Meistens treffe ich auf meinen Reisen, speziell in Nationalparks, auf gleichgesinnte, unglaublich interessante und nette Menschen. Und etwa einmal pro Jahr treffe ich dann auf seltsame, ruppige Gestalten. Ich hoffe, die Person wird sich darin wiedererkennen, wenn sie das liest. Denk mal darüber nach, wie du mich behandelt hast. Das ist einfach nur peinlich.
Die Seiten sind aktuell etwas Weihnachtlich angehaucht. Ich hoffe das kommt gut an.
1.12.2025 Montag (Twee rivieren (Südafrika) – Polentswa (Botswana))
Es steht eine sehr lange Strecke vor mir und es ist nicht klar, wie der Zustand der Piste sein wird. Ich spreche hier von 240 km Piste, wobei der erste Teil bis zum Picknickplatz wirklich in bestem Zustand ist. Natürlich treffe ich gleich nochmals meine Freunde mit dem Landrover und wir haben nochmals richtig Spaß mit guten Geschichten und Sprüchen. Ja, da passen wir schon gut zusammen. Bei Interesse guck mal auf facebook.com/desertlions. Die Freunde sind namentlich Martin, Claudia und der Vierbeiner Jan Hendrik. Ja, das ist einer der sehr wenigen Hunde, die auch in diesen Nationalpark dürfen, da er eine sehr wichtige Aufgabe hat. Kleine Anekdote am Rande. Wenn wir uns auf der Piste hier im Park begegnen, flippt Jan Hendrik sofort aus, sobald er mein Fahrzeug erkennt. Ja, ich habe einen sehr guten Draht zu Jan Hendrik. Am Picknickplatz mache ich kurz Rast. Eine Gruppe Südafrikaner macht gleich neben mir auch Rast und fragt, ob ich ihnen Wasser kochen kann. Klar kann ich das. Ich habe doch Induktion. Dabei merke ich, dass eine der beiden Batterien schwächelt. Darum muss ich mich die Tage kümmern. Die zickt schon länger rum. Es entsteht noch ein sehr interessantes Gespräch mit tollen Themen. Sogar Richtung Informatik. Ich fahre dann weiter bis zum nächsten Picknickplatz. Da werde ich von einer netten Dame aus England angesprochen, die mir letzten Abend das Gate in Twee Rivieren offen gehalten hat. Es ist schon interessant, mit wie vielen man hier in Kontakt kommt und wirklich nicht nur oberflächliche Themen anspricht. Danke für das Gespräch und eventuell wieder mal hier im Park. Dann also weiter, nicht ohne noch Löwen zu sehen, die schlafend unter einem Baum liegen. Nächster Halt ist das Camp Nossob, das ich schon sehr gut kenne. Ein kurzer Einkauf und noch beide Wassersäcke füllen, damit ich in der heißen Zeit auch mal duschen kann. Die Fahrt hoch bis zum Polentswa-Wasserloch ist dann etwas ruppig, aber je näher ich komme, desto mehr freue ich mich auf die Zeit hier. Nahe dem Wasserloch liegen dann auch zwei Gruppen Löwen mit Jungtieren in zwei verschiedenen Altersgruppen. Die Größeren kenne ich noch vom letzten Besuch. Ob die mein Fahrzeug auch erkennen? Ich werde es nie erfahren. Den Platz Nr. 1 teile ich heute Nacht mit zwei anderen Fahrzeugen. Einer ist ein Toyota Landcruiser mit einem sehr interessanten Menschen, der auch alleine unterwegs ist. Ich kenne ihn noch von 2024 und wir haben uns einiges zu erzählen. Weiter ist noch ein Paar aus Kapstadt ebenfalls mit einem Geländefahrzeug mit von der Partie und wir haben einen netten Abend mit Lagerfeuer. Da ich total erledigt bin vom langen Tag, ziehe ich mich dann doch früh zurück und schlafe schnell ein.
2.12.2025 Dienstag (Polentswa (Botswana))
5:30 Uhr gleich zum nahen Wasserloch. Die Löwen sind noch da, aber nicht bei der Wasserstelle, sondern bei den Büschen. Ich schaffe es doch, einige Bilder zu machen, und fahre dann weiter nach Norden, um den großen Loop zu fahren. Dann stehe ich erst am Picknickplatz und dann beim nahen Wasserloch, wo ich nach einiger Zeit Besuch von einem deutschen Ärztepaar aus Deutschland bekomme. Sie leben in Kapstadt und wir diskutieren angeregt. Später lasse ich mich verleiten, noch etwas für mein Forum auf dem CAD zu entwerfen, das schon lange gewünscht wird. Bei Interesse einfach mal hier reinschauen: https://www.rigert.com/ee-forum/viewtopic.php?t=2583
Eigentlich müsste ich noch etwas für den Sprinter zeichnen, aber mir fehlt dazu etwas die Motivation. Zwischenzeitlich melden sich noch zwei Freunde über einen Internetkanal bei mir. Sie wollen sich in einigen Tagen bei mir treffen und zusammen nach Windhoek fahren. Ich freue mich, habe ich sie doch letztes Jahr in Namibia kennengelernt. Zurück zum „Geschäft“. Die große Runde war nicht so ergiebig und der Zustand der Piste ist seit meinem letzten Besuch nicht besser geworden. Also sehr bescheiden. Beim Picknickplatz sehe ich drei junge Männer sowie die beiden deutschen Ärzte um das Fahrzeug rumstehen. Es scheint ein Problem mit der Treibstoffleitung zu geben. Schnell habe ich einen Ersatzschlauch sowie Briden. (Ja, die deutschen Ärzte verstehen unter Bride was anderes.) Zum Schluss meinen die drei Männer, es müsse irgendwie auch so gehen, und lassen es, wie es ist. Nun ja, es bleibt spannend. Die drei sind beruflich in Südafrika unterwegs und untersuchen mit einer speziellen Drohne Buschfeuer, um die Informationen von Satelliten besser zu verstehen. Alles bezahlt von der NASA. Interessant, und irgendwie verstehe ich es doch nicht so ganz. Die drei sind zwei aus den USA und einer aus Italien. Auf jeden Fall wünsche ich euch weiterhin gute Reise und dass das Fahrzeug durchhält. Beim Polentswa-Wasserloch bleibe ich dann noch bis zum Ende der erlaubten Zeit und fahre dann zum Camp, wo ich nach einer wunderbaren Dusche zwischen meinen Hecktüren vom Sprinter einen gemütlichen Abend zusammen mit meinem Freund verbringe. Er zeigt mir einige seiner besten Bilder der letzten Zeit und ich bin begeistert. Er hat unglaubliche Geduld, bis er das Bild hat, wie er es sich vorstellt. Um 21:00 Uhr, eigentlich 5 Minuten davor, starte ich dann „Africa is calling“, das Telefonat mit meinen lieben Freunden aus Deutschland.
3.12.2025 Mittwoch (Polentswa (Botswana))
Sehr früh morgens vernehme ich den Motor des Landcruisers von meinem Freund. Ich selber brauche noch einige Zeit und fahre dann auch zur Polentswa-Wasserstelle mit der Hoffnung, die Löwen zu sehen. Die vier Fahrzeuge von den Camps sind alle schon da und ich sehe, dass auch sie nichts sehen. Die Löwen haben sich in der Nacht verdrückt. Doch in welche Richtung? Ich tippe auf Norden und fahre ganz langsam. Plötzlich entdecke ich rechts im Flussbett vier Geparde, die Richtung Süden laufen und klar auf der Jagd sind. Leider sind sie für mich im Gegenlicht. Trotzdem versuche ich, einige Bilder zu machen, und fahre dann weiter bis zur nächsten Wasserquelle, wo die vier Eulen im Baum sind. Kurz darauf treffen noch Freunde aus Deutschland ein und wir haben ein wunderbares Gespräch. Sie stehen auf Campingplatz Nummer 2 und wollen um die Mittagszeit ein Brot backen. Mal sehen, ob ich es schaffe, dabei zu sein, da ich doch immer was Neues dazulernen kann. Zum Beispiel die zusätzlichen Körner erst in Wasser einige Zeit einweichen, sonst ziehen die das Wasser aus dem Teig und trocknen das Brot aus. Gut, dann merke ich mich schon mal für den nächsten Versuch. Dann Frühstück und ein Nickerchen, da die Nacht einfach zu kurz war, bei einem nahen Picknickplatz. Der Rest des Tages ist nicht besonders erwähnenswert. Den Abend verbringe ich mit meinem Freund auf Platz 1. Er fragt mich, ob ich einen Büchsenöffner habe, da er seinen irgendwie nicht mehr hat. Ich gebe ihm mein großes Taschenmesser und zeige ihm, wie der funktioniert. Er öffnet seine Büchse und klappt sie zusammen, um sie mir zurückzugeben. Ich schenke es ihm und er kann es irgendwie gar nicht fassen.
4.12.2025 Donnerstag (Polentswa (Botswana))
Heute leider keine bemerkenswerten Sichtungen. Ich fahre hoch bis zum Union’s End, wo ich dieses Jahr schon dreimal war. Mein Freund hat vor einiger Zeit eine Lederhülle gekauft, ohne zu wissen, was er damit machen kann. Nun passt das Taschenmesser wie angegossen da rein. Ja, das Leben schreibt die schönsten Geschichten. Heute steht noch ein Schweizer Paar mit Mietfahrzeug auf unserem Platz.
5.12.2025 Freitag (Polentswa (Botswana) – Nossob (Südafrika))
Ich bin müde und schlafe etwas länger. Draußen windet es ordentlich und ich denke, dadurch wird es weniger Sichtungen geben. Leider verpasse ich die vier Geparden an der Wasserstelle, aber man kann nicht immer alles haben. So fahre ich erst mal zur Polentswa Lodge und werde freundlich empfangen. Leider ist das Hauptzelt immer noch im gleichen Zustand, vom Sturm zerrissen, wie vor Monaten. Ich schaue mich um und fahre dann zur Polentswa-Wasserstelle, wo nichts los ist, also weiter zum Picknickplatz, wo das Schweizer Paar noch ist. Wir haben noch eine interessante Unterhaltung. Dann geht es los Richtung Süden. Die Strecke ist ganz nett zu fahren, doch dafür, dass der Grader vor drei Tagen durchgefahren ist, ist die Piste schon wieder in einem erbärmlichen Zustand. Ich begegne noch meinem Freund aus Polen, den ich schon länger kenne und mit dem ich seitdem in Kontakt bin. Er hat gerade Besuch von einem Freund aus Polen und zusammen fahren sie hier mit dem neuen Fahrzeug im Kgalagadi rum. Ich freue mich immer wieder, dich zu treffen, mein Freund. Auf dem Weg nach Nossob sichte ich noch zweimal je einen Löwen, die beide tief schlafen. In Nossob werde ich freundlich empfangen und bekomme Private Site 7. Wäsche waschen, Abfall entsorgen und den Boden im Fahrzeug mal nass reinigen sind angesagt. Ab 17:00 Uhr fahre ich noch eine kleine Runde nach Süden, wo ich meinen Freund bei der zweiten Wasserstelle sehe. Wir vertreiben uns die Zeit mit einer lockeren Unterhaltung, fahren zurück zum Camp und ich genieße den Abend mit Blogschreiben. Während ich diese Zeilen schreibe, fängt es an zu regnen, was die Temperatur runterbringt. Waren es an den Tagen doch tatsächlich über 40 Grad, was schon belastend ist.
6.12.2025 Samstag (Nossob (Südafrika))
Der Morgen steht im Zeichen von Maintenance. Es ist einiges zu erledigen im Fahrzeug. Einiges schaffe ich doch. Dann will ich doch mal raus, um zu sehen, ob was beim Wasserloch Richtung Süden zu sehen ist. Ich darf nach dem Wasserloch dann doch noch einen Greifvogel beim Verzehren seiner Beute beobachten. Mehr gibt der Ausflug leider nicht her. Mein Freund kommt mir entgegen und meint, es lohnt sich nicht, weiter nach Süden zu fahren. Also drehe ich um und auf dem Weg zurück verabschieden sich noch zwei Südafrikaner, die ich hier im Park kennenlernen durfte. Gute Heimreise euch beiden, wir werden uns sicher wiedersehen. Nun stehe ich auf dem Camp in Nossob auf einem der schattigsten Plätze und kümmere mich um einige Dinge, die ich dringend erledigen muss. Da ist zum Beispiel ein LiFePO4-Akku-Problem. Bei mir stehen zwei 200-Ah-Akkus im Einsatz, die parallel angeschlossen sind und 12 V liefern. Die eine der beiden schwächelt leider merklich und reißt immer mal das ganze System runter. Also öffne ich den Akkuschrank und baue die Sache um. Nun habe ich also nur noch eine 200-Ah-Batterie im Einsatz. Nun kann ich also «nur» noch maximal 840 Watt, was dann 70 Ampere auf der 12-V-Seite entspricht, beziehen. Vorher konnte ich 1700 Watt beziehen. Das macht sich beim Kochen mit Induktion etwas bemerkbar, aber ich kann damit gut leben. Später entscheide ich mich für einen Gamedrive Richtung Norden. Die Piste ist grottenschlecht geworden. Es ist ein Graus und so fahre ich nur bis zur ersten Wasserstelle, wo ich einige Zeit verweile. Da es die letzte Nacht geregnet hat, haben die Tiere keinen Grund, so eine Wasserstelle aufzusuchen. Ja, es ist kein Zoo, das ist Natur in echt.
Ach ja, eigentlich habe ich für heute keine Buchung für Nossob, aber die Leute von der Verwaltung hier buchen meine Buchung um und ich darf gerne hier bleiben. Die sind wirklich alle supernett und hilfsbereit. DANKE.
































Eine Antwort auf „Kruger NP – Kgalagadi NP, Teil 2 vierter Besuch 2025“
Die Eulen sind der Hammer, merci viel Mal!