16.10.2025 Donnerstag (Twee River, Kgalagadi NP. Eine kleine Runde)
Ziel heute Morgen war eigentlich, um 6:00 Uhr durch das Tor zu fahren, um Tiere zu sehen. Doch ich muss ja irgendwann die Zollformalitäten für Südafrika erledigen und das passiert genau hier. Also ausschlafen und dann rüber zum Zollgebäude. Durch mein Visum ist das eine sehr kurze Sache und alles ist erledigt. So muss dann am letzten Tag nur noch das Fahrzeug angeschaut werden. Dann habe ich ja noch so ein kleines Problem. Für den 21.10. habe ich noch gar keine Buchung, was mir schon etwas Sorgen bereitet. Ich fragte einen Kollegen und Kgalagadi-Kenner, was ich machen soll. Er meint, das kommt gut … Also frage ich nach einem Platz auf der Botswana-Seite für diesen Tag an. Den Herrn, der das verwaltet, kenne ich ja schon von den letzten Besuchen. Tatsächlich bekomme ich einen Platz in Polentswa, meinem Lieblingsplatz im Park, weil es da keinen Zaun um das Camp gibt. Ich werde mutig und frage auch noch nach dem 24. und 25.10., die ich tatsächlich auch noch bekomme. Nun ist nur noch der 26.10., der etwas Kummer macht, denn von Polentswa nach Mata Mata ist es schon recht weit. Ich werde sehen. Nun aber husch in den Busch, raus durch das Gate voller Hoffnung. Mir ist jedoch klar, ich bin zu spät auf Tour. Ich entscheide mich für die Auob-River-Seite, die ich bis zum Picknick-Platz sehr langsam fahre. Ich entdecke eine Schwarze Mamba, die sich jedoch schnell in ein Gebüsch verdrückt. Der Picknickplatz bietet leider keinen Schatten, aber ich mache es mir doch gemütlich. Beobachte eine Gruppe Südafrikaner, die mit ihrer Kühlbox kämpfen. Das interessiert mich nun doch mehr und ich gehe näher. Ui, der Kabelbrand war nicht ohne. Etwas mehr und das Fahrzeug wäre abgefackelt. Na dann biete ich mich an, etwas zu helfen. Mit einem Messgerät prüfe ich die Leitung. Ja, ok, doch warum hat es so geschmort? Ich finde die Sicherung. 80 Ampere abgesichert. Kein Wunder fliegt die nicht raus. Und mir wird gesagt, das hat eine Fachwerkstatt gemacht. Da möchte ich auch mal was machen lassen. Nach einigen Untersuchungen ist klar: Die Kühlbox hat es hinter sich. Ich wünsche euch trotzdem noch eine schöne Reise. Etwas später mache ich mich auf den Weg über die untere Dünenstraße rüber zum Nossob River. Übrigens, das Kartenmaterial mit den Tracks im Park kommt schon noch. Dann dem Nossob etwa 12 km nach Norden folgen. Hier ist ein wunderbarer Platz, der mir auch Schatten bietet. Hier schreibe ich also gerade und warte den Abend ab. So ab 17:00 Uhr fahre ich dann die 50 km zurück zum Camp. Mal sehen, ob ich was Schönes entdecke.
Ich entdecke noch eine verletzte Oryxantilope. Es ist ein männliches Tier und schaut nicht gut aus. Liegt direkt an der Piste und guckt total verwirrt. Es ist schon richtig abgemagert und die Zunge hängt dauernd zwischen den Lippen aus dem Mund. Ich muss leider weiter, aber das Ziel für morgen ist klar. Ob sich ein Löwe die leichte Beute krallt?
17.10.2025 Freitag (Rooiputs, Kgalagadi NP)
Am Morgen denke ich noch, dass ich am Abend erneut in Twee River stehen werde, doch das war ein Irrtum. Ich fahre zügig den Nossob hoch mit Ziel erster Picknickplatz. Natürlich als erstes Ziel die Oryxantilope. Ich biege ein und sie ist nicht mehr da. Ich betrachte die Spuren im Sand und sehe die Richtung, in die das Tier sich bewegt hat. Also wenden und etwas weiter nördlich, da werde ich fündig. Sie liegt unweit vom letzten Platz hinter einem Busch. Gut, dann fahre ich mal zum Picknickplatz hoch. Kurz nach der Abfahrt sehe ich ein mir bekanntes Fahrzeug. Unscheinbar und doch unverwechselbar. Sind es wirklich die beiden, die ich vermute? Ich fahre langsam näher und ja klar. Die Freude ist riesig. Wir haben uns letztes Jahr im Park kennengelernt und doch einige Tage zusammen verbracht. Sie suchen übrigens die Oryxantilope, die ich gleich zeige. Kurz darauf kommt noch ein mir bekannter Landrover dazu. Nun ist der Tag perfekt. Ich frage nach den Plätzen, wo sie stehen. Rooiputs natürlich. Und ich bekomme sofort für die drei Tage einen Platz. Also fahre ich mittags runter nach Twee River und bezahle die Plätze und lasse Twee River löschen. Der Rest des Tages ist bescheiden, doch am Abend haben wir tolle Gespräche.
18.10.2025 Samstag (Rooiputs, Kgalagadi NP)
Am Morgen komme ich nicht so schnell wie gewünscht in Fahrt und bleibe noch etwas liegen. Manchmal ist es einfach so. Dann fahre ich doch noch los und will nach dem Oryx sehen. Mittlerweile ist auch klar, was passiert ist. Nach der Analyse von Fotos ist auf der rechten Seite hinter dem Mund eine Einstichstelle. Gegenüber eine Verdickung. Also muss bei einem Kampf gegen einen anderen Oryx das Blöde passiert sein. Ein Horn hat sich in die Backe gebohrt und auch die Zunge durchstochen. Auf jeden Fall ist das Tier nicht mehr da, doch unter den Bäumen liegt ein prächtiger Löwe mit richtig dunkler Mähne. Er scheint gut satt zu sein und hechelt kräftig. Ich habe das Tier für fast zwei Stunden für mich alleine, bis andere Fahrzeuge aufkreuzen. Einer ist so frech, dass er den Löwen fast anfährt, dieser aufschreckt und sich einen sicheren Platz sucht. Ich habe für solch ein Verhalten kein Verständnis und verdrücke mich wütend. Mittags genieße ich die Zeit auf dem Rooiputs-Stellplatz bei tollen Gesprächen. Etwa 17:00 Uhr geht es nochmals los und jeder von uns sucht sein Glück. Gegen den Schluss stehen wir alle beim Löwen, der immer noch schläft. Bei der Rückfahrt zum Camp entdecken wir noch einen Karakal. Diese Tiere sind extrem selten. Also noch seltener als Leoparden oder Geparden. Er ist auf dem Weg nach Norden, wo junge Schakale spielen. Ob er sich noch einen zum Nachtisch holen wird? Wir werden es nicht erfahren, da wir um 19:00 Uhr im Camp sein müssen.
Warum ich Rooiputs so liebe? Es ist ganz einfach, das Camp hat keine Zäune und nur eine Handvoll Plätze, die wunderbar weit voneinander entfernt stehen. So kann es gut sein, dass mal ein Löwe neben dem Fahrzeug schläft, was mir letztes Jahr passiert ist. Also am Morgen aufpassen und gut gucken vor dem Aussteigen aus dem Fahrzeug.
19.10.2025 Sonntag (Rooiputs, Kgalagadi NP)
Kurz nach 6 Uhr fahre ich los, den Nossob hoch Richtung Norden. Der Löwe liegt nicht mehr bei der Wasserstelle und ich biege in die untere Dünenpiste ein, um zum anderen Fluss zu gelangen. Nun stehe ich beim Picknickplatz und habe noch keine nennenswerte Sichtung gemacht. Mal sehen, was der Tag noch so bringt.
