Kgalagadi NP, Teil 3 vierter Besuch 2025

7.12.2025 Sonntag (Nossob (Südafrika))

Keine wirklich großen Ereignisse. Die Ausfahrt nach Süden war nicht ergiebig. Es ist halt kein Zoo, wie ich immer sage. Der Abend ist geprägt von einem tollen Braai zusammen mit meinem Freund aus Südafrika. Danke, mein Freund.

8.12.2025 Montag (Nossob (Südafrika))

Ausfahrt Richtung Süden. Fast 45 km fahre ich nach Süden, ohne eine einzige Raubkatze zu sichten. Es ist wie verhext. Dazu kommt noch, dass die Piste in einem erbärmlichen Zustand ist. Kaum ist die Maschine, die diese Pisten schön flach macht, durch, ist es wie vorher. Ich harre an der Wasserstelle einige Zeit aus und mache mich auf den Rückweg, der genau so erfolglos ist. Nun bleibe ich erst mal auf dem Camp Nossob und mache Maintenance.
Ich habe übrigens noch zwei Apps gefunden, die es sehr erleichtern, bei OSM mitzumachen. Zum einen ist das «StreetComplete» und zum anderen «Every Door». Probiere es aus, es ist wirklich einfach und macht fast etwas süchtig, jeden Tag die Karten besser zu machen.
Später Nachmittag der Entscheidung, etwas Richtung Norden zu fahren. Ich denke mir bis Kwang, dem zweiten Wasserloch, so weit fahre ich noch. Die Piste ist ganz gut und ich fahre gemütlich immer weiter, am ersten Wasserloch vorbei, da es hier leider nichts Besonderes zu sehen gibt. Weit ist es nicht mehr, da piepst doch tatsächlich mein Reifendrucküberwachungssystem. Massiver verlost hinten links. Das ist der, den ich schon seit Tagen schief anschaue und denke: „Mist, der müsste mal gewechselt werden“, aber dann verdränge ich den Gedanken immer gleich wieder. Ich fahre hier auf den Pisten mit ca. 2 Bar Reifendruck und verliere zusehends. Aktuell steht es bei 0,6 bar, was schon sehr wenig ist. Ich halte an und überlege mir einen Weg aus der Misere. Ups, nun sind es nur noch 0,5 Bar, ich muss dringend handeln. Ich habe verschiedene Varianten. Warten, bis jemand kommt, denn beidseitig sind unübersichtliche Büsche. Rad tauschen, ich habe ja zwei Ersatzräder am Heck. Auf hohen Druck pumpen und so schnell wie möglich zurückfahren. Warte mal mit Weiterlesen und überlege dir, was hättest du gemacht? Immer im Hinterkopf: Hier hat es Löwen, Leoparden und andere nette Tierchen.
Ich entscheide mich für Pumpen. Also, ich habe in der Fahrerkabine immer einen kleinen Kompressor liegen, der mit Akku läuft. Der ist nicht schnell, aber sofort verfügbar. Also nochmals die Gegend absuchen. Nichts zu sehen und raus. Ich schließe den Schlauch am Ventil an und dabei kommen einige Sandkörnchen bei der Taste zum Einschalten dazwischen. Resultat. Es geht nichts mehr. Zurück auf Start. Also rein in das Fahrzeug. Was nun? Okay, ich entriegle die Motorhaube und gehe zur Hecktür. Da habe ich den großen Kompressor. Den mache ich bereit und schließe alles an. Es geht los. Alles läuft und ich mache schon mal die Hecktür zu. Es dauert, wie immer, wenn man auf etwas wartet. Bei 4 bar baue ich ab und wende so schnell wie möglich. Das ist auf den engen Pisten immer so eine Sache. Dann mit schneller Fahrt zurück. Ich muss noch zweimal erneut den Druck auf 4 bar anheben und schaffe es dann zurück zum Camp auf meinen Platz. In der ganzen Zeit ist kein Auto vorbeigefahren. Im Camp hebe ich die Hinterachse an und ersetze dann das Rad durch eines der beiden Reserveräder. Den Druck noch anpassen. Total durchgeschwitzt fahre ich erneut nach Norden. Das defekte Rad bleibt solange im Camp, da es zu schwer ist, es alleine am Heck zu montieren. Ich passiere die Stelle, wo das Problem auftauchte, und muss grinsen, als ich meine Spuren im Sand gesehen habe. Ja, Thomas hatte wieder mal so richtig Spaß im Sand. Doch der Knüller kommt erst noch. Keine 500 Meter weiter stehen einige Fahrzeuge und da liegen 5 große Löwen. Schwitz. Ich betrachte die ganze Situation und finde einen netten Platz mit einem wichtigen Hintergedanken, der schon mehrfach funktioniert hat. Vom aktuellen Platz, wo ich stehe, sehe ich die Löwen so gut wie nicht, doch ich denke, bald werde ich sehen, ob meine Rechnung aufgeht, denn die Löwen haben keinen tollen Schatten mehr und mein Fahrzeug, da es ja größer als die anderen ist, bietet so einen tollen Schatten. Und nach wenigen Minuten trollt sich der erste Löwe direkt auf mich zu. Bis auf einen liegen nun alle direkt bei mir. Es ist einfach ein tolles Gefühl, so nahe der stolzen Tiere bei offenem Fenster zu sein. Ich genieße es und das alles entschädigt für den vorherigen Stress. Einzig, dass es so nahe war, beschäftigt mich noch ein wenig. Es ist Zeit, zurück zum Camp zu fahren. Im Camp wird gemeldet, dass ein großer Löwe beim nahen Wasserloch sei. Also zu Fuß nochmals los. Auf dem Weg sehe ich noch eine Eule aus einem Baum fliegen und dann nur wenige cm über dem Boden gleiten. Zum Schluss zieht sie hoch und landet gekonnt in einem anderen Baum. Was für ein Anblick! Dazu muss ich schreiben, dass genau in dem Baum, in dem ich meinen Platz habe, zwei große Eulen hausen. Ich schweife ab. Ja, ein prächtiger Löwe steht beim Wasserloch und löscht genüsslich seinen Durst. Ob der weiß, dass 25 km nördlich fünf rollige Weibchen sind? Es hat sich gelohnt, zur Wasserstelle zu laufen. Am Abend, nachdem das defekte Rad montiert ist und ich eine Dusche genossen habe, bin ich total am Ende. Mein Freund bereitet ein köstliches Nachtessen vor, was ich sehr dankend annehme. Danke, mein Freund. Nach dem Essen erzählt er mir noch einiges aus seinem Leben und ich bin nur noch sprachlos. Ich bin so froh, dich zu kennen. Du bist eine wahre Bereicherung in meinem Leben. DANKE

9.12.2025 Dienstag (Nossob (Südafrika))

Ausschlafen ist nach dem gestrigen Tag angesagt. Ich bin ja eh die letzte Zeit so müde, doch das gab mir den Rest. Meine netten Nachbarn aus Deutschland bieten mir Multivitamine und Magnesium an, aber das habe ich ja alles selber. Müsste es halt auch mal nehmen. Mehr Wasser trinken wäre auch angebracht. Mein Freund schaut etwas bedröppelt aus und überhaupt. Warum ist er nicht auf einem Gamedrive? Sein Kühlschrank/Tiefkühler hat einen Totalausfall und ist voll mit Waren, die nun schon 20 Grad haben. Futsch. Alles futsch. Das ist mehr als ärgerlich. Ich beschließe, heute nach Norden zu fahren. Eventuell weiter als gestern, da die Piste gerade gemacht wird. Ich fahre tatsächlich bis Polenzwa und noch weiter zum Picknickplatz, ohne was Besonderes zu sehen. Schade, aber so ist es manchmal. Zurück auf dem Platz erst mal Blog schreiben und Verarbeiten der letzten Erlebnisse. Gegen Abend dann nochmals eine Ausfahrt, diesmal Richtung Süden. Ich besuche die zwei nächsten Wasserlöcher, docthomas@rigert.com D800 SN:6135537h es bleibt still. Dafür ist der Abend zusammen mit meinem Freund ein gelungener Abschluss unserer gemeinsamen Zeit auf den Stellplätzen. Er gibt nochmal alles und verwöhnt mich mit Braai und über der Kohle gebackenen Kartoffeln. Lieber Freund, ich danke dir für die tolle Zeit, die wir zusammen verbringen durften, und vor allem für die tollen Diskussionen. Wir sind da gar nicht so unähnlich. Ich hoffe, wir sehen uns 2026 erneut für neue tolle Abenteuer. Gute Heimreise.

10.12.2025 Mittwoch (Nossob (Südafrika))

5:30 Uhr geht es los. Noch kurz eine Verabschiedung von den Freunden aus Deutschland. Dann auf zur Rezeption und los, erneut nach Norden mit der Hoffnung, was Schönes zu sehen. Wieder fahre ich bis zum Picknickplatz und sehe leider nicht so viel wie erhofft. Auf der Fahrt treffe ich auf den Manager von den Botswana-Lodges, den ich Anfang des Jahres kennenlernen durfte. Er hat mein Fahrzeug sofort wiedererkannt, ist ja nicht so schwierig, und nimmt sich für einen Schwatz Zeit. Nahe beim Picknickplatz treffe ich auf zwei Damen aus Südafrika und hatte eine nette Unterhaltung. Sie sind jedes Jahr im Dezember hier und genießen es trotz der großen Hitze. Aktuell geht das Thermometer gerne mal über 40 Grad, also kuschelig warm. Dann halt zurück zum Nossob Camp und Blog schreiben. Vorab unterhalte ich mich kurz mit einem Paar, das ein AVIS-Mietfahrzeug aus Kapstadt hat. Kurz vor Nossob griff die Kupplung nicht mehr. Nun muss ein Ersatzwagen her, der morgen bereitstehen soll. Ich gucke mir den Wagen etwas an und muss sagen, damit macht sich diese Firma keine Freunde. Zudem stehen Ersatzwagen nur in Kapstadt und Johannesburg, was beides nicht um die Ecke ist, zur Verfügung. Ich wünsche den beiden gute Weiterreise und gutes Gelingen. Dann erreicht mich eine sehr frohe Botschaft per Mail. Die Firma „Henning Autofedern“ (https://www.henning-autofedern.de/) hat versehentlich damals für die Ersatzfedern die Mehrwertsteuer berechnet, die ich nun zurückerstattet bekomme. Ich kann das Geld sehr gut gebrauchen. Es ist schön, wenn Firmen so ehrlich sind und das so handhaben. Ich bedanke mich nochmals recht herzlich für die tolle Betreuung bei dem Austausch der Blattfedern von der Hinterachse und empfehle sie dringendst weiter.
In der Rezeption hier in Nossob ist übrigens die Weihnachtsstimmung ausgebrochen. LED-Girlande, weißer Tannenbaum und eine Krippe. Alles bereit für das kommende Fest.

11.12.2025 Donnerstag (Nossob (Südafrika))

GPX File für Karte wird nachgeliefert. Der Tag ist ja noch nicht zu Ende.

Ganz so früh wie gestern schaffe ich es beim besten Willen nicht. Es ist 6 Uhr und ich fahre heute Richtung Süden. Ich merke sehr schnell, wie die Piste in einem erbärmlichen Zustand ist. Das wird kein Spaß heute. Die erste Wasserstelle ist leer, also weiter. Es folgt ein Hügel, den ich hochfahre, und nach der Kuppe stehen einige Fahrzeuge auf der Piste. Oha, da muss was sein. Alle Fahrzeuge schauen auf meine Seite, also ist etwas auf dem Weg zu mir, und schon sehe ich eine Löwenmutti mit drei ganz kleinen Nachkommen. Ich probiere, den Abstand zu halten, und fahre immer wieder rückwärts. Dann bleibe ich doch stehen und lasse die Familie mit der Autokarawane passieren. Miauend rennen die Kleinen der Mutti Richtung Nossob nach. Es ist herrlich, doch für meinen Geschmack sind es schon mehr als genug Fahrzeuge und so fahre ich weiter Richtung Süden. Ich treffe auf ein Mietfahrzeug und werde mit einem «Grüezi» begrüsst. Zwei aus Stuttgart, die auch immer gerne im Park unterwegs sind. War nett, euch kennenzulernen, und gute Sichtungen. Beim Cheleka-Wasserloch dann eine größere Pause, in der ich einige Tickets bei OSMAND öffne. Ich habe da einige Ideen, die Software noch besser zu machen. Dabei lese ich gerade, dass ein Vorschlag von neulich realisiert worden ist. Genial, ich freue mich. Die Leute von der Entwicklung sind wirklich auf Zack. Weiter so. Für Interessierte: https://osmand.net/ und hier werden Tickets bearbeitet: https://github.com/osmandapp
Den Nachmittag widme ich dem Blog-Erstellen.

Ich mit dem Sprinter in voller Fahrt
Wie beim Zahnarzt. Schön weit aufmachen bitte. Danke
Gleich gibt es eine Malzeit
Kameldornbaum (Mimosengewächs / Hülsefrüchtler). D Name kommt vom zoologischen Namen der Giraffe: camelopadalis)
Früchte vom Kameldornbaum in grün
Früchte vom Kameldornbaum in braun
Gewaltige Wetterstimmung im Kgalagadi Nationalpark
Mäuschen in seiner Höle
TBD
TBD
Löwenschuhe
Löwe
Der Sprinter spiegelt sich im Löwenauge
Ganz junge Kuhantilope. Die Nabelschnur ist noch sichtbar
Auge in Auge
Mutige Mäuschen
Ein Sekretär hoch oben auf dem Baum in der Abendsonne
Windrad einer Wasserpumpe. Davon gibt es immer weniger. Die werden von Solarpumpen abgelöst
Wunderbarer überblick über den Nossob Fluss
Bei den Gnu geht es richtig zur Sache.
Hat hier jemand sein Horn zum Baden abgelegt und dann vergessen?
Jetzt komme ich hier
Mit lautem Gemauze unterwegs
Noch sind sie gut getarnt im Gras
Mutti guckt immer gut zu den Jungen
Das sind die Situationen die ich gar nicht mag. Kein Respekt vor den Löwen nur für ein Bild. Das sind die Momente wo Thomas sich verdrückt.
Ein Fleckenflughun

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