21.6.2025 (Samstag / Urban Camp Windhoek)
Der Sprinter hat am Morgen keine Lust, mit uns in die Stadt zu fahren, und so bleiben wir halt auf dem Camp. Und ja, etwas Frust macht sich breit. Wir überlegen schon, was wir machen, wenn es länger dauern soll. Den Tag verbringen wir mit „Wartungsarbeiten“, die halt immer mal so anstehen, und spielen dann „Terraforming Mars“. Das Abendessen ist wie immer wunderbar beim Camping im eigenen Restaurant, wo wir zwei sehr nette Reisende aus den alten Bundesländern kennenlernen durften. Eigentlich weiß ich schon einiges über die DDR, doch da ist immer wieder mal was Neues mit dabei.
22.6.2025 (Sonntag / Urban Camp Windhoek)
Auch heute bleiben wir im Camp und sortieren die Wäsche aus, die gewaschen werden soll. Später dürfen wir zwei spanische Reisende kennenlernen, die jedes Jahr für etwa sechs Monate mit dem eigenen Fahrzeug in Afrika sind. Er ist Arzt und hilft immer mal vor Ort der lokalen Bevölkerung. Wir bedanken uns für das tolle Gespräch und ich bin sicher, wir laufen uns wieder mal über den Weg. Später lernen wir noch zwei ältere Paare aus Südafrika näher kennen. Das Spezielle bei denen ist der selbst gebaute Wohnanhänger mit einem ganz speziellen Konzept. Selbst gebaut ist nicht nur der Innenausbau, sondern der ganze Anhänger. Ein super Konzept. Abendessen wie letzten Abend im Restaurant, wobei es diesmal bei Wrap und Bratwurst bleibt. Sonntag ist das Angebot eingeschränkt, aber nicht minder lecker. Auch an diesem Abend hatten wir die sehr nette Gesellschaft der beiden aus den alten Bundesländern. So ist es ein toller Abend und auch Ablenkung von den Problemen, die gerade anstehen. Ich wünsche euch eine gute Heimreise und schaut euch auch mal auf meiner Webseite um.
23.6.2025 (Montag / Urban Camp Windhoek)
Der große Tag beginnt mit der Fahrt zur Mercedes-Werkstatt. Der Sprinter läuft nicht mal so schlecht, aber so geht es nicht weiter. Die Kraft fehlt im Grunde. Sofort wird mit den Arbeiten begonnen. Erst sind die Sensoren im Blickfeld. Ich habe ja Austauschsensoren dabei und es zeigt sich kein Fehler am Computer. Langsam aber sicher gehen die Ideen aus. Dann wird die AGR-Geschichte verschlossen, um das Problem in diesem Bereich sicher nicht zu haben. Keine Verbesserung. Der Turbo muss nun raus. Das Teil ist nicht so einfach zu demontieren. In der Zwischenzeit suchen der Werkstattchef und ich in einem alten Sprinter nach einem gleichen Turbo. Fehlanzeige. Der erfahrene Mechaniker trägt den Turbolader zu einem Tisch, wo wir schon auf ihn warten. In dem Moment fällt eine dicke Schraube zu Boden. Diese wird erst nicht weiter beachtet und es wird die Unterdruckdose mit einem Messinstrument geprüft. Scheint alles gut zu sein. Dann frage ich nach der Schraube. Der Mechaniker zeigt sie mir und ich meine, das ist doch so eine, wie sie für das Verschließen der AGR benutzt wird. Und die Schraube ist total schwarz. Also war die im Turbo, und zwar in der Kammer, wo die Klappe ist, die den Überdruck ablässt. Erst wird meine Theorie nicht ernst genommen, doch dann kommt fast nichts anderes in Frage. Also den Turbo einbauen und prüfen. Ich hatte doch recht. Der Motor spuckt zwar noch den Russ, der in der Abgasanlage sitzt, aus, doch es wird immer besser. Die Stimmung hebt sich schlagartig und wir sehen unseren Urlaub schon als gerettet an. Wir fahren müde, aber glücklich zurück zum Camp, wo wir noch die frisch gewaschene Wäsche zurückbekommen. Abendessen natürlich mit vollem Programm. Etwas überfressen geht es ins Bett.
24.6.2025 (Dienstag / Urban Camp Windhoek)
Morgen früh hoch und eine Testrunde fahren ist angesagt. Alles bestens und volle Kraft. Dann zur Mercedes-Werkstatt, um die restlichen Arbeiten zu erledigen. Neue Gummis bei den Torsionsstangen, Bremskraftregler fixieren, Ölwechsel beim hinteren Differential, Ausbeulen und Schweißarbeiten beim Abschlepphaken und Weiteres füllen den Tag gut aus. Wir lernen noch den Werkstattchef von MAN kennen, der von einem UNICAT-LKW, der auf seinem Gelände steht, berichtet. Den wollen wir natürlich nach Abschluss der Arbeiten noch besichtigen. Wir verabschieden uns vom Mechaniker und Werkstattchef. Dann zu MAN, wo wir nur kurz das Fahrzeug bestaunen, um dann weiter zum Camping außerhalb von Windhoek zu fahren. Der Platz liegt wunderschön in den Hügeln und ein Platz ist schöner als der andere.
Zur Information. Die Reise war ja eigentlich entlang der „Garden Road“ Richtung Kruger NP geplant. Da wir ja nun von Windhoek starten, werden wir erneut den Kgalagadi NP besuchen und dann von da auf der Nordseite von Südafrika zum Kruger fahren. Drück uns die Daumen, dass der Sprinter nun keine Probleme mehr macht, und genieße die Bilder der Reise. Der Vorteil davon ist um vieles besseres Wetter, da im südlichen Südafrika nun richtig Winter herrscht.
Nun muss ich erst mal Vertrauen in den Sprinter aufbauen, denn die Reise geht in abgelegene Gebiete.














Eine Antwort auf „Alles wegen einer Schraube“
Viel Glück für eine pannenfreie Weiterfahrt. (Merke: Bei jeder Reparatur darf weder eine Schraube übrig noch eine zu wenig sein!) Geniesst es weiterhin! Grüsse vom Rüchihof wo die Getreideernte beginnt bei Hochsommerlichen Temperaturen.