Bei der Karte kann jeder Tag ein- oder ausgeblendet werden. Viel Spaß beim Gucken der Strecken.
Diesem Blog liegen noch ein paar Bilder die etwas zurückliegen bei. Betreffend den Bildbeschreibungen. Die folgen etwas später sobald ich besseres Internet habe.
Beim letzten Blog hat sich was beim Hochladen verheddert. Das ist nun korrigiert.
29.5.2025 (Donnerstag / Polentswa, Ausflug Richtung Norden und dann ein Fisch namens Red Roma)
Früh um 7, hoch die müden Knochen. Draußen vernehme ich das Brüllen von drei Löwen, die in der Nähe sind. Ein Blick über die Pfanne, aber ich sehe die Löwen nicht. Also Start mit Ziel, erstes sehr nahes Wasserloch. Kaum bin ich auf der Hauptpiste, sehe ich ganz frische Löwenspuren im Sand. Es müssen zwei sein. Trotzdem biege ich ein in die Abzweigung zum Wasserloch, doch es ist nichts los. Mein erster Plan war, hier zu frühstücken, doch daraus wird nichts. Ich will den Löwenspuren folgen. Fahre also zurück zur Hauptpiste und werde schnell fündig. Auf der linken Seite sehe ich erst einen, später weiter oben im Hang den zweiten Löwen. Beides Weibchen. Das nahe Tier ist ganz klar in der Lauerstellung und etwa 400 Meter vor ihr grasen eine ganze Herde Gnu. Das ist zu weit für einen Angriff, und die Hoffnung besteht, dass die Gnus näher kommen. Später gesellt sich noch mein Platznachbar von Nr. 2 zu mir. Ein sehr nettes Paar aus Kapstadt. Über zwei Stunden sind schon durch. Nun sehe ich, wie das eine Tier in geduckter Stellung etwas näher schleicht, was ich mit Bildern festhalte. Ich finde, auf den Bildern ist man fast dabei, wie der Löwe sich anschleicht. Leider verkrümeln sich die Gnus nach und nach auf die rechte Seite und es wird ganz klar nichts mit einem Kill hier. Mein Nachbar verabschiedet sich und fährt weiter nach Norden. Ich halte die Stellung und dann stehen beide Löwen auf und laufen in der Piste Richtung Norden. Wunderbar zu beobachten, wie die Schultern und das Becken beim Gehen große Bewegungen machen. Das Lustige ist der Schwanz, der nicht einfach hängt, sondern auf jeder Seite nochmals nachwippt. Nun ist es auch klar. Das sind die gleichen beiden wie gestern. Die haben also eine große Runde gelaufen. Da sie versuchen zu jagen, wird es gestern kein Kill gewesen sein. Nach einigen Kilometern trennen die beiden sich. Ein Löwe bleibt stehen und der andere läuft weiter. Kurz gesagt. Es blieb erfolglos. Einmal kamen zwei Onyx nahe an den Löwen ran, so ungefähr 80 bis 100 Meter. Das war anscheinend immer noch zu weit. Danach legten sich die beiden entfernt voneinander in den Schatten. Für mich das Signal, zum nahen Picknickplatz zu fahren und zu ruhen.
Der Nachmittag an der Polentswa-Wasserstelle ist manchmal der Hammer. Heute ist so viel los hier. Diesmal sind es die Falken, die Jagd auf kleinere Vögel machen. Ein unbeschreibliches Schauspiel, wie die kleinen Vögel immer wieder in großen Gruppen vom Baum runter zur Wasserstelle fliegen und kurz danach der Falke mit enormer Geschwindigkeit durch die Gruppe jagt. Das Windgeräusch seiner Flügel ist sehr laut, wenn er in die Kurve fliegt. Mir gelingen ein paar Aufnahmen davon. Auf einem der Bilder ist noch ein anderer Raubvogel mit einem kleinen Vogel in den Krallen zu sehen. Ich fahre noch kurz zu den beiden südlichen Wasserlöchern, doch die haben heute nichts zu bieten. Auf der Fahrt quert dann eine große Gruppe von 26 Straußen die Piste. Also zurück zum Camp, nicht ohne kurz beim Nachbarn auf Nummer 2 anzuhalten. Wir erzählen uns gegenseitig vom Tag und schweifen dann ab in die Politik von Südafrika, was ich wie ein Schwamm aufsauge. Es ist immer wieder erstaunlich, wie klar die Situation ist und wie sie verbessert werden könnte. Aber eben. Könnte Zum Gespräch gibt es scharfe Chips und Cola mit Eis. Danke, liebe Freunde. Und dann der Knüller zum Schluss. Ich bekomme einen „Red Roma“, einen sehr schmackhaften Fisch, zum Abendessen. Also werden meine Paste mit Fisch aufgewertet. Der Kopf sei das Beste, das habe ich mir dann jedoch verkniffen.
30.5.2025 (Freitag / Polentswa, Ausflug nach Norden)
Wie fast jeden Morgen Löwengebrüll. Daran könnte ich mich gut gewöhnen. Ich erledige erst ein paar Wartungsarbeiten. Kleine Zerlegung vom Armaturenbrett. Nun wird klar, warum die mittlere Luftdüse nur halb geöffnet werden kann. Die Werkstatt hat ein Kabel dahinter verklemmt. Zusätzlich drehe ich noch die Schalter für das Sperrdiff und die Klimaanlage. Die haben sie seltsamerweise auch auf dem Kopf verbaut. Der Zusammenbau war dann eher sehr fummelig. Ich hasse diese dämlichen Autokonstrukteure. Wehe, ich bekomme mal so einen in die Finger. Danach dann vor zur Hauptpiste. Bald sehe ich frische Löwenspuren im Sand. Also, hier wimmelt es förmlich von Löwen. An der Wasserstelle liegen sie nicht, doch oben im großen Loop werde ich nach ca. 2 km fündig. Faul liegen die beiden rechts bei einem Busch. Dann werde ich mal einige Zeit abwarten und beobachten, was da geht. Dabei bemerke ich auf der linken Seite eine halbe Melone, die hier massenhaft rumliegt. Diese ist jedoch halbiert. Und dann sehe ich, wie eine Maus genüsslich die Kerne frisst. Also, die Maus stiehlt den Löwen heute total die Show. Ich sehe ja jeden Tag, wie die Mäuse knapp vor dem Fahrzeug noch die Piste queren, doch fotografieren war bis jetzt nicht. Und nun so ein toller Anblick. Zudem sehe ich diverse kleine Vögel im guten Licht. Die Mittagszeit verbringe ich im Schatten eines großen Baumes auf dem Picknickplatz. Der Rest des Tages verläuft unspektakulär.
31.5.2025 (Samstag / Polentswa – Nossob)
Um ca. halb acht geht es los zur Hauptpiste. Ein Blick auf die Sandpiste verrät vieles. Die Löwin mit den beiden Kleinen war unterwegs zur Wasserstelle. Also anstelle direkt nach Süden zu biegen, biege ich nochmals nach Norden in die Piste ein und verfolge den Spuren. Tatsächlich bis zur Wasserstelle, jedoch danach auch zurück. Hmm, ich fahre nochmals zur Kreuzung. Irgendwie verliert sich hier die Spur. Schade, ich hätte schon noch gerne bessere Bilder der beiden neuen Könige der Tiere gemacht, aber so ist es eben. Dann nehme ich die Fahrt auf mit Ziel Nossob. Jede Wasserstelle fahre ich an und scanne so gut wie möglich die Umgebung ab, was nach 30 Minuten sehr anstrengend wird. Nichts Besonderes. Dann bei einer der Wasserstellen gleich vier Löwen. Ein Männchen und drei Weichen. Nette Gruppe und der Löwe ist noch sehr jung. Er trinkt zuletzt und folgt den drei Anderen dann in östlicher Richtung. Na, das war ja doch noch eine gute Begegnung. Kurz darauf stehe ich in Nossob bei der Rezeption und checke Meldungen. Ich bin total aus dem Häuschen. Meine Freunde aus Deutschland haben für mich im Delta einiges reservieren können. Das sind ja super Nachrichten. Ich hoffe, das klappt wirklich. Danach noch ein Telefonat zu meinem Freund, der in drei Wochen nach Südamerika fliegt, und eins zu meinem Kollegen, der mit der „Rock the Mog“-Tour auf dem Weg zu mir gerade noch in Angola steht. Nun ist ganz sicher erst mal eine Dusche fällig. Ich locke mit meinem Geruch sicher schon die Schakale an. Beim Eindunkeln habe ich noch einmal ein nettes Gespräch mit meinen Freunden aus Kapstadt. Sie zeigen mir ganz stolz ihren Bushlappa-Wohnanhänger. Das Teil ist aus besten Materialien (Edelstahl und Aluminium) und hochwertig verarbeitet. Genau das Richtige für im Busch.
Kurzer Blick voraus und Infos. Morgen ist die Fahrt aus dem Park raus Richtung Süden, genauer Richtung Upington, geplant. Kleine Infos am Rande. In Upington ist die längste Landepiste für Flugzeuge (5751 Meter) von ganz Afrika. Und hier war auch mal was mit Nuklearforschung und es sollte in der Kalahari die erste südafrikanische Atombombe gezündet werden. Zum großen Glück wurde nie was daraus.
Dann noch was zu den Löwen hier in der Kalahari. Die haben eine besonders dunkle Mähne und sollen die Größten in Afrika sein. Das Gebiet, in dem ich mich hier befinde, ist die Provinz «Northern Cape».
Falls du auch mal den Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark besuchen möchtest, bietet sich ein Flug direkt nach Upington an. Hier dann einen Geländewagen mieten und nach Norden fahren. Die Unterkünfte, soweit ich das sehen konnte, sind ordentlich. Für Wasser und Verpflegung musst du schon selber gucken. Die Pisten sind für jeden fahrbar, wenn er sich an die Anweisungen am Eingang hält. Und ganz wichtig. 9 Monate vorher alles buchen. Danach wird es immer schwieriger, etwas zu bekommen. Die Unterkünfte und Camps von Botswana haben keine Zäune und es kann gut vorkommen, dass vor dem Zelteingang ein Löwe sein Nickerchen hält. Die von Südafrika sind umzäunt.
01.6.2025 (Nossob – Upington)
Traurig, aber es muss ja einmal sein. Ich fahre die 160 km bis zur Grenzstation und raus aus dem Park. Dann nochmals über 200 km bis zum Camp kurz vor Upington. Nun stehe ich auf einem Camp, das zum Glück Wi-Fi, leider sehr langsam, zur Verfügung stellt. Also ran an den Blog und die Systeme updaten.
Hier auf dem Platz steht ein Iglhaut neuerer Bauart mit gebrochener Kardanwelle. So was habe ich noch nie gesehen.



































2 Antworten auf „Kgalagadi Transforntier Park 2025 erster Besuch Teil 4 (letzter Teil)“
Die Löwin muss noch lernen sich die Zähne zu putzen bevor sie sein schönsten Làcheln für die Fotografie zeigen möchte.
Hoi Thomas, herzlichen Dank, dass du uns auf deine Reise mitnimmst!
Zusammen mit den tollen Fotos erlebe wir es mit, allerdings wird man (Frau natürlich auch) dabei auch etwas eifersüchtig :-).
Danke auch für den Aufwand den du da hineinsteckst. Du reist, wenn nicht gerade dein Sohn dabei ist, meistens allein aber auf der ganzen Welt sind doch viele die mit dir auf der Reise sind.
Lg Alida & Kurt