerksamkeit geht es bis zum Urban Camp. Ich bin ja einen Tag zu früh hier. War doch eine zweigeteilte Fahrt geplant. Doch ich wollte es unbedingt hinter mich bringen. Die Managerin sieht mich und sagt, ich habe erst für morgen einen Platz. Also muss ich zum Ausweichplatz nahe dem Flughafen. Da bin ich doch vorhin vorbeigefahren. Also zurück und einchecken. Der Platz passt mir gar nicht. Direkt an der lauten Straße und das Essen war nicht der Brüller. Immerhin gut geschlafen.
16.12.2025 Dienstag (Windhoek)
Frühmorgens gleich zu M&Z, der Werkstatt meines Vertrauens.
Wenn du mal den Mechaniker meines Vertrauens in einer TV-Sendung sehen möchtest, guck dir Folgendes an: Oliver ist es:
https://vimeo.com/1143249002?fl=tl&fe=ec
https://youtu.be/U_61NWImJEg?si=ElvqyBP0cmWx57V
Wir erstellen eine ellenlange Liste von Arbeiten, die am Sprinter dringend gemacht werden müssen. Es ist so viel, dass es keinen Sinn macht, den Sprinter in den Storage zu bringen. Er wird die ganze Zeit hier bei Oliver stehen. Nun aber zum Urban Camp. Ich bekomme meinen Lieblingsplatz und genieße gleich ein kleines Mittagessen. Die Angestellten hier wissen gleich, was ich von der Karte gerne mag. Auf dem Platz treffe ich auf bekannte Freunde sowie einige neue Gesichter. So viele Expeditions-Lkw standen hier noch nie. Wie immer tolle Gespräche, einfach super. Ich fange an, das Fahrzeug für die Abgabe vorzubereiten und das Gepäck zu packen. Irgendwie fehlt mir gerade mächtig die Motivation dazu. Das Abendessen muntert mich auf, ich bekomme das leckere Eland-Schnitzel. Leider schlafe ich die Nacht nicht so gut.
17.12.2025 Mittwoch (Windhoek)
Bis 10 Uhr geschlafen, ich war wirklich total erledigt. Erst mal frühstücken und dann zwei Boxen mit Wäsche bereit machen. Die nette Frau von der Wäscherei holt die Boxen sogar bei mir am Platz ab. Das finde ich Service. Ja, hier fühle ich mich so richtig zuhause. Nun noch einige Dinge zusammenstellen, die nach Hause sollen. Gar nicht so einfach. Und immer mal was auf die Liste schreiben, was fehlt und beim nächsten Besuch mit im Gepäck sein soll. Rückenschmerzen plagen mich. Dann sehe ich meinen lieben Nachbarn mit einem Karbon-Unimog am Rumschrauben. Natürlich gehe ich rüber und zusammen können wir das eigentliche Problem analysieren. Ich mache das immer sehr gerne, denn ich bin immer froh, wenn ich Probleme habe und auch jemand kommt. Ist wie eine große Familie.



































2 Antworten auf „Kgalagadi NP, Teil 5 vierter Besuch 2025 – Windhoek“
Danke Thomas, dass du uns hast teilhaben lassen an Deiner großen Tour 2025 mit detaillierten Reiseberichten und hervorragenden Fotos ( … wo man einfach nie genug bekommt).
Ich wünsche Dir eine gute Heimreise und melde Dich mal wenn Du Zuhause bist und zeit für einen Besuch hast.
Liebe Grüsse
danny
Tolle Aufnahmen 👍